Karen Schulz-Vobach, Tobias Diakow, Dirk Meyer,
René Wagner u. a.
Inhalt:
Ein Mann ohne Gedächtnis, eine
künstliche
Intelligenz und ein Gebäudekomplex voller tödlicher
Experimente, das ist der Stoff aus dem Alpträume gemacht sind!
Willkommen im Erfahrungs- und Bildungspark, der X-Xes Cooperation! Es
gibt nur eine Aufgabe: Überleben! Inspiriert von
Echtzeit-Kinoblockbustern wie Cloverfield oder Blair Witch Project,
sowie von Computer-Spielen wie Portal oder System Shock, setzt
Experiment Zero eigene Akzente: Neben filmreifer Musik und aufwendiger
Soundkulisse sorgt besonders die Echtzeitinszenierung für
dichte
Atmosphäre und lässt den Hörer tief in die
Handlung
eintauchen.
Bemerkungen:
Die
ehemaligen "Mindcrusher" Falk T. Puschmann und Dennis Schuster haben
sich zusammengetan und das Label "Innovative Fiction" gegründet.
Mit "Experiment Zero" debütieren sie auch bei pop.de, die damit
die Liste der kleineren Label, die sie unter ihre Fittiche nehmen, um
einen weiteren Eintrag erhöhen.
Erzählt wird eine Geschichte, die dem Labelnamen
durchaus gerecht wird. Auch wenn einzelne Elemente dem Hörer doch
schon hier und da mal begegnet sind und insofern das Rad sicherlich
nicht neu erfunden wird, sorgt die Geschichte, insbesondere weil ihre
Motive lange im Hintergrund bleiben, für anhaltende Spannung.
Diese wird mit stets neuen ausweglosen Situationen, in die man den
Protagonisten schickt, nochmals deutlich gefüttert.
Auch wenn sich die Herausforderungen wiederholen, in der Art, dass
man sich hier wie in einem Computerspiel von Level zu Level hangelt,
gelingt es doch immer wieder, diese Sequenzen originell aufzubrechen.
Dazu dienen natürlich die diversen Schwierigkeiten die sich dem
Probanden 77 in den Weg stellen, aber auch vor allem die allseits
gegenwärtige "Aurora", die auch immer mit unterschiedlichen
Psychospielchen für Abwechslung sorgt.
Sehr gelungen ist auch das stimmige Paket, mit dem man diese Produktion
begleitet. Die Mühe, die man sich mit Trailern und insbesondere
den Podcastfolgen, die man im Vorfeld lancierte und die schon ein
wenig hinter die Motive blicken lassen, gemacht hat, sind aller Ehren
wert. Auch die schöne Idee, den Abspann in die Geschichte
einzubinden, ist sehr gelungen.
Als kleine Unschönheit empfand ich nur einige der coolen
Sprüche, die zwar an sich recht witzig sind, aber den
Spannungsbogen der Handlung jedoch ein wenig torpedieren, da sie dem
extremen Bedrohungsszenario etwas zuwiderlaufen.
Die Inszenierung ist sehr gelungen. Die Geschichte wird mit Musik und
Sounds sehr dicht und stimmig bepackt. Diese Hintergründe
unterstützen die Handlung großartig, sorgen für eine
stets präsente und der Handlung angepasste Atmosphäre.
Getragen wird die Geschichte in der Hauptsache von Karin
Schulze-Vobach, die als fieses, aber doch auch glaubhaft steril
agierendes Softwareprogramm Aurora überzeugt, und Torsten Diakow,
der als Dave Thompson eine gute Leistung abliefert, die
allerdings mit den oben genannten genannten Schwierigkeiten bei den
Sprüchen und den damit verbundenen Lücken in der
Glaubwürdigkeit versehen ist.
Insgesamt ist "Experiment Zero" aber ein sehr, sehr ordentlicher
Einstand. Eine richtig gute und spannende Geschichte, die zu keiner
Zeit Langeweile aufkommen lässt. Davon darf es gerne mehr geben!