Gruselkabinett (35) Das Schloss des weißen Lindwurms
  Autor: Bram Stoker
  Produktion: Titania Medien 2009
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Regie: Stephan Bosenius und Marc Gruppe
Bearbeitung: Marc Gruppe
  Länge: 69 Min.
 


Mitwirkende:

Markus Pfeiffer, Hasso Zorn, Joachim Pukaß, Katja Nottke, David Nathan, Melanie Hinze, Peter Reinhardt und Anja Stalober

Inhalt:

England 1860

Der junge Australier Adam Salton folgt der Einladung seines einzigen noch lebenden Verwandten nach Lesser Hill. Richard Salton hofft, dass sein Großneffe dort eines Tages sein Erbe antreten wird. Der Familiensitz liegt in einer äußerst geschichtsträchtigen Gegend, der es nicht an exzentrischen Bewohnern mangelt. Eine von ihnen ist die faszinierende Lady Arabella March, die Herrin eines auf einer Halbinsel gelegenen Schlosses…


Bemerkungen: Titania Medien nimmt sich hier einem echten klassischem Stoff an, einem der nicht nur inhaltlich in der historischen Szenerie spielt, sondern auch in dieser Zeit verfasst wurde. "Das Schloss des weißen Lindwurms" dürfte wohl Abraham Stokers bekannteste Kurzgeschichte sein, allerdings steht sie zumeist auch deutlich im Schatten des übergroßen "Dracula".

Damit wird man allerdings der Geschichte nicht gerecht, denn diese hat durchaus ihre Qualitäten. Die transportiert auch Titania Medien in das Hörspiel. Dabei spielt man die bekannten Stärken der Macher aus, und setzt die Vorlage in sehr gute und unterhaltsame Dialoge um.

Allerdings ist der Spannungsbogen, der in dieser Umsetzung der Geschichte auch grundsätzlich gut eingesetzt wird, etwas flach. Die Bedrohlichkeit der Geschichte wird hier nur bedingt transportiert. Das "Gruselflair" kommt insoweit ein wenig kurz. Es gibt zwar einige spannende Szenen. Das letzte überzeugende Moment fehlt allerdings.

Bei den Sprechern setzt man wie immer auf eine gute Schauspielerriege. Die meisten der hier zum Einsatz kommenden Sprecher hat man in jüngster Vergangenheit schon in anderen Vertonungen des Labels gehört. Allerdings ist dies bei einer losen Reihe wie dieser auch eher unschädlich, zumindest solange die Sprecher die hier gebotene Qualität abliefern.

Die sonstige Umsetzung ist wie gewohnt sehr klassisch und traditionell gehalten. Das funktioniert über weite Strecken recht gut, man hätte hier allerdings auch zum Finale hin die Atmosphäre etwas dichter stricken dürfen.


Im direkten Vergleich mit den bisher vorgelegten Episoden des Gruselkabinetts fällt diese Folge etwas ins Mittelmaß zurück. Dennoch ist man damit immer noch auf einem Niveau, das deutlich über dem Schnitt des Marktes liegt.
  Meine Wertung: + + +
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