Cungerlan (0) Die Geburt der Revolution
  Autor: Jerry Marcs
Bearbeitung: Frank-Michael Rost
  Produktion: Ohrland 2009
  Regie: Frank-Michael Rost
  Musik: Robert Hermann
  Länge: 48 Min. (inkl. 12 Min. Bonusmaterial)
 


Mitwirkende:

Erzähler:  Josef Tratnik

sowie Bernd Rumpf, Peer Augustinski, Jo Weil, Heiko Obermöller, Nicole Engeln, Tom Jacobs, Dustin Semmelrogge, Bert Stevens, Kerstin Kramer, Peter Nottmeier, Volker Wolf

Inhalt:

Irgendwo, in den Tiefen des Alls, findest Du einen einsamen, grauen Planeten. Eine Welt namens... Cungerlan!

Um auch die letzten freien Handelswege besteuern zu können, hat der grausame Ayir-Kaiser Erzeboon II. an der Straße von Galone eine mächtige Luftfestung errichten lassen. Damit droht allen Völkern Cungerlans eine nie gekannte Zeit der Unterdrückung und Knechtschaft.

Nur der Serhildan, ein Geheimbund unter der Führung der klugen und schönen Manza Hothead, wagt es noch, Widerstand zu leisten. Doch zunächst muss ein zahlungskräftiger Sponsor gefunden werden, um den kostspieligen Kampf für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit zu finanzieren...


Bemerkungen:
Bereits im Vorfeld wurde über diese Serie ja heftig gestritten. Weniger über Themen, Inhalte und Sprecher, sondern leider eher über die Preisgestaltung. Hat eine solche, verhältnismäßig hochpreisige Reihe, überhaupt eine Chance? Eine Frage, die jeder Hörer letztlich nur für sich selbst beantworten kann, bzw. die die Verkaufszahlen und die Zeit beantworten werden.

Was kriegt man geboten? Optisch macht die Reihe schon mal ordentlich was her: Ein schönes Digipack, umfangreiches Booklet, ansehnliche Sprecherliste... Die Papierform stimmt.

Aber der Inhalt? Tja, hier werden sich dann schon die Geister scheiden. Eine lustige SF-Geschichte erwartet den Hörer hier, die sehr gängige Muster bekannter Stoffe kopiert und in leicht abgewandelter Form wiedergibt. Die Grundgeschichte ist auffallend dicht an die Star-Wars-Saga angelehnt. Das ist schon sehr zurückhaltend formuliert, es als "dreist abgekupfert" zu bezeichnen, käme der Wahrheit genauso nahe.

Versetzt wird dies mit viel humorigen und witzigen Dialogen, so dass es hier in die Richtung eines "Spaceballs für die Ohren" geht.
Natürlich ist das mit dem Humor so eine Sache. Hier den Nerv des Hörers zu treffen, ist gar nicht so einfach. Meinen persönlichen verfehlt man dabei sogar meilenweit. Negatives Highlight ist dabei der Versuch einen Dialog mit James-Bond-Filmtiteln zu erstellen.

Wie schon erwähnt, sorgt die Sprecherliste für Aufmerksamkeit. Was tatsächlich zu hören ist, bleibt da allerdings ein wenig hinter den Erwartungen zurück. Das sei  vielfach den wenig prägnanten Figuren und Dialogen geschuldet, dennoch hätte man hier im gesamten Ensemble etwas mehr als diese durchschnittlichen Leistungen erwarten dürfen.

Auch die Musik und Sound sind eher Standardkost, ein Niveau, das die meisten Label am Markt recht locker aus dem Ärmel schütteln. Von "aufwändig produzierter SF-Hörspielsaga" hört man da einfach nicht genug.

Richtig weh tut leider auch der Punkt "Spielzeit" (insbesondere im Verhältnis zum anvisierten Preis). Sicherlich gibt es Geschichten, die in 35 Minuten erzählt sind, wenn man aber ohnehin auf mehrere Teile setzt, stoßen diese Ministücke nicht ganz zu Unrecht auf Unverständnis.

Immerhin gibt es noch Bonusmaterial, das sich aus Interviews mit den Beteiligten und einem Ausblick auf die nächste Folge zusammensetzt. Auch wenn es vielleicht etwas zu sehr auf die Produktion selbst bezogen ist, muss ich aber sagen, dass mich die 9 Minuten Interview besser unterhalten haben, als das Hörspiel selbst.


Insgesamt muss man leider sagen, dass den vollmundigen Ankündigungen nur wenig Taten folgten. Cungerlan bleibt leider in allen Punkten - zum Teil deutlich - hinter den Erwartungen zurück.
   
Meine Wertung: -
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