| Der kleine
Bruder |
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Autor: |
Sven Regener |
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Bearbeitung:
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Katrin Reiling |
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Produktion: |
der hörverlag 2009 |
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Regie: |
Sven Stricker |
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Musik: |
Jan-Peter Pflug, Fire at Will, No Life Lost, The Funny World of Suzie Wong |
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Länge: |
119 Min. |
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Mitwirkende: |
Erzähler: Florian von Manteuffel
Frank Lehmann: Florian Lukas
Karl: Bjarne Mädel
Erwin: Uwe Hügle
Chrissie: Friederike Kemptner
Mutter: Isabella Grothe
Wolli: Isaak Dentler
Martin Bosbach: Jona Mues
H. R.: Patrick Bach
Jürgen: Konstantin Graudus
P. Immel: Andreas Döhler
Klaus: Philipp Baltus
Freddie Lehmann: Frank Jordan
Marko: Benjamin Utzerath
Helga: Anna-Maria Kuricová
Punk-Martin: Sebastian Hölz
Wirt: Wolf Frass
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Inhalt: |
Frank Lehmann zieht nach Berlin. Er will dort bei
seinem Bruder Manfred wohnen, doch der ist verschwunden und keiner
scheint zu wissen, wo er sich aufhält. Karl, der beste Freund von
Manfred, den alle hier nur Freddie nennen, macht sich mit Frank auf die
Suche. Eine Reise durch die Tiefen der Berliner Szene voller Freaks
beginnt...
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| Bemerkungen: |
Nach der erstklassigen Umsetzung von "Herr Lehmann"
war es ja fast schon ein Muss, dass man sich auch dem aktuellen
Erfolgsroman von Sven Regener widmet, zumal dieser die unmittelbare
Vorgeschichte, erzählt.
Sven Regener schlägt hier die Brücke zwischen "Neue Vahr
Süd" und "Herr Lehmann", indem er Frank Lehmanns erste Tage in der
Großstadt Berlin schildert. Er gerät in die Wohngemeinschaft
seines Bruders und damit mitten ins Chaos.
"Der kleine Bruder" beschreibt gerade mal zwei Tage im Leben von Frank,
die aber genügen, dass er sich in der Großstadt (er kommt ja
aus der Provinz - Bremen) akklimatisiert. Die Szene, in die er
gerät, wirkt zwar sehr klischeehaft, ist aber unter dem Aspekt der
verdichteten Darstellung durchaus glaubhaft. Auch wenn die Anzahl der
Freaks auf engem Raum etwas zu hoch gegriffen scheint, geht es ja hier
nicht darum, ein Dokumentation über das Berlin der frühen
80er Jahre abzuliefern, sondern mehr darum, den Leser bzw. Hörer
das Flair dieser Zeit spüren zu lassen.
Das gelingt, weil die Umsetzung des Buches in ein Hörspiel
gelungen ist. Obwohl man darauf verzichtet hat, Regners Stil zu
übernehmen, der ja nicht gerade ein unbedeutender Aspekt des
Buches ist, gelingt es hier die Geschichte gut zu transportieren.
Katrin Reiling legt hier ihre erste Hörspielarbeit vor. Die
Premiere darf man als gelungen bezeichnen. Sie schafft es die
Geschichte des Buches in zwei Stunden zu erzählen, ohne dass man
hier wichtige Passagen der Vorlage vermissen würde. Sie macht es
dem Hörer zu dem etwas einfacher, weil sie ausufernde Dialoge gut
strafft.
Begeistern konnte mich auch hier wieder die Umsetzung. Richtig
schöne und gut sitzende Kulissen, tolle Raumaufteilung, ein
exzellentes Zusammenspiel und ein maßgeschneiderter Soundtrack
sorgen für eine in sich stimmige Produktion, bei der ich nicht das
Mindeste zu mäkeln habe.
Bewährtes gibt es beim Sprecherensemble - Natürlich bleibt das
Stammensemble von "Herr Lehmann" erhalten. Auch in den Nebenrollen gibt
es sehr gute und passende Besetzungen. Uwe Hügle gibt eine (nicht
nur wegen der guten Sprachfärbung) exzellente Figur als Erwin ab.
Sehr positiv überrascht war ich auch von Patrick Bach als H. R.,
den ich mir in dieser Rolle zunächst gar nicht vorstellen konnte,
der aber sich letztlich ebenfalls perfekt in das gute Ensemble
einreiht.
Mit "Der kleine Bruder" ist dem Team um Sven Stricker erneut ein
wirklich gutes Hörspiel gelungen. Die Produktion ist weit mehr als
eine weitere Darstellungsform des Buchinhaltes, sondern überzeugt
als eigenständiges Werk, dass auch neben Buch und Lesung bestehen
kann.
Auch wenn ich nach dem exzellenten "Herr Lehmann" schon eine gute Produktion
erwartet habe, hat mich "Der kleine Bruder" doch noch positiv
überraschen können.
Kaufbefehl! |
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