| Glück im 21. Jahrhundert |
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Autor: |
Kai Hensel |
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Produktion: |
RB 2007 |
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Regie: |
Hans Helge Ott |
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Länge: |
55 Min. |
Mitwirkende: |
Katja Hensel, Peter Jordan, Matthias Ponnier u. a. |
Inhalt: |
Ein Blick auf einen besonders sonnigen Flecken: Johann, gehobener Finanzmensch,
Anne, immer noch attraktives Fußmodel, Jasmin, hochbegabtes Wunderkind mit Hang
zu Bach, das Wohnhaus ein Mittelstandstraum mit Wintergarten und Swimmingpool -
ein Leben mit eingeschaltetem Turbo, Menschen auf dem Weg zum Glück, der
Ausblick ist ein noch höherer Standard!
Aus dem "Schatten des Paradieses"
steigt die Musterfamilie auf in ein rundum gesichertes Villenviertel. Doch
hinter bewachten Schutzmauern können die Neurosen ungestört wuchern, lauert die
Sinnkrise. Optimistische Sorglosigkeit und Stolz auf das Erreichte weichen einer
diffusen Paranoia angesichts der zahllosen Neider. Glückliche Menschen wollen
keine Opfer sein!
Oder war dieses untergründige Beben schon immer da,
angelegt bereits in der ersten Begegnung des jungen Paares? Beim ersten
Mittagessen im finnischen Restaurant tauschen sie Telefonnummern und
Mailadressen, bald darauf wird ein Kind gezeugt, Deutschland pflanzt sich wieder
fort! Aber Jahre später, erkennen sie sich da noch an ihren Augenfarben?
Mit
seinem Hörspiel "Glück im 21. Jahrhundert" bietet Kai Hensel eine
abwechslungsreiche Folge aus Alltagsszenen, Familienroman-Prosa und
Boulevard-Schlagzeilen, zugleich eine kühle Versuchsanordnung mit
bissig-ironischem Ausblick: Wenn nicht der Eisbecher, sondern "wir allein vor
dem Eisbecher" das Glück auf Erden ist, was bedeutet dann überhaupt noch dieses
vereinnahmende "wir", das immer wieder beschworen wird? |
Bemerkungen: |
Kai Hensel ist einer der erfolgreichsten Dramatiker in Deutschland. Leider spüre
ich zumindest in diesem Stück davon etwas zu wenig. Denn das Ganze plätschert zu
sehr vor sich hin. Es ist in keiner Richtung extrem, dass es den Hörer packen
könnte. Die hier dargebotene Gesellschaftskritik bzw. -problemdarstellung ist
nicht originell genug um hier dauerhaft das Interesse des Hörers oben zu halten.
Bereits nach kurzer Zeit muss man schon ordentlich viel Hörwillen aufbringen um
durchzuhalten.
Nur wen das Thema wirklich interessiert, der sollte hier
einschalten. Aber diesen Inhalt bekommt man anderswo auch ansprechender
serviert.
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