| Leben und Tod des Kornettisten Bix Beiderbecke aus
Nordamerika |
| |
Autor: |
Ror Wolf |
| |
Produktion: |
SWF/HR/NDR/WDR 1986 |
| |
Regie: |
Heinz Hostnig |
| |
Länge: |
73 Min. |
| |
|
 |
Mitwirkende: |
Erzähler: Walter Gontermann
Jackson/Armstrong: Wolfgang Hess
Jones/Mares:
Olaf Quaiser
Carmichael: Michael Thomas
Trumbauer: Helmut
Wöstmann
Mezzrow: Douglas Welbat
Beiderbecke: Christian Brückner
Mc
Partland: Siemen Rühaak
Russell: Christian Mey
Whitman: Hans
Wyprächtiger
Böser Mann: Heinz Hostnig
Weitere Stimmen: Andreas Szerda,
Karl-Rudolf Menke, Jürgen Franz, Peter Weis, Gerhard Hinze |
Inhalt: |
Bix Beiderbecke, 1903 in Davenport am Mississippi als Sohn einer wohlhabenden
deutsch-stämmigen Familie geboren und 1931 als 28-jähriger auf Long Island in
elenden Verhältnissen gestorben, gilt heute als der "erste grosse Cool-Solist
des Jazz" und der herausragende Vertreter des Chicago-Stils. Bis zu seinem
Zusammenbruch im Jahre des grossen Börsenkrachs gehört er zu den grössten
Jazzmusikern seiner Zeit. Seiner Umgebung ein Rätsel, der Nachwelt eine Legende,
hat er - so scheint es - nur in seinen balladenhaften Soli gesprochen, mit dem
Kornett. Ein musikalischer Entertainer, der die ersten Jazzrhythmen auf den
Flußdampfern am heimischen Mississippi gehört hatte, der unter der
Kommerzialisierung des Jazz litt und beim Spielen Ravel, Schönberg und
Strawinsky im Ohr behielt.
"Bix war einer der einsamsten Menschen der
Welt, sein Leben ist nach TV-Gesichtspunkten eigentlich un-dramatisch: Er
spielte Kornett und trank: und beides führte zum Tod. - Frauengeschichten gibt
es kaum: Wer Kornett bläst und trinkt, hat dafür einfach keine Zeit." (Ror Wolf)
Ror Wolfs Hörspiel ist eine Reise in die Vergangenheit: Im Jahr nach
Beiderbeckes Tod fahren drei fiktive Zeitgenossen auf einem Mississippi-Dampfer
stromaufwärts zu seinem Geburtsort und erzählen sich die Geschichte seines
Lebens. Aus dem mythologisierenden Erinnern tauchen historische Figuren der
Jazz-Geschichte auf, Reminiszenzen an die historische Person Bix Beiderbeckes,
die zugleich ein balladeskes Phantom ist. |
Bemerkungen: |
Angeblich handelt es sich ja bei dieser Produktion um eine "der wichtigsten
Hörspielproduktionen der letzten Jahre" - selbst vom Produktionsjahr aus
gesehen, muss ich diese These leider anzweifeln.
Sicherlich ist Ror Wolfs
Arbeit sehr ordentlich und hat einen hohen Informations- und Unterhaltungswert -
trotzdem muss man schon eine gehörige Portion Interesse an der Biografie
Beiderbeckes mitbringen, um sich hier rundum wohlzufühlen.
Beiderbeckes
Leben ist - folgt man den hier vermittelten Angaben - in vielerlei Hinsicht
unspektakulär. Dem passt sich das Hörspiel in gewisser Weise an und wirkt ebenso
ein wenig blass.
Vielleicht gibt die Biografie Beiderbeckes nicht mehr
her, vielleicht wollte Ror Wolf auch das Unspektakuläre ins Hörspiel übertragen
- wenn, dann ist ihm das weitestgehend gelungen.
So bleibt dieses
Hörspiel in meinen Augen leider ein Nischenprodukt für speziell Interessierte,
andere Hörer wird man hiermit nicht groß erreichen. |
|