Rezension Willy Kniep:
Mit dem Namen Alexandre Dumas verbindet man „Die drei
Musketiere“. Er schrieb jedoch auch zum
Thema „Wolfsmenschen“ die Novelle „Der Werwolf“, welche hier in einer
Hörspielbearbeitung von Titania Medien vorliegt.
Erzählt wird die Geschichte des jungen Holzschuhmachers
Thibaut, der sich im absolutistischen Frankreich danach sehnt, zu den
Edelleuten zu gehören. Durch einen Pakt mit dem Bösen / Teufel erhält er die
Möglichkeit, Wünsche mit negativen Einflüssen für andere Menschen real werden
zu lassen. Immer wieder gibt es Abkommen mit dem Teufel in der
Literatur und es gibt nur einen Gewinner. Thibaut zahlt einen hohen Preis für
seinen Pakt.
Eine eher ungewöhnliche Werwolf-Geschichte, die sich nicht
damit beschäftigt, dass der Werwolf eine grausame Bestie ist und der
Wolfsmensch versucht, seinen Fluch loszuwerden. Hier handelt es sich eher um
eine Gothic – Novelle, bei welcher die Tragik des Protagonisten und seinem
Streben nach Glück und seines Versagens im Vordergrund steht.
Auf die Zeit in Frankreich reflektierend kann ich nur
vermuten, dass es auch symbolisch zu verstehen ist, dass viele Leute zum Adel
gehören wollten und für ihre Bemühungen und ihrem Streben einen hohen Tribut
zollten ohne ihr Ziel zu erreichen.
Die Sprecher- bzw. Darstellerliste ist einmal mehr absolut
erstklassig besetzt. Thomas Nero Wollf (passend, dass er auch der Comic-Figur
Wolverine von den X-Men seine Stimme verleiht) ist besonders hervorzuheben.
Typisch für Titania ist die Harmonie zwischen Sprache, Musik
und Effekten, welche zu einer enormen
atmosphärischen Dichte führt.
Fazit:
Ungewöhnliche Werwolf-Geschichte, welche für den Hörer sehr
unterhaltsam und kurzweilig ist. Bestechend die Leistung von Titania gerade in
der Verarbeitung der Vorlagen in Einklang mit Sprache und Musik.
Empfehlung !
Meine Wertung:
+ + + + +
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Rezension Olaf von der Heydt:
Nach dem Ausflug zu einer bekannteren Vorlage wendet sich Titania nunmehr wieder
einer Geschichte zu, die trotz gängigem Thema und prominentem Autoren eher ein
eher unbeackertes Feld im Hörspielbereich darstellt.
Das Werwolfthema
wird hier sehr unüblich präsentiert, insofern stellt sich die Frage des "zu oft
gehört" zum Glück nicht. Im Gegenteil, die Story ähnelt eher dem "Freischütz" -
was sich nicht nur auf Inhalt, sondern auch auf die Darstellung
bezieht.
Wiederum gelingt es den Jungs von Titania eine sehr
atmosphärische Kulisse zu zaubern, die einen problemlos ins Frankreich des 18.
Jahrhunderts entführt. Mit viel orchestraler Untermalung schafft man hier eine
sehr hörenswerte Untermalung, die der Geschichte viel Farbe
verleiht.
Auch die Sprecher sind - wie nicht anders zu erwarten -
großartig. Auch hier wird geklotzt und nicht gekleckert und so finden sich viele
große Namen. Aber nicht nur das: Von der Haupt- bis zur kleinsten Nebenrolle
werden hier nur erstklassige Leistungen abgeliefert. Insbesondere Thomas Nero
Wolff darf man als Thibaut nochmals besonders würdigen. Er gibt dieser Figur in
allen Facetten, vom arroganten Schnösel bis zum gebrochenen Mann, unglaublich
viel Leben, und so gelingt es ihm, diesen Charakter stets glaubwürdig zu
interpretieren.
Alles in Allem kann Titania Medien nunmehr auf zwanzig
Folgen Gruselkabinett ohne wirkliche Schwachstellen zurückblicken - eine schon
fast unheimliche Bilanz. Vor dieser Leistung kann man nur den Hut ziehen.
Diese Geste hat aber auch allein schon diese Produktion verdient. Denn wenn
es gelingt, ein Thema über 80 Minuten so ansprechend zu präsentieren, sollte
dies das Mindestmaß an Ehre sein, was den Machern zu Teil wird.
Eine
absolute Kaufempfehlung!
Meine Wertung:
+ + + + +
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