Die drei ??? (137) Pfad der Angst
Autor: Astrid Vollenbruch
Bearbeitung: André Minninger
Produktion: Europa 2010
Regie: Heikedine Körting
Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Stahlberg / Betty George / Morgenstern
Länge: 78 Min.

Mitwirkende:

Erzähler: Thomas Fritsch
Justus Jonas, Erster Detektiv: Oliver Rohrbeck
Peter Shaw, Zweiter Detektiv: Jens Wawrczeck
Bob Andrews, Recherchen und Archiv: Andreas Fröhlich
Winston Granville: Christian Rode
Matthew Granville: Uwe Friedrichsen
Smithy: Konstantin Graudus
Mr. Jackmore: Michael Brenneck
Prof. Frazier: Wilhelm Wieben
Polizist: Tetje Mierendorf


Inhalt:

Ein neuer Fall bahnt sich an, ganz nach dem Geschmack der drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach: Ein verschrobener Wissenschaftler bittet die drei ??? um Hilfe bei der Wiederbeschaffung einer Erfindung, die ihm gestohlen wurde. Doch dann häufen sich merkwürdige Geschehnisse und behindern die Recherchen. Natürlich lassen sich Justus, Peter und Bob zunächst nicht beeindrucken – bis sie um ihr Leben bangen müssen…


Bemerkungen: Nach der gelungenen letzten Folge, Das versunkene Dorf, schleicht sich in dieser Episode wieder der Alltag ein. Es beginnt mit einer Geschichte, der es nicht gelingt, den Hörer über die recht lange Spielzeit dauerhaft zu fesseln. Spannende Elemente gibt es zwar, sie sind nur dünn gesäht und stehen recht allein. Die Geschichte selbst wird ziemlich gebogen, um den Plot über die Spielzeit zu bringen. Viel muss konstruiert werden, einiges funktioniert auch nur, weil die Autorin die Protagonisten richtig dumm agieren lässt. Dass man in einer Serie, die darauf gründet, dass hier drei clevere Jungs agieren, die Älteren mehr als das Wasser reichen können, kommt bei der großen Tradition und der unvergleichlichen Beliebtheit schon dem Tatbestand der Blasphemie nahe.
Es wäre zu verschmerzen, wenn man im Gegenzug eine richtig gut erzählte und packende Geschichte serviert bekäme; davon ist allerdings diese Episode recht weit entfernt.

Dem illustren Ensemble zumindest hätte man deutlich mehr als diese schwache - und in meinen Augen auch ärgerliche - Geschichte gegönnt. Allerdings können insbesondere Christian Rode und Uwe Friedrichsen bei ihren schrulligen Charakteren mit einer sehr unterhaltsamen Leistung glänzen. Die restlichen Figuren - sieht man mal von den gewohnt agilen Drei Fragezeichen selbst ab - bieten etwas zuwenig Farbe, als das die Sprecher hier sonderlich auf sich aufmerksam machen könnten. So darf man sich auf solide Einsätze, u. a. von Wilhelm Wieben, freuen, besondere Nachhaltigkeit bringt es aber nicht mit sich.

Die Inszenierung ist auf dem gewohnten Niveau. Auch, wenn man hier in Punkto Atmosphäre und Soundkulisse etwas hinter dem aktuellen Standard hinterherhinkt, die eigene Liga, in der die Serie am Markt spielt, zeigt, dass den Fans das gewohnte Flair deutlich wichtiger zu sein scheint,  als eine zeitgemäße Inszenierung. Nur in Punkto Musik streut man immer wieder neue Melodien ein, allerdings haben die hier vertretenen Stücke eher funktionalen Charakter. Eine besondere Strahlkraft geht in dieser Folge diesbezüglich kaum aus.

Gerne wird ja bei eher durchwachsenen Produktionen das Prädikat "Nur für Fans" vergeben. Bei dieser Folge würde ich genau das Gegenteil empfehlen: Denn für Fans der Reihe könnte das hier Gehörte zum Teil schon ein wenig an der Ehre kratzen. Die Geschichte überzeugt zudem nur in wenigen Segmenten.
Highlight ist hier das sehr interessante Ensemble, das allerdings bei dieser mageren Story etwas verschwendet wirkt.

Leider mehr eine Folge fürs Regal, denn für den Player.

Meine Wertung: + / -


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