| Fünf tote alte Damen |
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Autor: |
Hans Gruhl |
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Produktion: |
SFB / WDR 1965 |
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Regie: |
Curt Goetz-Pflug |
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Bearbeitung: |
Hans Georg Berthold |
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Musik: |
Hans Martin Majewski |
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Länge: |
239 Minuten |
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Mitwirkende: |
Dr. Klein: Martin Hirthe
Agnes Lansome: Erika von Thellmann
Carla Höflich:
Anna Marie Böhme
Dorothea Lindemann: Dorothea Thiess
Mechthild Groß: Edith
Wöber
Dr. Krompecher: Wolfgang Kühne
Dr. Koch: Paul Wagner
Professor
Wiebach: Otto Braml
Dr. Leopold: Manfred Grote
Sekretärin: Maria
Axt
Kommissar Nogees: Arnold Marquis
Telefonistin: Sigried Pein
Alte
Frau: Grete Grevelhorst
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Inhalt: |
Schlimm für einen Arzt, wenn die Todesfälle unter seinen Patienten sozusagen
epidemischen Charakter annehmen. Wen nimmt es da wunder, wenn er beginnt, sich
Gedanken zu machen, die weit über sein ärztliches Fachgebiet hinausreichen. Es
erscheint konsequent, daß diese Gedanken ihn schließlich zu - sagen wir -
verblüffenden Ergebnissen führen. Soeben hat Dr. Michael Klein die Praxis des
verstorbenen Dr. Harding übernommen und sucht noch händeringend nach einer
Sprechstundenhilfe. Zum Glück kam an diesem Tag noch das Mädchen Mechthild in
die Praxis, unpünktlich und vorlaut, aber eine Augenweide und mit Begeisterung
für den Beruf.
Dr Klein beschließt, daß die junge Dame einen Versuch wert
ist. Für alle Versuche zu spät ist es dagegen bei Jenny Herwig. Ihre besorgte
Zwillingsschwester Agnes Lansome hatte den Arzt herbeigerufen, doch Jennys altes
Herz schlägt nicht mehr. Kleins Vorgänger Dr. Harding hatte bei Jenny Herwig
Herzmuskelschwäche und Arrhythmie diagnostiziert. Das Ableben der fast
80jährigen kam also nicht überraschend. Warum aber läßt sich wenig später der
Rechtsanwalt Krompecher von Dr. Klein bestätigen, daß keinerlei Zweifel an einer
natürlichen Todesursache bestehen? Einen gezielten Verdacht hat er nicht, es
gehöre zu seinen Pflichten als Nachlaßverwalter der Verblichenen, Erkundigungen
einzuziehen. Klein gerät ins Grübeln. Nicht einmal am Sonntagmorgen ist dem
Doktor seine Ruhe gegönnt. Die neue Sprechstundenhilfe Mechthild klingelt ihn
durch einen Anruf aus dem Schlaf. Sie hat versucht, ihre Tante zu wecken -
vergeblich.
Dr. Klein muß Mechthilds Befürchtung bestätigen: Großtante Bertha
ist tot. Auf dem Nachttisch entdeckt der Arzt ein Foto, das er kurz zuvor schon
einmal gesehen hat - im Schlafzimmer seiner ersten toten alten Dame. Das Bild,
aufgenommen um die Jahrhundertwende, zeigt fünf Schulfreundinnen, wie Mechthild
weiß. Eine davon ist ihre Tante, eine andere Jenny Herwig, beide nur binnen
kurzer Zeit gestorben. Auf der Rückseite des Fotos hat Bertha von Scherf einen
weiteren Namen mit einem Kreuz versehen: Alma Wiebach. Almas Hausarzt
versichert, daß sie an einer banalen Lungenentzündung starb. Und wieder war vor
Klein schon der Anwalt Krompecher da. Dr. Klein stattet der Anwaltskanzlei einen
Besuch ab. Im Wartezimmer blättert er in einer Illustrierten und schrickt
auf...
Nicht nur Dr. Klein, auch der Rechtsanwalt Dr. Krompecher interessiert
sich für die Todesumstände von nunmehr drei alten Damen. Zwar verweigert der
Anwalt jegliche Erklärung, doch soviel ist Dr. Klein inzwischen klar: Es geht um
Geld. Wenig später hat der Arzt eine neue Patientin: Dorothea Lindemann, die
vierte Schulfreundin auf dem Klassenfoto. Dorothea ist kerngesund, doch nach
zehn Tagen konsultiert sie Dr. Klein erneut. Halsschmerzen und Fieber allein
sind noch nicht besorgniserregend, aber Klein kündigt vorsichtshalber für den
nächsten Tag, Dorotheas Geburtstag, einen Hausbesuch bei ihr an. Leider kommen
Klein und Mechthild auch hier zu spät: Die Jubilarin liegt tot im Bett,
erstochen mit der eigenen Hutnadel.
Dr. Klein und sein alter Schulfreund
Kommissar Nogees spekulieren über das Motiv: Wer ist der Nutznießer, wenn vier
von fünf alten Damen sterben? Ein verschollener Neffe? Das nette Mädchen
Mechthild gar? Nogees bleibt nur, in der Vergangenheit zu kramen und vor allem
auf die letzte noch lebende Dame zu achten. Agnes Lansome plant, nach England zu
reisen, und da soll ihr nicht am letzten Abend noch etwas zustoßen. Nogees' und
Kleins Sorge ist berechtigt, denn die Exhumierung und Obduktion der übrigen vier
Schulfreundinnen hat ergeben, daß mindestens eine von ihnen ermordet wurde. Also
machen es sich Nogees und Klein in Frau Lansomes Salon gemütlich - und warten
auf den Mörder... |
Bemerkungen: |
Wieder mal ein richtig guter Klassiker! Hans Gruhls Krimis sind in ihrer
Radioumsetzung schon seit langem mehr als Geheimtipps. Die Geschichten, die
stets im Milieu des Arztwesens zu Hause sind, warten nicht nur mit einer
exzellenten Krimigeschichte, sondern auch mit viel Humor, exzellenten Dialogen
und sehr, sehr guten Sprechern.
Hier steht wie immer in der Hauptrolle Martin
Hirthe voran, dem man den jungen, leicht arroganten Arzt stets abkauft - egal
hinter welchem Rollennamen er steckt. Außerdem gibt ebenfalls wieder den
Kommissar Nogiees, gesprochen von Arnold Marquis, der in allen Gruhl-Hörspielen
den Gesetzesvertreter gibt.
Dieses Duo ist bewährt und macht auch hier einen
sehr guten Job.
Vom der reinen Geschichte her, gibt es hier ein
einfaches "Zehn-kleine-Negerlein"-Spiel, was wie immer einen sehr
eingeschränkten Verdächtigenkreis bedingt. Aber so einfach macht es einem Hans
Gruhl nicht, bis zum Schluss rechnet man auch hier mit einer überraschenden
Wende.
Kennern erzähle ich hier nichts Neues, wer aber noch keinen Krimi
von Hans Gruhl kennt, sollte sich diesen hier mal anhören!
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