| Drachensaat |
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Autor: |
Jan Weiler |
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Produktion: |
der hörverlag 2008 |
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Regie: |
Leonhard Koppelmann |
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Bearbeitung: |
Leonhard Koppelmann |
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Musik: |
Peter Harrsch, Headroom Sound Production, Köln |
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Länge: |
239 Min. |
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Mitwirkende: |
Bernhard Schade: Jan Weiler
Rita Bauernfeind: Annette Frier
Dr. Heiner
Zens: Matthias Haase
Ünal Yilmaz: Baki Davrak
Arnold März: Andreas
Grothgar
Dr. Martin Barghausen: Hartmut Stanke
sowie: Sandra
Limoncini, Bodo Primus, Martin Bross, Helmut Everke, Juan-Carlos Lopes, Tanja
Schleiff, Edda Fischer und Alexander Fest |
Inhalt: |
Benno Tiggelkamp hat Mist gebaut. Diesmal so richtig. Und ist erwischt worden.
Deshalb sitzt er jetzt beim Heiner und soll reden. Benno weiß auch nicht, wozu
das gut ist. Aber er wird ja nicht gefragt. Der Psychotherapeut Dr. Heiner Zins
glaubt fest an seine Entdeckung einer Zivilisationskrankheit. Deshalb lässt er
zu Forschungszwecken sechs schwere Fälle in seine Klinik verlegen. Die Sitzungen
des Arztes erzeugen bei den Patienten nicht nur ein bisher ungekanntes
Selbstbewusstsein, sondern bald auch den Wunsch nach Ruhm und Anerkennung.
Schnell verliert der ehrgeizige Arzt die Kontrolle und kann nicht verhindern,
dass die Gruppe ausbricht |
Bemerkungen: |
"Drachensaat" beschreibt das Werden, Wirken und das
Ende einer gleichnamigen Terrrorgruppe, die aus Personen besteht, die
allesamt an der aktuellen Gesellschaft zerbrochen sind. Jan Weiler
schildert diese Geschichte sehr eindrucksvoll, mit viel Liebe zum
Detail, dem bekannten Witz und parodiert zudem sehr trefflich die
aktuelle Medienlandschaft.
Interessant ist dabei der Aufbau. Während das Werdem der Gruppe
aus Sicht von Bernhard Schade erzählt wird, übernimmt bei der
Entführung des Managers Barghausen dieser weitestgehend die
Schilderungen. Das Ende der Gruppe wird dann wiederum meist aus der
Sicht diverser Medien geschildert.
Das schafft zusätzliche Abwechslung, obwohl die Geschichte, trotz
der recht langen Spielzeit, dieser kaum bedurft hätte.
Leonard Koppelmann zeichnet sich hier verantwortlich für
Bearbeitung und Regie. Ihm ist es gelungen, die Geschichte sehr
hörbar zu gestalten. Ohne übertriebene Kunstgriffe
erzählt er die Geschichte sehr anschaulich und nachvollziehbar.
Bei den Sprechern gibt es wieder viele Stimmen, die man aus anderen
Hörspielen nach Werken des Autors kennt. Natürlich spricht
Jan Weiler erneut die Hauptrolle. Er hat ja bereits mehrfach bewiesen,
dass er auch in dieser Funktion überzeugen kann und tut dies auch
hier. Auch die restlichen Sprecher sind auf einem guten Niveau.
Erwähnenswert ist hier insbesondere Hartmut Stanke, der mir
als Dr. Martin Barghausen sehr gut gefallen hat.
Die Soundkulisse ist schlicht, aber mehr als genügend, die
Geschichte glaubhaft darzustellen. Im letzten Teil zeigt man
allerdings, dass man, wenn es nötig ist, auch noch ein Schippchen
dazulegen kann. Der Querschnitt durch die einzelnen Medien ist sehr
gelungen und wirkt - nicht nur inhaltlich - sehr echt.
"Drachensaat" ist ein thematisch etwas anderer Weiler, der aber den
üblichen Esprit seiner Werke nicht missen lässt. Gerade der
sehr gelungene letzte Teil sorgt dafür, dass die Produktion
insgesamt noch in die höchste Wertungsstufe rutscht. Eine sehr
gute Leistung in allen Belangen. |
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