Die Wellenläufer
von Kai Meyer
Hörspieladaption: Stefan Maetz
Regie & Musik: Christian Hagitte und Simon Bertling
Lübbe Audio 2009
426 Min.

Mit:
Erzähler: Friedhelm Ptok
Jolly: Anne Helm
Munk: David Turba
Geisterhändler: Michael Mendl
Griffin: Simon Jäger
Soledad: Yara Blümel-Meyers
Walker: Samuel Weiss
Buenaventure: Ingo Albrecht
Holzwurm: Stefan Kaminski
Tyrone: Udo Schenk
Bannon: Klaus-Dieter Klebsch
Kenndrick: Tobias Kluckert
D'Artois: Thomas B. Hoffmann
Ebenezer: Friedrich G. Beckhaus
Santiago: Jürgen Kluckert
Christobal: Tobias Schmuckert
Wasserweberinnen: Karin David, Lusie Lunow und Astrid Bless
Kangusta: Astrid Bless
Aina: Marie-Luise Schramm
sowie Jürgen Thormann, Florian Müller, Holger Grosser, Kevin
Tran Quong, Gerald Schaale, Lutz Riedel, Heinz Kloss, Jürgen
Wolters und Carsten Wilhelm
Chor: Bonisani Gospel-Chor
Duduk: Tim Weiland
Flöten, Dudelsack: Denedikt Nicolai
Solo Violine: Matthias Hummel
Solo Violoncello: Ariane Spiegel
Akkordeon: Simon Bertling
Panflöte: Frank Puscher
Trompete: Jan Melzer
Horn: Lars Mechelke
& Filmorchester Babelsberg und der Leitung von Christian Hagitte
Teil 1 - Die Wellenläufer
Teil 2 - Die Muschelmagier
Teil 3 - Die Wasserweber
Die Karibik am Anfang des 18. Jahrhunderts: Ein magisches Beben
erschüttert die Küsten der Karibik. Und in finsteren
Piratenhäfen werden Kinder geboren, die über Wasser gehen
können. Jahre später glaubt Jolly, dass außer ihr keine
anderen Wellenläufer mehr am Leben sind. Bis sie Munk begegnet.
Auch er versinkt nicht im Wasser – und kann aus Muscheln einen
uralten Zauber beschwören. Ein rätselhafter Fremder, der
Geisterhändler, schickt die beiden auf eine fantastische Reise.
Gejagt von Klabautern, Ungeheuern und allen Seeräubern der
karibischen See stellen sie sich einer tückischen Gefahr: dem
Mahlstrom, einem dunklen Strudel, der die Barriere zwischen den Welten
niederreißt.
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Bemerkungen:
Im Bereich Fantasy geht es ja leider oft nicht wirklich phantasievoll
zu. Die "Wellenläufer"-Trilogie ist da zumindest eine deutliche
Ausnahme. Kai Meyer erzählt hier eine Geschichte, die schon bevor
"Fluch der Karibik" über die Leinwand flimmterte, das Piraten- und
Fantasygenre unterhaltsam mischt. Es beginnt in der realen Kulisse der
Karibik, die sich durch immer neue fantastische Facetten und Details in
einen sehr interessanten, eigenständigen Hintergrund verwandelt.
Es gelingt Kai Meyer sehr gut, die Geschichte immer mehr wachsen zu
lassen. Neue Figuren tauchen auf, immer neue Wendungen und
Handlungslinien erscheinen, die Komplexität dieses besonderen
Kosmos' nimmt immer mehr zu. Trotz allem entstehen nirgendwo logische
Löcher, die Geschichte bleibt in sich nachvollziehbar, der recht
groß gewordene Kreis schließt sich am Ende dieses Epos' zur
absoluten Zufriedenheit des Hörers.
Man darf hier nicht nur Kai Meyer zu dieser wundervollen Geschichte
gratulieren, sondern auch Stefan Maetz beglückwünschen, dem
es erneut gelungen ist, die Vorlagen Meyers in ein sehr gutes
Hörspielskript umzusetzen.
Die Aufgabe, dieses Skript mit Leben zu füllen, hat man in die
bewährten Hände von Stil gelegt, die ja schon für einige
Hörspielfassungen von Büchern Kai Meyers (Die Alchimistin, Die Vatikanverschwörung)
verantwortlich zeichneten. Simon Bertling und Christian Hagitte haben
mit diesen, aber auch mit anderen Produktionen bewiesen, dass sie in
der Lage sind, Geschichten unabhängig vom Genre in perfekte
Hörspiele umzusetzen. Auch bei den Wellenläufern zeigen sich
die beiden wieder in Bestform. Durch den gekonnten Einsatz von Musik
und Geräuschen, schaffen sie hier nicht nur eine perfekte
Hintergrundkulissem, sondern sie transportieren die Atmosphäre der
Geschichte erstklassig. Es gelingt, Emotionen der Handlung zu
unterstreichen und das Tempo der Geschichte zu lenken.
Exzellent ist auch die Wahl der Sprecher. Friedhelm Ptok führt als
Erzähler die Riege an. Er bleibt dabei angenehm auf Distanz; er
hilft dem Hörer, die Handlung nachzuvollziehen, drängt sich
dabei aber nicht in den Vordergrund. Die Hauptrolle der "Jolly" wurde
mit Anne Helm besetzt, die man eher aufgrund ihrer Synchronarbeiten
kennt, auch wenn sie bereits in Hörspielen von DLR und rbb zu
hören war. Sie agiert hier sehr glaubhaft und es gelingt ihr gut,
die Figur mit Leben zu füllen.
Auch das restliche Ensemlbe überzeugt; hier hat man aber auch bei
der Besetzung nichts dem Zufall überlassen. Bekannte und
bewährte Stimmen tummeln sich hier. Von der "Alchimistin"
Yara Blümel-Meyers bis zu Udo Schenk, von Simon Jäger bis
Michael Mendl sind die Figuren sehr passend ausgekleidet. Ausfälle
oder auch nur Schwachheiten sind hier nicht zu finden.
Satte sieben Stunden perfekt inszeniertes Hörkino - Wer auf gut
erzählte, phantasievolle Geschichten steht, der sollte an dieser
Produktion nicht vorbeigehen. |
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