Das große Identifikationsspiel
  Autor: Alfred Behrens
  Produktion: BR 1973
  Regie: Alfred Behrens
  Musik: Klaus Schulze
  Länge: 59 Min
 

Mitwirkende:

Erzähler: Christian Brückner
Jack the Tripper: Wolfgang Hess
Jackie the Tripper: Leo Bardischewski
Dai Brysin: Hellmut Lange
Jim Burns: Fred Maire
Betty Burns: Margot Leonhard
Sam Change: Niels Clausnitzer
Lemmy Ferguson: Klaus Kindler
Dev Neidlinger: Rudolf Neumann
Jenkins: Christian Marschall
Myers: Michael Lenz
Snatcher: Manfred Seipold
Marlies Compère, Heinz Detlev Bock, Josef Manoth, Leon Rainer, Klaus Seidel, Martin Urtel

Inhalt:

Jack the Tripper macht Menschen zu atmenden Leichen. Seine Opfer sind so genannte schweridentifizierte Fans, deren Körper
bewegungslos vor den Bildschirmen sitzen, während sich ihr Bewusstsein in den Traum flüchtet, Star zu sein. Sie spielen das große Identifikationsspiel, denn im großen Traumraum können sie
sein, wer sie eigentlich sein wollen: Sie können das Leben ihrer Idole leben, für die sie ihre eigene Identität aufzugeben bereit sind. Eine dieser Projektionsfiguren ist Humphrey Bogart. Im Gewand einer spannenden Krimihandlung thematisierte "Das große Identifikationsspiel" 1973 die Vision einer Gesellschaft, die mehr und mehr dazu tendiert, direkten persönlichen Kontakt zu ersetzen durch
indirekte, gelenkte Beziehungen zwischen isolierten Individuen und ihren Leitbildern.

"Der Autor hat es mit außerordentlicher technischer Brillanz und gedanklicher Raffinesse das Problem der Manipulierbarkeit des Bewußtseins in seinem mehrschichtigen - Elemente von Kriminakstück, Satire und Science Fiction kombinierenden - Spiel dargestellt. Sozialkritik ist hier verbunden mit einer detaillierten Kenntnis der Konsumwelt und der Medienrealität, deren Trivialmythen und Mechanismen in einer unverwechselbaren, den Jargon der Bewußtseinsmanipulation schöpferisch nutzenden Sprache entlarvt werden." (Jury des Kriegsblindenpreises 1974)

Bemerkungen:

Eine ganz große Portion "Radio" kommt hier auf den Hörer zu. Was für viele schade sein wird, denn hier werden viele das Prädikat "unhörbar" verleihen. Was eigentlich schade ist, denn die Story (insbesondere, wenn man bedenkt, dass das Stück aus dem Jahr 1973 stammt) ist glänzend und eine fabelhafte Mischung aus Gesellschaftskritik und einem SF-Krimi. Alfred Behrens hat hier als Autor großartiges geleistet, leider trägt er aber auch für die gewöhnungsbedürftige Vertonung die Verantwortung. Schade, das hätte deutlich mehr sein können.

 

 

Meine Wertung:

 

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