Conni und die verflixte 13

von Julia Boehme

Regie: Hans-Joachim Herwald
Manuskript: Ludger Billerbeck

Musik: Mik Berger, Tomas Kröger, Ludger Billerbeck
Universal Music/Karussell 2010
69 Min.
 


Erzähler: Wolf Frass
Conni: Florentine Draeger
Mama: Barbara Fenner
Papa: Eberhard Haar
Jakob:     Lukas Sperber
Billi: Julia Fölster
Anna: Madeleine Weingardt
Stella:     Charlotte Fenner
Herr Bertolt: Guido Zimmermann
Frau Sandulescu: Isabella Grothe
u. v. a.


Das Vorsprechen in der Theater–AG findet an einem Freitag, den Dreizehnten statt. Anna macht deswegen schon alle verrückt. Doch Conni übt unbeirrt und mit Hingabe die Hauptrolle des „Aschenputtel“ ein und ist sich fast sicher, dass sie die Rolle ergattern kann. Eigentlich ist sie nicht abergläubisch, aber dann passiert ein seltsamer Zwischenfall nach dem anderen. Erst läuft ihr eine schwarze Katze über den Weg, dann zerbricht sie einen Spiegel und kommt deshalb viel zu spät zum Vorsprechen. Pech, denn ihre Traumrolle ist nun schon an Stella vergeben - und Conni handelt sich obendrein noch eine Rüge von ihrem Theaterlehrer Herrn Bertold ein. Conni bekommt nur noch eine kleine Nebenrolle und soll eine alte Wahrsagerin mit Kristallkugel spielen. Anna prophezeit Conni, dass Spiegelscherben sieben Jahre Unglück bringen. Und tatsächlich sieht sich Conni auch in den nächsten Tagen vom Pech verfolgt:

Die erste Probe geht schon mal schief und Stella, die glaubt, noch eine alte Rechnung mit Conni offen zu haben, setzt ihr ziemlich zu. Ermuntert von ihren Freundinnen versucht Conni ihr Talent als Wahrsagerin. Das scheint tatsächlich zu funktionieren, obwohl Conni zugibt, sich die Weissagungen nur ausgedacht zu haben.

Auf dem Weg nach Hause stößt sie unsanft mit ihrer liebenswerten Nachbarin Frau Sandulescu zusammen. Glück im Unglück, denn die gute Seele lädt sie zu sich ein und Conni schüttet ihr Herz aus. Frau Sandulescu kennt sich mit Aberglaube und Theaterspielen bestens aus, da sie selbst Künstlerin ist. Und sie hat für Conni nicht nur aufmunternde und tröstende Worte, sondern auch ein umwerfendes Bühnenkostüm und ein paar äußerst hilfreiche Tipps.

Der Tag der Aufführung ist wieder ein Freitag - und wieder ein Dreizehnter. Die Aufregung vor dem ersten Akt ist groß und Conni ist zum ersten Mal froh, nicht die Hauptrolle zu spielen. Dann kommt ihre Szene mit Stella, die absichtlich versucht, Conni aus dem Konzept zu bringen. Doch Conni reagiert ganz professionell, improvisiert gekonnt und lässt sich nicht beirren. Damit hat Stella nicht gerechnet; sie verliert selbst den Faden und blamiert sich ziemlich. Für Connis Nebenrolle als Frau Mira gibt es den größten Applaus und sie ist sehr erleichtert und glücklich. Ihre hellseherischen Fähigkeiten schwinden zwar leider wieder, aber dafür ist ihre Pechsträhne endlich vorbei und sie geht mit gestärktem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen aus der Geschichte hervor.


Bemerkungen:

Im neuen Conni-Abenteuer dreht sich alles ums Thema Aberglaube. Die Geschichte vereint viele Elemente dazu ,und reiht sie an einem recht interessant aufgebauten Plot auf. Mit dem eigenen Charme der Reihe, der sich insbesondere durch die sehr reellen Figuren und Ereignisse ergibt, wird man so über die recht lange Spielzeit von rund 70 Minuten gut unterhalten. Allerdings beschränkt man sich etwas zu sehr auf die Darstellung zum Thema Aberglaube und lässt es ein wenig an einem Konzept zur Aufarbeitung fehlen. Natürlich muss ein Jugendhörspiel nicht zwingend einen ausgeklügelten pädagogischen Ansatz mitbringen, allerdings hat man in dieser Serie bewiesen, dass es auch anders geht. Insofern bin ich in diesem Punkt etwas enttäuscht.

Wie gewohnt gelingt es, die Geschichte mit einfachen Mitteln und Standards gut zu erzählen. Gerade musikalisch setzt man auf bekannte Musikstücke, was bei einer Reihe - insbesondere für die jüngere Zielgruppe - kein Fehler ist, da man hier durchaus mehr auf den Wiedererkennungswert, denn auf Originalität setzen kann. 
Ein raumgreifender Erzähler sorgt dafür, dass auch viel "Geschichte" in der Spielzeit untergebracht wird. Wolf Frass erledigt diese Aufgabe mit gewohnter Routine; er trägt den Hörer gut durch das Geschehen, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Auch die Besetzung der Rollen setzt auf das gewohnte Ensemble, das auch aufgrund der langen Erfahrung gute und vor allem glaubwürdige Leistungen bringt, ohne dass hier Abnutzungserscheinungen bemerkbar werden.

Auch im neuen Conni-Abenteuer stimmt der Unterhaltungswert. Allerdings hat mir ein wenig die Konsequenz aus der Geschichte gefehlt. Letztlich bleibt es, auch dank der unterhaltsamen Inszenierung, ein solides Hörspiel.

Meine Wertung: + +
 

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