Die Geisterseher
Ein unheimliches Hörspiel um die Brüder Grimm
nach dem gleichnamigen Roman von Kai Meyer
Skript, Regie und Sounddesign: Marco Göllner
Musik: Dennis Klingner, Christian Rheber (cantarlos) & Marco Göllner
Zaubermond Audio 2009
288 Min.

Wilhelm Grimm / Erzähler: Hasso Zorn
Wilhelm Grimm: Marius Clarén
Jakob Grimm: Markus Pfeiffer
Johann Wolfgang von Goethe: Matthias Habich
E. T. A. Hoffmann: Andreas Fröhlich
Baron Zbigniew: Gerlach Fiedler
Anna von Brockdorf: Celine Fontages
Gräfin Elisabeth von der Recke: Brigitte Grothum
Prinz von Württemberg: Sven Plate
Moszinsky: Hans-Werner Bussinger
Friedrich von Schiller: Henning Kober
Charlotte von Schiller: Anja Nestler
Deserteur: Lennardt Krüger
Dorothea: Elga Schütz
Direktor Eatarina: Gordon Piedesack
Spindel: Thomas Schmuckert
Natascha: Mia Dieckow
Moebius: Konrad Halver
Friedhofswärter: Andreas Mannkopff
Wächter von Vogelöd: Jochen Schröder
Seschat: Gabriele Leidloff
sowie Marco Göllner, Stefan Krause, Tim Kreuer, Peggy Lukac, Leonhard Mahlich, Eva Michaelis und Philipp Moog
Unruhige
Zeiten im ehrwürdigen Weimar von 1805. Erst bricht ein
Schauspieler tot zusammen, als Goethe seinen Faust aufführt,
dann liegt Schiller sterbenskrank darnieder. Und mitten in der Szenerie
die Brüder Grimm, die den beiden Dichterfürsten ihre
Aufwartung machen wollen und stattdessen in ein finsteres Komplott um
ein geheimnisvolles Manuskript geraten ...
|
Bemerkungen:
Kai Meyer mixt in dieser Geschichte deutlich mehr zusammen, als man
nach der Inhaltsangabe vermuten würde. Viele Figuren, reale wie
fiktive, kämpfen sich durch eine phantasievolle Geschichte, die mit
Elementen aus historischem Roman, Krimi, Mystery und Fantasy gespickt
ist. Dabei bringt man thematisch sehr viele unterschiedliche Aspekte ein, die die Geschichte fast schon zu bunt machen.
Das Hörspiel bringt viel Spannung, allerdings mangelt es ein wenig
an deren Durchgängigkeit. Die Schilderungen sind zwar durchaus
immer interessant, es fehlt hier aber ein beständiges Schwelen des
großen Plots im Hintergrund; den gibt es zwar, er geht aber
etwas in der Geschichte unter.
Bei der Umsetzung überzeugen insbesondere die Sprecher. Mit Hasso
Zorn hat man eine gute Wahl für den Erzähler getroffen. Auch
Marius Clarén und Markus Pfeifer machen in den Hauptrollen eine
gute Figur. In den zahlreichen Nebenrollen haben insbesondere
Matthias Habich, Andreas Fröhlich und Gerlach Fiedler einen
prägenden Eindruck hinterlassen, insgesamt kann man aber weder an
Auswahl, Besetzung und der Leistung des gesamten Ensembles Mängel
feststellen.
Etwas hinter den Erwartungen zurück bleibt die technische
Umsetzung. Zaubermond-Audio hat hier insbesondere mit den bisherigen
Produktionen die Latte schon auf ein besonderes Niveau gehoben. Diese
Klasse erreicht man mit "Die Geisterseher" nicht ganz. Es reicht zwar
insgesamt für eine gute Produktion, das letzte Quentchen, um das
Hörspiel mit soviel Atmosphäre auszustatten, dass es sich dem
Hörer regelrecht aufdrängt, fehlt jedoch. Es gelingt
allerdings, eine klassische Kulisse zu erstellen, die der Handlungszeit
gerecht wird; auch die Einbindung von Geräuschen funktioniert
wirklich gut.
"Die Geisterseher" ist ein gutes Hörspiel - ohne Frage! Allerdings
kann man die hohen Erwartungen, die man aufgrund der bisherigen
Hörspielen, sowohl in Bezug auf den Autor Kai Meyer, als auch auf
Zaubermond Audio, nicht ganz erfüllen.
|
|
|