|
Die drei ??? - Special: Top Secret - Fall 1: Brainwash - Gefangene
Gedanken von Peter Lerangis Übersetzung aus dem Amerikanischen: Kari Erlhoff Buch und Effekte: André Minninger Redaktion und Geräusche: Wanda Osten Regie und Produktion: Heikedine Körting Produktmanagement & Projektleitung: Corinna Wodrich Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL) / Conrad / Betty George / Morgenstern / Stahlberg / Kuntke Europa 2011 62 Min. ![]() Hörprobe: Justus Jonas: Oliver Rohrbeck Peter Shaw: Jens Wawrczeck Bob Andrews: Andreas Fröhlich Ben: Fabian Harloff Silvia: Marion von Stengel Ralph: Wolfgang Kaven Spud: Rasmus Borowski O-Ian: Celine Fontanges Setch: Stefan Brönneke Hi-Top: Robin Brosch Car: Volker Hanisch Chip-Shape: Jens Wendland Carol: Alexandra Garcia Slide Terranova: Nico König P. "Pejo" Joseph McGaskill: Peter Kirchberger Sax Sendler: Christian Concillio Hausmeister: Edgar Bessen Bau-Kollege: Holger Umbreit Junge: Michael Lampe Mädchen: Pamela Punti Weibl. Offstimme: Susanne Wulkow Werbestimme: Enie van de Meiklokjes Menge: Publikum bei der RRP in Nürnberg Verschollen, gefunden, endlich veröffentlicht: Eine Geschichten aus dem Jahr 1989 von dem amerikanischen Die drei ???-Autor Peter Lerangis. Als in einer Woche gleich zwei Bekannte der drei ??? verschwinden, vermuten die Jungen, dass die Sekte SynRea dahinter stecken könnte. Um die Vermissten zurückzuholen, fliegen die drei Detektive nach New York und treten in einer Undercover-Aktion der Sekte bei. Schon bald stellt sich heraus, dass die vermissten Jugendlichen tatsächlich dort sind. Was jedoch als einfache Rückholaktion geplant war, entpuppt sich zunehmend als unlösbare Mission - denn die Mächte der SynRea-Gruppe scheinen auch von Justus, Peter und Bob Besitz zu ergreifen. |
||
| Die bislang
nicht übersetzten Fälle der drei Detektive aus Rocky-Beach
hat man nunmehr neu entdeckt und veröffentlicht diese in einer
speziellen Edition. Den Auftakt macht das Hörspiel "Brainwash -
Gefangene Gedanken", dessen Vorlage aus der Feder von Peter Lerangis
stammt. In dieser Geschichte sollen Justus, Peter und Bob einen Schulfreund und einen Musiker aus einer Sekte befreien - Ein typisches 80er-Jahre-Thema. Passend dazu hat man die Geschichte entsprechend in diese Zeit zurückversetzt und macht dies mit einigen entsprechenden Klischees - wie Floppy-Discs, C64-Computerkurse und VHS-Kassetten - fest. Diese werden zu Anfang mit dem Holzhammer in das Stück geschlagen. Subtil geht anders, aber es erfüllt den Zweck. Die Geschichte selbst hat positive, aber auch ein paar negative Aspekte. Die Wahl des Themas an sich ist sehr gut. Die Darstellung der Sekte entspricht durchaus einem realistischen Bild der Gegebenheiten jener Zeit. Das Problem ist, dass das Thema ziemlich groß ist. Man kann es in der Kürze der Spielzeit kaum angemessen präsentieren und schon gar nicht in der Art glaubhaft auflösen, wie es die drei Fragezeichen hier tun. Dies wird deutlich, als Justus und Peter sich in die Fänge der Sekte begeben und hier viel zu schnell mit deren negativen Seite in Berührung kommen. Bob, der schon länger dabei ist, macht diese Erfahrungen so nicht, dieses Tempo ist durchaus glaubwürdiger. Allerdings ist die Spielzeit begrenzt und das Happy End muss ja nun mal darin erreicht werden. Daher zieht man das Tempo an, wirft ein Gutteil der Glaubwürdigkeit über Bord und lässt sich sogar auf ein etwas zu großes Finale ein, in dem Justus quasi im Alleingang die Sektenstruktur nachhaltig beschädigt. Angemessener wäre es hier sicher gewesen, die "Lösung" des Falles auf die Befreiung des Schulfreundes und des Musikers zu beschränken. Das wäre vielleicht etwas unter der Würde des Detektivtrios gewesen, hätte aber dem ernsten Grundthema mehr Rechnung getragen. Obwohl man das Sektenthema nur sehr oberflächlich behandeln kann und dabei auch einige kleine logische Löcher offen lassen muss, hat mich die Geschichte inhaltlich doch eher positiv überrascht. Das mag an einer eher niedrigen Erwartunghaltung liegen, schließlich stammt die Geschichte aus einer Ära, die vor schwachen Episoden nur so strotzte. Im Vergleich dazu ist "Brainwash" schon eine durchaus solide Folge. Sie besitzt Unterhaltungswert, wenngleich die Geschichte sehr gradlinig ist und ohne nennenswerte Wendungen und Überraschungen auskommt. Das Herausragende an dieser Episode ist allerdings die Umsetzung. Auffallend ist die Verwendung vieler alter Archivmusiken, die zwar nicht immer hundertprozentig zur jeweiligen Stimmung der Handlung passen, aber dem gesamten Stück viel traditionelles Flair mitgeben. Sogar die ungeliebte Titelmelodie der Zeit nach 1986 passt hier gut ins Konzept. Sehr positiv ist auch die große und gut agierende Sprecherriege. Bemerkenswert ist das Fehlen von Erzähler Thomas Fritsch. Interessanterweise funktioniert diese Geschichte ohne ihn erschreckend gut. Sie ist sehr fließend und man muss trotzdem keine Abstriche machen, da man alle Szenen auch verstehen kann, ohne das man hier auf eine unnatürliche Ausweitung der Dialoge zurückgreifen müsste. Diese Stilpremiere ist gelungen. Bei den anderen drei Stammsprechern hat mir insbesondere die Leistung von Andreas Fröhlich gefallen. Das leicht Flappsige passt hier gut zur besonderen Rolle, die Bob hier einnimmt. Eine Folge mit Licht und Schatten. Aufgrund der sehr geringen Erwartungshaltung - schließlich wurde die Folge zu einer Zeit, als es vor schlechten Episoden nur so wimmelte, noch nicht einmal umgesetzt - kann man doch mit einigen positiven Aspekten überraschen. Daher fällt die Wertung auch etwas besser aus, als die Folge es inhaltlich verdient hätte. "Brainwash" ist sicherlich kein Highlight der Reihe, aber doch sehr weit entfernt vom erwarteten Desaster. Meine Wertung: + + + |
|
|
![]() |
||