| Das wird schon. Nie mehr lieben! |
| |
Autor: |
Sibylle Berg |
| |
Produktion: |
NDR 2006 |
| |
Regie: |
Sven Stricker |
| |
Bearbeitung: |
Wolfgang Stahl |
| |
Länge: |
58 Min. |
| |
|
 |
Mitwirkende: |
Leslie Malton, Stefanie Stappenbeck, Daniela Ziegler, Andreas Fröhlich
|
Inhalt: |
Jemanden finden, nur, um nicht allein zu sein: Zwei langjährige Single-Frauen
haben endgültig genug von enttäuschter Liebe und der ewigen Suche nach dem
Traumprinzen. Zu diesem Zweck haben sie gerade an Silvester einen Workshop
gebucht. Er soll sie für immer kurieren: zumindest davon, sich jemals wieder in
einen Mann zu verlieben.
"Nie mehr lieben!" heißt das Ziel, dessen
erfolgreiche Verwirklichung ihnen der durchtriebene Kursleiter in Guru-Manier in
Aussicht stellt. Die beiden Frauen sollen ihre tristen Beziehungserfahrungen
noch einmal durchleben und so nach dem Prinzip der Aversionstherapie von ihren
romantischen Vorstellungen befreit werden. Mit gelungenen Ping-Pong-Dialogen,
trockenen und knallenden Pointen aus den unterschiedlichen Szenarien des
Geschlechterkampfes ist der Kult-Autorin erneut eine erstklassige, bitter-böse
Komödie gelungen.
Hörspiel des Monats Juli 2006, Begründung der Jury der
Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:
"Sibylle Bergs Hörspiel 'Das
wird schon. Nie mehr lieben' packt ein Tabuthema an: Frauen in den
Wechseljahren, die sich in einem seltsamen Zustand zwischen Nicht-Mehr-Jung- und
Noch-Nicht-Altsein wiederfinden. Die Schönheitsindustrie verspricht
Anti-Aging-Hilfe, doch die teuersten Cremes der Welt helfen nicht über einsame
Nächte hinweg. Mit beißender Ironie, ja knallhartem Sarkasmus nimmt sich die
Autorin des Themas an, verhöhnt die romantischen Liebesversprechen und zugleich
die gesamte Ratgeber- und Coaching-Industrie, die in einem Seminar gipfelt, in
dem man sich die Liebe abgewöhnen kann wie das Rauchen. Das mit kongenial
ironischem Soundtrack inszenierte Hörstück wandelt sich unter der Hand von einer
melancholischen Fallbeschreibung zu einer bitterbösen Gesellschafts- und
Zeitgeistsatire." |
Bemerkungen: |
Einem wirklich bitterbösen Stück hat sich Sven Stricker da angenommen. Mit
Ironie und einer ordentlichen Portion Spott beackert Sibylle Berg ein Gebilde
aus Zeitgeist und Beziehungsalltag derart gekonnt, dass man nur hoffen kann, sie
habe zu keinem Zeitpunkt Recht damit.
Mit nur vier Sprechern gelingt es hier
eine stimmige Inszenierung zu schaffen, die nicht nur zu unterhalten weiß,
sondern auch zum Nachdenken anregt und mit nur gering erhobenen Zeigefinger auf
die gesellschaftliche Wirklichkeit zeigt. Das Erschreckende: Es ist durchaus
vorstellbar! |
|