| Gruselkabinett
(36 & 37) Das Bildnis des Dorian Grey |
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Autor: |
Marc Gruppe nach Oscar Wilde |
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Produktion: |
Titania Medien 2009
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Regie: |
Stephan
Bosenius und Marc Gruppe |
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Länge: |
153 Min. |
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Mitwirkende: |
Erzähler: Hasso Zorn
Dorian Gray: David Turba
Lord Henry Wotton: Tom Vogt
Basil Hallward: Axel Malzacher
Lord George Fermor: Engelbert von Nordhausen
Lady Agatha: Regina Lemnitz
Lady Brandon: Melanie Pukaß
Lady Narborough: Cathlen Gawlich
Herzogin von Harley: Marianne Lutz
Mr. Eskine: Lutz Mackensy
Lady Victoria Wotton: Ulrike Möckel
Mr. Isaacs: Andreas Mannkopff
Mrs. Vane: Dagmar von Kurmin
Sibyl Vane: Kristine Walther
James Vane: Dennis Schmidt-Foss
Parker/Kutscher: Bodo Wolf
Francis: Tommy Morgenstern
Alan Campbell: Tobias Nath
Adrian Singleton: Simon Jäger
Hure: Uschi Hugo
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Inhalt: |
London in den 1890er Jahren:
Basil Hallward, ein talentierter Maler, verliebt sich in den jungen
Dorian Gray und will seine faszinierende Jugend und Schönheit
in einem Portrait festhalten. Dorian, durch den Anblick seiner selbst
hingerissen, äußert den kühnen Wunsch, dass
er nie altern, sondern das Bild dieses Schicksal auf sich nehmen solle.
Dafür wäre er sogar bereit, seine Seele zu
opfern…
Dorian Gray gibt sich, verführt durch den charismatischen Lord
Henry Wotton, ganz den sinnlichen Gelüsten eines
zügellosen Lebens hin und verfällt in einen Strudel
der Leidenschaften. Doch weder die Zeit noch die Exzesse zeigen Spuren
auf seinem jugendlichen Antlitz. Einzig sein Portrait
verändert sich auf eigentümliche Weise…
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| Bemerkungen: |
Wie
schon beim "Glöckner von Notre Dame" haben sich Marc Gruppe und
Stephan Bosenius von Titania Medien einer Vorlage angenommen, die per
se nicht direkt in ein "Gruselkabinett" gehört. Natürlich
besitzt sie einige erschreckende Momente, ist aber im Grunde mehr
aufgrund der ehtischen Komponente interessant - Oscar Wilde wollte
damals der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, das schaurige bzw.
metaphysische ist hier eher nur Mittel zum Zweck.
Allerdings ist die Idee, diesen Stoff in dieser Reihe zu vertonen,
nachvollziehbar, auch andere mediale Umsetzungen rücken ja auch
eher in die Richtung der Gruselgeschichte. Das bedingt dann aber auch,
dass man die Schwerpunkte ein wenig anders setzt, als Oscar Wilde sie
vorgegeben hat.
Marc Gruppe orientiert sich allerdings, auch bei dieser Bearbeitung,
dicht an der Vorlage. Das hat Vor- und Nachteile. Wer ein
möglichst werkgetreues Hörspiel von "Dorian Gray" hören
möchte, der ist hier genau richtig, wer allerdings im Sinne des
Reihentitels ein paar wohlig schaurige Stunden genießen
möchte, dürfte eher enttäuscht werden.
Letztlich entscheidet diese Frage aber auch die Aufmachung; wenn man
sich entscheidet, diese Episode ins Gruselkabinett aufzunehmen, dann
muss der Ansatz auch sein, dem Hörer, eine gewisse Portion Schauer
mitzugeben und die Vorlage entsprechend zu bearbeiten. Diesen Anspruch
kann insbesondere die erste CD nicht erfüllen. Die Spielzeit wird
hier weitestgehend für einen, zwar nicht unerheblichen, aber doch
eher langatmigen Aufbau verwandt. Die zweite Hälfte ist da
deutlich besser, insbesondere, da die Wandlung Grays hier nicht nur
sehr viel Raum bekommt, sondern auch sehr gut dargestellt wird.
Hier funktioniert dann auch die Umsetzung etwas besser - zumindest im
Hinblick auf eine spannungsgeladene Kulisse. Stimmige Atmosphären,
die diese Produktion unter dem Aspekt der Literaturumsetzung,
unterstützen, sind - wie bei Titania Medien auch nicht anders zu
erwarten - aber auch im ersten Teil vorhanden.
Ebenfalls ohne Blöße ist das Sprecherensemble. Besonders gut
gefallen haben mir David Turba und Tom Vogt, die in ihren Rollen
herausragend glänzen konnten.
Mit dieser Umsetzung beweisen Titania Medien einmal mehr, dass sie in
der Lage sind, klassische Stoffe sehr adäquat in ein Hörspiel
zu transportieren. In diesem speziellen Fall passt dann allerdings die
Vorlage nicht so wirklich ins Reihenkonzept. Um diesem gerecht zu
werden, wäre eine etwas dramatischere Umsetzung eher angezeigt
gewesen. |
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