| Das schaudererregende Abenteuer im Orient Express |
| |
Autor: |
Michael Koser |
|
Regie: |
Hein Bruehl |
|
Musik: |
Peter Zwetkoff |
| |
Produktion: |
WDR 1982 - Audiobuch |
| |
Länge: |
52 Min. |
| |
|
 |
| |
|
|
Mitwirkende: |
Shylock Homes: Klaus Herm
Dr. Watts: Michael Thomas
Prof. Hinkeldey: Fred
Hospowsky
Frau Hinkeldey: Magda Hennings
Miss Y. Birdie: Gisela
Claudius
Kronprinz Boris: Lars Ahlbory
Stojan: Hans Keller
Conducteur:
Curt Bock
Monsieur Papillon: Joseph-Maximilan Amoussou |
Inhalt: |
Im Damenwaschraum des Orientexpress liegt am Morgen eine Leiche.
Unpassenderweise ist sie männlich. Und zu allem Überfluss auch noch nackt. Wie
in jeder guten Kriminalgeschichte kommt alles gleichzeitig: Die Anwesenheit des
bulgarischen Kronprinzen und das Verschwinden seines Kammerdieners, die
blockierte Weiterfahrt irgendwo im Nirgendwo dank maroder, osteuropäischer
Brücken und das seltsame Verschwinden von zwei Koffern und einem
Speisewagenbediensteten.
Alles kein Problem für Shylock Homes und Dr.
Watts, die sich ganz zufällig ebenfalls im Zug befinden und auf den Spuren
Agatha Christies und Sir Arthur Conan Doyles über Leichen stolpern. Liebevoll
parodistisch, ironisch scharfsinnig und unglaublich komisch löst das Detektivduo
par excellence den verworrenen Fall. Kein Wunder, dass man bei soviel Denksport
Hunger bekommt - doch das Gulasch des französischen Chef de Cuisine birgt eine
kulinarische Überraschung...
|
Bemerkungen: |
Bereits die dritte Auflage beim dritten Verlag, aber immer noch ein feiner
Klassiker. Die Geschichte um den Detektiven Shylock Holmes und seinen Freund Dr.
Watts, die im Orientexpress eine etwas unappetitliches Abenteuer erleben, ist im
Krimiprogramm des WDR schon eine Seltsamkeit. Aber das hat seinen Grund. Die
Geschichte ist eigentlich für die RIAS-Reihe "Prof. van Dusen" konzipiert
gewesen, dort allerdings aufgrund des schaudererregenden Inhalts nicht umgesetzt
worden. Kein Hinderungsgrund für den WDR, das Ganze nicht in leicht abgeänderter
Form zu präsentieren. Zu Recht, denn die Folge wäre viel zu schade für die
Schublade gewesen.
Die Hauptrolle übernimmt hier Klaus Herm, der zwar
eine solide Leistung abliefert. Aber leider lässt sich durch die inhaltliche
Nähe zur Van Dusen-Reihe, es schwer zuordnen, dass er hier nicht als Zulieferer
Hutchinson Hatch, sondern als Ermittler selbst agiert. Diese Rolle steht ihm
nicht sonderlich. Aber wie gesagt, die Leistung stimmt. Dies ist auch beim Rest
des Cast der Fall, Beanstandungen gibt es keine.
Die Umsetzung kommt
etwas einfacher daher. Man hat hier das Van Dusen-Konzept nur zu einem gewissen
Teil kopiert. Das schadet der Geschichte aber keineswegs, denn für das Flair der
aberwitzigen Geschichte zu transportieren, nutzt man die Möglichkeiten
ausreichend.
Ein ungewöhnlicher Krimi, der sehr humorvoll, aber - wie der
Titel schon sagt - auch schaudererregend ist. Wer Krimis mit einem deutlichen
Augenzwinkern mag, der darf hier gerne zugreifen. |
|