Das Dschungelbuch
  Autor: Rudyard Kipling
  Produktion: WDR 2007 / DAV 2008
  Regie: Frank Erich Hübner
  Bearbeitung: Karlheinz Koinegg
  Musik: Wim Wollner
  Länge: 99 Min.
 

Mitwirkende:

Erzählerin: Regina Lemnitz
Mowgli: Luca Kemmer
Balu: Traugott Buhre
Baghira: Christian Redl
Vater Wolf: Jens Wachholz
Mutter Wolf: Tanja Haller
Shir Khan: Wolfgang Hess
Kabaki: Jens Wawrczeck
Akela: Gerd Mayen
Kaa: Horst Mendroch
Affenführer: Hanns Jörg Krumpholz
sowie Vittorio Alfieri, Supriyo Bandyobadhyay, Jürgen Schüller, Heinz Baumeister, Isis Krüger, Benny Hogenacker und Hans Schulze

Inhalt:
1. Das Menschenjunge
2. Die vergessene Stadt
3. Der Tanz der Elefanten

"Denkt euch das heiße, dunkle Herz des Dschungels! Denkt euch die Moos bewachsenen Ruinen einer längst vergessenen Stadt! Denkt euch das Schwarz des Panthers, das Silbergrau der Wölfe und das Gelb des Tigers, der noch keine Streifen hat! Denkt euch den Jungen Mogli, der unter Wölfen aufgewachsen ist und an Balu, den Bären, der ihn lehrt, wie man von Bäumen Honig stiehlt und seinen Tag in ihrem Blätterdach verschläft. Hört ihr sie wachsen? Hört genau hin! Denn was da wispert, raschelt und im Unterholz rumort, sind die Geschichten, die euch nur das Dschungelbuch erzählt ..."
Bild: WDR/Anneck
Hanns Jörg Krumpholz & Luca Kemmer
Bemerkungen:

Die meisten werden "Das Dschungelbuch" aufgrund der gleichnamigen Disney-Verfilmung mehr oder weniger kennen und daher bei Handlung und den Charakteren ein recht vorgefertigtes Bild zu haben. Das Hörspielprojekt lässt diese bekannten Bilder vollkommen außer Acht und setzt ganz auf eine eigene, deutlich näher an Kiplings Roman orientierte, Umsetzung.

An die muss sich der Hörer auch erstmal gewöhnen, denn viele der bekannten Figuren sind vom Typ her doch ein wenig anderes. Insbesondere fällt das bei der Figur des "Balu" auf,  die viel mehr Tiefgang mitbringt, als man es vom seinem Zelluloid-Pendant gewohnt ist. So ist auch Traugott Buhre in dieser Rolle entsprechend ungewöhnlich, aber konsequent und gut besetzt.

Überhaupt überzeugt diese Geschichte neben des guten Plots bei den Sprechern. Was Rang und Namen hat ist in dieser Produktion vertreten. Hervorragend - im wahrsten Sinne des Wortes - ist Jens Wawrczeck als fiese Hyäne. Ansonsten agieren die Sprecher unauffällig, in dem Sinne, dass sie in ihrer Stimme, die darzustellende Figur recht weit außen vor lassen und so jede Überzeichung vermeiden. Das ist, bei diesem Stoff zwar ein ungewöhnliches, aber für die Art der Umsetzung extrem passendes Stilmittel.

Wen hätte man besser mit einer Hörspielbearbeitung des Themas beauftragen können, als Karlheinz Koinegg? Spontan fällt mir da kein Besserer ein. Koinegg hat in der Vergangenheit schon oft gezeigt, dass er aus jedem Stoff ein sehr gutes Hörspiel zaubern kann. Und tatsächlich erweist er sich auch hier als eine Bank! Er drückt dem Thema seinen Stempel auf, ohne die Vorlage in den Hintergrund zu drängen.

Ein Höhepunkt ist die Soundkulisse. Auffällig ist die sehr großzügig eingesetzte musikalische Untermalung. Komponist Wim Wollner gelangt es, thematisch sehr deutlich an den Stoff angelegte Musikstücke einzusetzen, von denen man gar nicht genug bekommen kann. Lobenswerterweise befinden sich davon auch noch mal rund neun Minuten als Bonusmaterial auf der CD-Version des Hörspiels.
Auch die Geräuschkulisse ist sehr dicht und schafft eine permante und stets passende Kulisse für die Handlung.


Die Hörspielfassung von "Das Dschungelbuch" ist eine sehr eigenständige, aber sehr gelungene Umsetzung des Kippling-Stoffes, die der Vorlage deutlich mehr gerecht wird, als die bekannte Filmfassung. Ein Hörspiel mit - auch qualitativ - hohem Unterhaltungswert.

 

 

Meine Wertung: + + + +

 

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