| Dracula nach Bram Stoker Übersetzung: Karl Bruno Leder Bearbeitung und Regie: Sven Stricker Musik: Jan-Peter Pflug der hörverlag 2006 156 Min. ![]() Dracula: Felix von Manteuffel Jonathan Harker: Konstantin Graudus Dr. Seward: Andreas Fröhlich Van Helsing: Gerd Baltus Mina Murray: Céline Fontanges Renfield: Jörg Pleva Arthur Holmwood: Michael Lott Lucy Westeura: Anna Carlsson Jennifer Böttcher, Joey Cordevin, Mareike Fell, Wolf Frass, Frank Gustavus, Jan-Peter Pflug, Renate Pichler, Kay Poppe, Sven Stricker |
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| Für alle, die das Original nicht kennen: Ja, er kann sich auch bei
Tageslicht bewegen und zerfällt nicht zu Staub. Ja, er kann sich in
niederes Getier verwandeln. Ja, er kann als Nebel durch Türritzen
kriechen. Dracula im Ohr ist um vieles bedrohlicher als auf der
Leinwand. Jonathan Harker, seine Verlobte Mina und der Irrenarzt Dr. Seward selbst erzählen in diesem Hörspiel vom Einfall des Vampirfürsten aus den Karpaten in London. In leisen, intensiv gespielten Szenen, mit schnellen Schnitten und mit hollywoodreifer Musik spielt sich die Jagd auf Dracula im Kopf des Hörers ab. Mit "Dracula" wendet sich Sven Stricker einem Stoff zu, der sooft wie kein anderer, Gegenstand verschiedenster medialer Umsetzungen war. Er erzählt die Geschichte Stokers in einer gestrafften, aber formal und inhaltlich dicht an der Vorlage orientierten Fassung. Der Fokus liegt dabei auf der Sicht des Protagonisten Harker, beziehungsweise dessen Umfeld und weniger auf der Titelfigur selbst. So entfallen einige Teile, wie zum Beispiel die Überfahrt des Grafen mit der Demeter, die hier nur als Zeitungsmeldung erwähnt wird. Die "Brief"-Struktur der Vorlage wird hier in einzelne Monologe der Akteure gepackt, in die aber Dialogszenen eingearbeitet sind. So erlebt man quasi ein Hörspiel, das mit wechselnden Erzählern besetzt ist. Das Ensemble ist hochkarätig besetzt. Felix von Manteuffel legt die Figur des Dracula recht klassisch in bekannten Klischees an. Origineller ist da beispielsweise Gerd Baltus, der als Van Helsing, doch weniger souverän wirkt, als man diese Figur sonst erleben kann. Das ist eine interessante Facette und wirkt ob der Unsicherheiten im richtigen Umgang mit dem Vampir stimmig. Auch die restlichen Rollen sind erstklassig besetzt, die Sprecher sorgen für eine glaubwürdige Darstellung der Figuren. Die Geschichte lebt auch von einer sehr guten Untermalung Jan-Peter Pflugs, der hier eine tolle musikalische Kulissen zaubert, die gut die jeweilige Dramatik der Szenen gut unterstützt. Eine tolle gruselige Atmosphäre, in der sich die Geschichte sehr angemessen dargestellt wird. Eine hörenswerte Umsetzung des bekannten Stoffes, dicht an der Vorlage, aber mit eigener Handschrift. Meine Wertung: + + + + |
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