| Der Doppelmord in der Rue Morgue |
| |
Autor: |
Edgar Allan Poe |
| |
Produktion: |
DDR 1990 |
| |
Regie: |
Jörg Michael Koerbl |
| |
Bearbeitung: |
Jörg Michael Koerbl |
| |
Länge: |
45 Min. |
| |
|
|
Mitwirkende: |
Auguste Dupin, Chevallier: Florian Martens
Edgar Allen, Schrifsteller:
Sven-Erik Just
Polizeipräfekt von Paris: Klaus Piontek
Muset, Schutzmann:
Horst Lebinsky
Matrose: Michael Kind |
Inhalt: |
Ein barbarischer Mord erschüttert Paris. Im Hinterhof eines Hauses in der Rue
Morgue wird der zerschmetterte Körper einer Frau gefunden, gleichzeitig entdeckt
man die verstümmelte Leiche ihrer Tochter im Kaminschacht der gemeinsamen
Wohnung. Die Anwohner haben nicht nur die Todesschreie der Opfer gehört, sie
behaupten, die Stimme eines weiteren Franzosen und die unartikulierten,
schrillen Laute eines Ausländers gehört zu haben, über dessen Nationalität sie
sich allerdings nicht einig sind. Der junge, verarmte Adelige C. August Dupin
nimmt sich des Falles an. Er behauptet von sich, die Gedankengänge anderer
Menschen nachvollziehen zu können und aus vielen Einzelbeobachtungen die
richtigen Schlüsse zu ziehen. Die Polizei verdächtigt den mit Dupin befreundeten
Bankangestellten, der der alten Dame drei Tage zuvor eine größere Summe
überbracht hatte. Aber es wurden weder Wertsachen noch Bargeld entwendet, es
fehlt also ein Motiv. Dupin sammelt systematisch alle Informationen und
verblüfft die Polizei mit der Behauptung, daß der Doppelmord in der Rue Morgue
nicht die Tat eines Menschen war
Diese 1841 erschienene Erzählung
begründet den modernen Detektivroman.
Es geht Poe nicht nur um die spannende
Darstellung eines ungewöhnlichen Mordfalls, sondern auch um die Exemplifikation
einer Denkmethode, die schließlich zur Lösung führt. Relevant ist dabei Poes
Stellung zwischen Rationalismus und romantischer Imagination: beide Aspekte des
menschlichen Denkens sind zur Lösung des Falles unabdingbar. Auguste Dupin wurde
zum ersten Serienhelden der Detektivliteratur. |
Bemerkungen: |
Man wird sich vielleicht etwas über diese seltsame Inszenierung wundern, aber
der Vertonung liegt ein Theaterstück von Jörg Michael Koerbl zu Grunde, was die
etwas eindimensionale Atmosphäre erklärt. Leider wurde das Ganze nur wenig
hörgefällig auf Band gebracht, dafür gibt es aber viel Tiefgängiges in den
Gesprächen zwischen Poe und Dupin, dass man in anderen Umsetzungen nicht findet.
Trotzdem würde ich das Stück nicht unbedingt empfehlen, da gibt es durchaus
Besseres. |
|