| Das Evangelium nach Jesus Christus |
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Autor: |
José Saramago |
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Produktion: |
NDR 2007 - Hoffmann und Campe 2007 |
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Regie: |
Hans Gerd Krogmann |
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Bearbeitung: |
Hans Gerd Krogmann |
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Musik: |
Michael Riessler |
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Länge: |
180 Min. |
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Mitwirkende: |
Rolf Boysen, Rosel Zech, Walter Renneisen, Harald Jakel, Werner Wölbern, Céline
Fontanges, Michael Mendl, Jens Wawrczeck, Ernst Jacobi, Leslie Malton, Hans
Diehl, Klaus Herm, Reinhard Firchow, Anne Weber, Christos Topoulos, u.a.
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Inhalt: |
Der portugiesische Nobelpreisträger erzählt die Geschehnisse des Neuen
Testaments auf spannende Weise als eine Art Reportagebericht über das Leben
Jesu. Darin lässt er Jesus - wie auch Gott und den Teufel - selbst zu Wort
kommen. Jesus erscheint als Suchender und zugleich sündiger Mensch, der erst
schrittweise seine göttliche Bestimmung erfährt. Er trägt die Schuld seines
Vaters Josef mit sich, der, um seinen Sohn zu retten, die Einwohner Bethlehems
nicht vor der bevorstehenden Ermordung ihrer Kinder gewarnt hat. Ein Hirte,
identisch mit dem Engel der Offenbarung und zugleich dem Teufel, wird zur
Schlüsselfigur, Jesus seiner Bestimmung zuzuführen. Der Menschensohn erscheint
nur als Teil von Gottes Plan, seine Macht zu erhalten, die er durch die
mangelnde Gläubigkeit seines Volkes bedroht sieht. Dafür benötigt Gott einen
Märtyrer. Erst am Kreuz und in dem abgewandelten Ruf gipfelnd "Menschen, vergebt
ihm, denn er weiß nicht, was er getan hat", erkennt Jesus die ihm zugedachte
Rolle. Saramago stellte in seinem 1991 erschienenen und im katholischen Portugal
heftig umstrittenen Roman das Evangelium in einen religionskritischen Diskurs,
der gegenwärtig hochaktuell erscheint. |
Bemerkungen: |
Krogmanns Hörspiel nach der Romanvorlage Samarago erzählt die Geschichte Jesu
auf eine recht transparente Art. Die Möglichkeiten des Hörspiels, eine
Geschichte in Dialogen zu erzählen, nutzt man und bringt so das Thema recht
anschaulich herüber. Allerdings sollte man hier nicht erwarten, dass man hier
nur Bekanntes zu Ohren bekommt. Denn hier setzt man zum einen ganz andere
Akzente in der Erzählung und deutet Dinge und Charaktere zum Teil frappierend
um. Eine geballte Ladung Religionskritik folgt, allerdings ohne den Glauben zu
leugnen, Samarago resp. Krogmann stellen es nur anders - und vor allem
interessant dar.
Zwar brillieren hier viele großartige Sprecher von
Boysen über Mendel bis hin zu Wölbern, herausheben möchte ich jedoch einen, der
mich besonders überzeugt hat: Jens Wawrczeck Er spielt eben nicht die Figur des
Jesus, so wie man sie sich landläufig vorstellt, sondern fügt sich ganz in den
Charakter des Skriptes ein - eine schwierige Aufgabe, die er hier erstklassig zu
lösen weiß.
Aber auch ansonsten kann sich Krogmanns Umsetzung sehen
lassen. Zwar ist sie in den Kulissen nicht so stark, da der Fokus eindeutig auf
dem Text liegt. Dennoch überzeugt das Zusammenspiel zwischen Skript und
Umsetzung.
Ein interessantes Hörspiel, das dem Hörer einen
interessanten Standpunkt zum Titelthema unterbreitet und sicherlich Anlass für
Diskussionen bieten dürfte.
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