Codex Manesse
  Autor: Birge Tetzner
  Produktion: Cab-Artis
  Musik: Capella Antiqua Bambergensis
  Cover - Codex Manesse

Mitwirkende:

Christian Brückner, Birge Tetzner, Jan Burdinski,
Wolfgang Grindemann, Harry Kühn, Ulrike Hübschmann, Julia Wiedwald

Inhalt:

Der Codex Manesse ist die umfangreichste und wohl auch berühmteste deutsche Liederhandschrift des Mittelalters. Wer hat nicht das Bild des melancholisch in sich versunkenen Walther von der Vogelweide vor Augen, wenn er an den Minnesang denkt?

Aber wie kam es zu diesem Bildnis ? Wie entstand die Handschrift ? Wer waren die Auftraggeber ? Welches Ihr Anliegen? Über all diese Fragen kann nur spekuliert werden, vieles liegt im Dunkeln. Doch einige wenige Spuren bringen Licht in die Geschichte der kostbaren Handschrift...

Fünf Minnesänger treten in diesem Hörspiel auf: Der Tannhäuser, Neidhart, Ulrich von Liechtenstein, Otto von Botenlauben und natürlich Walther von der Vogelweide. Und mit jedem von ihnen wird ein weiterer Aspekt des mittelalterlichen (Sänger-) Daseins beleuchtet.

Versehen mit mittel- und neuhochdeutschen Zitaten aus den Liedern der Sänger und getragen von der Musik der Capella Antiqua Bambergensis gibt das Hörspiel Einblick in eine Zeit, aus der nur wenig abseits großer historischer Ereignisse überliefert ist.

http://www.codex-manesse.de/

1. CD Hörspiel
2. CD Musik zum Hörspiel

Bemerkungen:

Mal was ganz anderes, als die übliche Kost kommt mit "Codex Maesse" daher. Gleich vorweg: Das Musik-Hörspiel ist nichts für die breite Masse und entspricht auch nicht den gewohnten Hörgewohnheiten. Denn zum einen ist das Thema sehr spezielle und man sollte schon ein gewisses Interesse an der Materie haben. Auch die Darstellungsform ist ungewöhnlich: Die Ankündigung "Musik-Hörspiel" ist da vielleicht etwas irreführend, auch wenn es dem Grunde nach stimmt. Allerdings ist der Anteil des "Hörspiels" im landläufigen Sinne doch sehr gering und es läuft eher auf ein Hörsachbuch hinaus, in dem viele der angesprochenen Dichter mit ausgewählten Stücken vertreten sind. Letztere werden oft musikalisch von der Gruppe Capella Antiqua Bambergensis vorgetragen und zum besseren Verständnis auch nochmals ins heutige Deutsch übertragen werden.
Die Produktion teilt sich diesbezüglich in zwei Teile, im ersten wird die Geschichte des Codex Manesse von der Idee bis zur Umsetzung dargestellt. Der zweite Bereich werden einzelne, im Codex vertretene Dichter mit ihren Werken vorgestellt.
Auf einer beiliegenden zweiten CD befinden sich Musikstücke aus dem Codex Manesse, ebenfalls von der "Capella Antiqua Bambergensis", sowie ein ausführlicher CD-ROM-Teil, der weit über die Angaben im Booklet hinausgeht und einem vor allem auch die Optik des Werkes näher bringt.

Man merkt den Machern die Liebe zum Mittelalter, und dieser Liederhandschrift im Besonderen, deutlich an. Eine solche Detailtreue darf man sicherlich bei den Beteiligten Wissenschaftlern erwarten, aber, mit beruflicher Präzission allein, gelingt einem so etwas nicht - da gehört schon eine Menge Herzblut dazu.

Das wird nicht jeder zu schätzen wissen, denn man muss schon einiges an Interesse an der Materie mitbringen.



Für "Codex Manesse" eine Bewertung zu finden ist einfach und schwierig zugleich. Einfach, wenn man es vom Sinn und Zweck dieser Produktion her betrachtet. Schwieriger ist es allerdings eine Empfehlung für den "Standart-Hörer" auszusprechen - für die meisten wird die Detailtiefe einfach zu viel des Guten sein. Man muss schon ein Interesse an mittelalterlicher Lyrik haben, sonst wird man mit "Codex Manesse" nicht viel anfangen können.

Für alle, die sich von der Thematik angesprochen fühlen, ist diese Produktion einfach klasse. Und da sie sehr gut und vor allem originell gemacht ist, gibt es insoweit nichts zu meckern.

 

 

Meine Wertung: + + + +  (mit Einschränkung, sh. Text)

 

Mehr Infos zum "Codex Manesse"

 

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