Die falsche Fährte
  Autor: Henning Mankell
  Produktion: SFB-ORB / der hörverlag
  Regie: Lutz Volke
  Bearbeitung: Lutz Volke
  Länge: 218 Min.
  Cover

Mitwirkende:

Erzähler: Peter Matic
Wallander: Hermann Beyer
Martinsson: Joachim Schönfeld
Ann-Britt Höglund: Claudia Geisler
Nyberg: Rainer Heise
Frau Fredman: Ulrike Krumbiegel
Stefan: Jens Wawrczeck
Frau Carlman: Christine Schorn
Forsfält: Peter Groeger
Magnusson: Gerd Grasse
Sjösten: Otto Mellies
Elisabeth: Nina Hoss
Logard: Götz Schulte

Inhalt:

Vor den Augen von Kriminalkommissar Kurt Wallander vom Polizeipräsidium im südschwedischen Ystad übergießt sich ein dunkelhäutiges Mädchen mit Benzin und zündet sich an. Wallander kann nichts für sie tun, sie brennt wie eine Fackel. Gleich danach wird er mit seinem Team zu einem neuen Fall gerufen. Ein pensionierter Politiker, der ehemalige Justizminister Gustaf Wetterstedt wird ermordet und grausam verstümmelt aufgefunden. Als bald darauf ein weiterer mit ungeheurerer Grausamkeit ausgeführter Mord passiert, versucht Wallander, Zusammenhänge herzustellen. Aber zunächst ist er ratlos.
Kriminalkommissar Kurt Wallander glaubt einen Zusammenhang zwischen den beiden auf ähnliche Weise Ermordeten erkennen zu können: der ehemalige Justizminister wie auch der Kunsthändler Carlman könnten in illegale Transaktionen mit Kunstgegenständen verwickelt gewesen sein. Aber warum die grausamen Hinrichtungen? Die sollen noch eine Steigerung erfahren, als er zu einem dritten Opfer gerufen wird. Hat er es mit einem Wahnsinnigen zu tun?
Von der Familie des dritten Mordopfers, eines Kleinkriminellen, erfährt Kriminalkommissar Wallander nur, daß alle froh sind, das brutale Familienoberhaupt los zu sein. Aber nicht nur das kommt ihm merkwürdig vor. Der 14-jährige Sohn Stefan benimmt sich seltsam, vor allem in seinem Bemühen, nichts über seine nie anwesende ältere Schwester verlauten zu lassen. Und wieder passiert ein Mord. Ebenso grausam wie die vorigen. Die Ermittelnden haben das Gefühl, auf der falschen Fährte zu sein.
Plötzlich wird Kriminalkommissar Wallander zur schrecklichen Gewißheit, was er vielleicht nicht wahr haben wollte. Nun ist ihm klar, wer jener Mörder ist, der sich vor seinen Taten in einen Indianerkrieger verwandelt. Die Bilder verdichten sich, und in diese Bilder fügt sich auch der in seinem Polizeibezirk begangene Selbstmord eines Mädchens aus der Dominikanischen Republik ein. Wallander ist entsetzt über seine Erkenntnis und weiß, daß er jetzt diejenige Person schützen muß, die der Mörder rächen und beschützen wollte.

Bemerkungen:

Als Hörspielhörer war ich am Anfang dann doch überrascht - was soll das werden? Peter Matic erzählt und erzählt; es dauert eine Ewigkeit bis zum ersten Mal ein handelnder Charakter seinen Text sprechen darf. Doch auch da stellt sich schnell Ernüchterung ein. Die wenigsten Sprecher spielen Ihre Rolle - alles wirkt merkwürdig emotionslos und zum Teil extrem abgelesen. Gerade dies zieht diese Produktion deutlich nach unten.

Dass diese düsteren skandinavischen Krimis nach einer ruhigen Inszenierung schreien, ist sicherlich kein verkehrter Ansatz, hier ist jedoch ein bisschen zuviel des Guten!

Der Fall an sich hätte sicherlich deutlich mehr zu bieten. Denn Spannung hat er insbesondere im ersten Teil schon ordentlich - der Schluss leidet ein wenig darunter, dass Mankell mit dem Plot das Rad nun wirklich nicht neu erfunden hat und alles in ein recht stereotype Racheserie mündet.

Leider überwiegt insgesamt das Negative - eine sehr gewöhnungsbedürftige Inszenierung, die von zum Teil ungewohnt schlechten Sprecherleistungen noch gekrönt wird. Der Fall an sich kann das auch nicht rausreißen, er ist zwar spannend, scheitert aber ein wenig am Punkt der Originaltiät.

 

 

Meine Wertung:

 

Link zur Hörprobe
Zurück zur Übersicht kommerzieller Hörspiele

 

Zu den aktuellen Radio-Tipps

 

Zum Radio-Tipp-Archiv