Die Bluse
  Autor: Hermann Harry Schmitz
  Produktion: WDR 2002
  Regie: Heike Tauch
  Länge: 49 Min.
 

Mitwirkende:

Erzähler: Graham F. Valentine
Neffe: Hendrik Röder
Verkäufer: Tobias Wangemann
Tante: Irm Hermann
Tante 2: Gertrud Maaß

Bild: WDR/Sibylle Anneck
Irm Hermann; Bild: WDR/Sibylle Anneck

Inhalt:

Sie wollte nur eine Bluse kaufen. Weiter nichts. Und sie wollte nur, dass ihr Neffe sie dabei begleitet. Und dennoch: Er hätte nein sagen sollen. Oder dass er etwas vor hätte ... Sie ist Tante Dorchen, fast allein in einem amerikanischen Riesenkaufhaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Bluse, die ausgesucht, anprobiert und gekauft werden soll, diese Bluse soll so besonders sein, dass Frau Bender in Berlin vor Neid die Platze kriegt. Dass der Kauf nicht Stunden, sondern Jahre in Anspruch nimmt, an dessen Ende ein Fräulein eine Hutnadel ins linke blaue Auge bekommt, ein Elektrotechniker Glühbirnen frisst, mindestens zweiundzwanzig Verkäuferinnen tot am Boden liegen, vier Ressortchefs pathologisch vor sich hin dämmern und der Neffe in die Blasen beisst, die sich durch das wilde Hin- und Herlaufen im Linoleum des Bodenbelags gebildet haben - all das klingt schön und vertraut: Warenhäuser und Aufzüge - nicht nur damals überforderten sie Verkäufer und Kunden. (Frau Bender hat die Bluse nie gesehen. Sie starb an einer Bauchfellentzündung.) "Die Bluse" - eine surrealistische Anleitung

Bemerkungen:

Männer wissen, wie langweilig es sein kann, eine Frau beim Einkaufen zu begleiten. Daraus ein Hörspiel zu machen erscheint auf den ersten Blick, ein wenig lohneswertes Unterfangen zu sein. Leider bestätigt sich dies auch nach dem Hören. Das Stück böte viele Gelegenheiten mit Witz um sich zu werfen, leider bleibt es bei müden Kalauern und so bleibt das Hörspiel das, was die Aktion auch im echten Leben nur für die Männer gilt - langweilig. Meiner Meinung nach ein weiteres Stück der Sammlung: Hörspiele, die die Welt nicht braucht.


Meine Wertung: - - -

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