| Der
Ideenfabrikant |
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Autor: |
Wolfsmehl |
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Produktion: |
RADIOROPA Hörbuch 2009 |
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Regie: |
Konrad Halver und Wolfsmehl |
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Länge: |
60 Min. |
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Mitwirkende: |
Ben Becker, Hans Neuenfels, Prof. Ernst Fuchs,
Konrad Halver, Wolfsmehl
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Inhalt: |
Die Erzählung "Der Ideenfabrikant"
spielt im Jahre 2130. Eine Dynastie von Mediendiktatoren hat eine Art
moderner Bücherverbrennung in Gang gesetzt. Mittels
entfesselter TV-Berieselung wurde auf subtile Weise bewirkt, dass die
Phantasie auf der Erde verdunstet ist. Die Menschheit fristet ein
Sklavendasein in der Ideenfabrik. Als unerwartet der Weltbotschafter
erscheint, tritt die Phantasie ins Rampenlicht .
Wolfsmehl, Vertreter des phantastischen Realismus, verfasst
Theaterstücke, Satire, Romane und Lyrik. 2004 wurde ihm der
Kulturpreis der Oberpfalz (Regensburg) für Dichtung zuerkannt.
Er wuchs auf Schloss Fronberg auf. Das Enfant Terrible arbeitet vor
allem als Dramatiker, Satiriker, Hörspielautor und Regisseur.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen der Roman "Aus dem
Tagebuch eines deutschen Toten" sowie die Hörspiele "Zeit der
Gründlichkeit" und "Königshaut" (mit Klaus Maria
Brandauer und Walter Schmidinger). Die szenische Lesung "Lola Montez"
(mit Elisabeth Trissenaar und Karl-Heinz Böhm) war im Theater
in der Josefstadt in Wien und im Salzburger Landestheater ein
großer Publikumserfolg. Das Hörspiel "Lola Montez"
wurde vom Hessischen Rundfunk produziert. Das Hörspiel "Der
Ideenfabrikant" entstand nach einer gleichnamigen Erzählung
von 1983.
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| Bemerkungen: |
Wolfsmehl
erzählt viel Gegenwärtiges in dieser Zukunftsvision. Obwohl
die Geschichte aus dem Jahr 1983 stammt, wirkt sie in keinem Fall
staubig oder von der Geschichte überholt. Im Gegenteil, viele
Punkte sind bereits heute schon aktuell - erschreckend, wie weit man
sich dieser Vision schon genähert hat.
Aber nicht nur die kritische Seite dieses Werkes überzeugt, es
besitzt überdies auch einen gut funktionierenden
Handlungslauf, der in einer sorgfältig gesetzten Sprache transportiert wird.
Diesem besonderen Stil angemessen ist auch die Umsetzung. Lange
Erzählpassagen und nur wenige eingeschobene Dialoge, die zudem
eher getragen, denn gespielt wirken, sorgen dafür, dass hier mehr
der Charakter einer Lesung, als der eines "echten" Hörspiels
aufkommt.
Die Sprecherleistungen sind in Bezug auf diese besondere
Darstellungsform durchweg lobenswert. Hervorheben muss man hier
insbesondere Ben Becker, der erstklassig agiert. Hier sitzt jeder
Satz, jede Atempause perfekt. Es gelingt ihm, den Hörer für
die Geschichte zu interessieren, ohne dabei auf aufgesetzte Effekte
zurückgreifen zu müssen.
Bei der sonstigen akustischen Ausgestaltung beschränkt man sich
auf den Einsatz von klassischen Musiken. Die Auswahl passt gut ins
Bild, wenngleich die Einbindung hier und da etwas ruppig wirkt und so
ein wenig im Kontrast zum fließenden Vortrag steht.
"Der Ideenfabrikant" ist eine Produktion, die den selten mit Erfolg
begangenen Grat zwischen erzählendem Hörspiel und
künstlerischem Hörspiel, meistert - Eine hintergründige
Geschichte in einer gut gesetzten Sprache und adäquater Umsetzung.
Auch wenn die Machart vielleicht nicht die breite Masse ansprechen
dürfte, diejenigen, die Spaß an besonderen Hörspiele
haben, sollten hier auf jeden Fall ein Ohr riskieren. |
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