Zikaden - Bericht über ein Experiment
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Autor: |
Friedrich Bestenreiner |
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Produktion: |
WDR 1998 |
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Regie: |
Frank Erich Hübner |
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Länge: |
56 Min. |
Mitwirkende: |
Stephan Schwartz, Martina Gedeck, Veronika Bayer, Viktor Neumann, Angelika Bartsch u.v.a.
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Inhalt: |
Abermilliarden von Zikaden haben sich unsichtbar
zusammengefunden und veranstalten ein ohrenbetäubendes
Zirpkonzert, das die Räume zum Tosen bringt. Chris Jordan und
seine wissenschaftlichen Mitarbeiter von der Diamond Foundation
Kalifornien stellen sich die Frage, ob ihr Experiment in Zusammenhang
mit den Zikaden und weiteren unerklärlichen Phänomenen steht.
Ziel des aufwändigen Projektes war es, durch
naturwissenschaftliche Experimente endgültig die philosophische
Fragestellung zu klären, ob Materie Geist erzeugt oder Geist
Materie. Zu diesem Zweck konstruierten sie ein weltweit gespanntes,
globales Gehirn, das sogenannte NeuroNet, das von dem Zentralrechner in
Sausalito gesteuert wurde. Alle bisher verfügbaren Daten und
Funktionen über Mensch und Geist waren darin gespeichert und
wurden ständig mit hypothetischen Ordnungs- und Chaosprinzipien
aus einer noch nicht erfassten, simulierten anderen Dimension
konfrontiert. Der Geist wurde quasi als Spiegel betrachtet, der
Informationen aus einer unbekannten Welt in unsere bekannte Welt
projizieren konnte. Aus militärstrategischen Interessen
unterstützte die amerikanische Regierung das Wissenschaftsprojekt,
zog sich aber offiziell daraus zurück, als eine weltweit
operierende Bande von Hackern in das System einbrach und virenfreie
Schattenprogramme für bestimmte Großrechner erpressen
wollte. Als nun ein Junge erschossen wird, bleibt nur noch die Frage:
ist dies alles die Ausgeburt eines heillos vernetzten künstlichen
Gehirns?
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Bemerkungen:
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Friedrich Bestenreiners Geschichte bringt eine
originelle, hintergründige Idee und verbindet diese mit sehr gut
gewählten Erzählelementen. Allerdings (über)fordert
diese Produktion den Hörer schon gewaltig. Hier wird sehr viel -
eigentlich zuviel - Stoff in eine Radiostunde gepackt und so stellt
sich diese Produktion - bei aller Qualität, die diese Geschichte
bietet - doch recht unverdaulich dar.
Frank Erich Hübner gelingt es nur bedingt, dem Hörer den
roten Faden zu reichen und diesen mit geeigneten Mitteln durch diese
Produktion zu führen. So ergibt sich aus den Fragmenten nur
schwerlich ein rundes Bild.
Ein Lichtblick sind allerdings die Sprecher, denen es durchaus gelingt,
ihre Rollen glaubwürdig zu interpretieren und so der Geschichte
zumindest etwas mehr Klarheit zu verleihen.
Mit dieser Produktion haben es der Autor und das Produktionsteam etwas
zu gut gemeint. Die gute Idee der Geschichte, sehr interessante
Passagen und ein gutes Sprecherensemble stehen hier einem etwas seltsam
strukturierten und einfach zu vollgepackten Plot entgegen. So verliert
die Produktion leider letztlich etwas zuviel, um eine deutliche
Empfehlung nach sich zu ziehen.
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