Gefährten der Magie
nach Alfred Bekker

Hörspielfassung: Hans-Jürgen van der Gieth
Regie, Technik und Schnitt: Patrick van der Gieth
Titelsong: Tobias Janssen, Andre Hasselmann, Patrick van der Gieth
Musik: Patrick van der Gieth

Inside Audio für Hörverlag Kempen 2011
70 Min.




Mit Agata Frycz, Kirstin Hesse, Dirk Petrick, Stefan Naas, Ulli Potofski


"Warte nur! Ich werde eher als du in der Verborgenen Stadt sein ... Und du wirst dort nie ankommen!" Thobin ist ein junger Dieb in den Straßen von Aratania. Unvorsichtig und wage-mutig gerät er von einer schwierigen Situation in die andere. Als er von einem Magier aufgefordert wird, ein seltenes Buch zu stehlen, ahnt er noch nicht, wie viel Ärger er sich diesmal eingehandelt hat. Gemeinsam mit dem zynischen Abenteurer Faragan und der faszinierenden Elbin Emwén begibt sich Thobin auf die Suche nach einer alten Ruine ... und dem finsteren Geheimnis, das sie verbergen soll. Ein Abenteuer aus dem Zwischenland - zur Regierungszeit des Elbenkönigs Daron!


Bemerkungen:

Es kommt schon recht selten vor, dass mich ein Hörspiel so mitnimmt, dass ich sprachlos bin und meinen Ohren nicht traue, was ich da zu hören bekomme. "Gefährten der Magie" ist eben eine solche Produktion. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und fragte mich, ob es mehr mutig oder mehr naiv ist, sich mit diesem Werk auf den Markt zu trauen.

Fangen wir mit dem Inhalt an. Alfred Bekker erzählt eine sehr typische, mit Klischees überladene Fantasygeschichte. Hier gilt auch wieder meine leider immer gerne gedroschene Phrase: Mit Phantasie hat diese Fantasy nur wenig zu tun. Wenn die Geschichte mal vom Üblichen abweicht und neue Ideen bringt, dann sind diese meist - um es mal vorsichtig auszudrücken - wenig überzeugend. Beispielsweise gibt es hier eine Figur namens "Shrrr". Sie ist eine Mischung zwischen Troll und Ork und damit ein.... "Trork". Auf dieses Niveau sollte man sich also einstellen...

Shrrr nimmt auch gerne an den Dialogen teil und äußert sich durch Grunzgeräusche. Das wäre vielleicht noch ganz witzig, aber Timing und Pegel, wie diese in die Szenen eingemischt sind, stimmen selten. Überhaupt hapert es hier deutlich am Zusammenspiel der einzelnen Charaktere. Kaum eine Szene wirkt hier flüssig, Dialogeteile passen nur in ausnahmsweise zueinander, selbst die Figuren sind kaum in sich stimmig. Die Regie kann hier bestenfalls nominell besetzt gewesen sein, eine tatsächliche Wahrnehmung der Aufgabe ist hier zumindest nicht erkennbar.

Die Umsetzung macht es sich obendrein auch noch recht einfach. In den Dialogenszenen werden tatsächlich nur statische Gespräche dargestellt. Diese finden dann aber auch nicht in den jeweiligen Kulissen statt, sondern klingen einfach nach "Studio". Sofern die Handlung etwas actionlastiger wird, übernimmt der Erzähler. Damit spart man sich einigen Aufwand in Vergeräuschung und Untermalung, verzichtet aber damit auch auf Atmosphäre und Kulisse. Ein paar rhythmische Unterlegungen, ein paar Keyboardsounds und eine handvoll plakativer Geräusche - Ein Hörspiel in diesem Genre, das dem Hörer ja eine eine neue Welt zeigen soll, muss hier schon deutlich mehr bieten.

Zu dieser sehr bescheidenen Inszenierung passt es eigentlich gar nicht, dass man mit einem eigens komponierten Titelsong aufwartet. Man hat hier einen zum Inhalt passenden Text vertont, was grundsätzlich ja nicht schlecht ist. Man übertreibt es aber ein wenig, so dass sich das Ganze etwa so anhört wie ein Protestsong einer alternativ-progressiven Deutschrockband aus den 70er  Jahren.


Sicherlich, es gibt kaum perfekte Hörspiele und nicht jeder Produzent hat die gleichen technischen und finanziellen Möglichkeiten, aber wenn man sich schon auf den Markt wagt und den Hörer überzeugen möchte, Geld auszugeben, sollte man sich ungefähr am derzeitigen Produktionsstandard orientieren. Zumindest sollte man frühzeitig erkennen, wenn das, was man hier erstellt hat, nicht annähernd so klingt, wie der aktuelle Durchschnitt. Anschließend sollte man dann auch entsprechend nachbessern. Mit einem Hörspiel, das in keinem Bereich ausreichend Qualität bietet, tut man weder sich selbst, noch dem Hörer, noch dem Genre insgesamt keinen Gefallen.

Meine Wertung: - - -
 




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