Der gewissenlose Mörder Hasse Karlsson enthüllt die entsetzliche Wahrheit, wie die Frau über der Eisenbahnbrücke zu Tode gekommen ist 
von Henning Mankell

Übersetzung aus dem Schwedischen: Hansjörg Betschart
Bearbeitung und Regie: Claudia Johanna Leist
55 Minuten
NDR 2002


Christian Brückner, Christoph Stadler, Nino Herrlich, Katja Brügger, Eva-Maria Hagen u.a.

Hasse, dreizehn Jahre alt, trifft den gleichaltrigen Sohn des neuen Oberförsters. Man kann nie sicher sein, ob Schwalbe die Wahrheit sagt oder lügt. Die Jungen warten an der Eisenbahnbrücke, die über den Fluss führt. „Worauf eigentlich?“, möchte Hasse wissen. Schwalbe antwortet: „Wer über die Brücke kommt, wird unser Opfer sein“. Hasse versteht ihn nicht, macht aber mit, als Schwalbe die Pferdehändlerin, die als erste die Brücke überquert, in sadistische Spielchen verwickelt.




Mankell zählte bislang nicht gerade zu meinen bevorzugten Autoren, nicht weil ich ihn nicht mochte, sondern weil ich mich dazu einfach noch nicht aufraffen konnte. Daher ging ich auch relativ unbedarft an dieses Hörspiel, das als Krimi ausgewiesen ist, heran.

Ist es ein Krimi? Irgendwie schon, wenn auch hier keine Pistolen geschwungen werden. Es geht um Schuld und Motive. Verbrechen, die zwei Kinder aushecken, einer der Rädelsführer, einer der Mitläufer, der sich schließlich in einer Spirale befindet, aus der es keinen Ausweg gibt und bis heute Spuren in seinem Leben hinterlässt.

Mankell zeichnet ein detailreiches und sehr plastisches Bild einer Jugend in Schweden. Christian Brückner als Erzähler versteht es, die Stimmung sehr gut zu transportieren.

Eine beklemmende Erzählung über eine Kindheit, ein Lehrstück auch mal „Nein“ zu sagen, wenn man „Nein“ meint.

Eine für den Krimifan vielleicht ungewohnte Kost, aber Abwechslung tut gut, wenn das Gericht ordentlich gekocht ist. Und da gibt es hier nix zu meckern!

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