| Gruselkabinett
(40 & 41) Jane Austen – Northanger Abbey
(Teil 1 und 2) Hörspiel von Marc Gruppe Produktion und Regie: Stephan Bosenius und Marc Gruppe Titania Medien 2010 121 Minuten ![]() Erzähler: Hasso Zorn Mr. Morland: Otto Mellies Mrs. Morland: Regina Lemnitz Catherine Morland: Marie-Luise Schramm James Morland: Timmo Niesner Sally Morland: Luisa Wietzorek Mr. Allen: Wilfried Herbst Mrs. Allen: Ursula Sieg General Tilney: Norbert Langer Henry Tilney: Robin Kahnmeyer Eleanor Tilney: Cathlen Gawlich Frederick Tilney: Marcel Collé Mrs. Thorpe: Monica Bielenstein Isabella Thorpe: Tanya Kahana John Thorpe: Marius Clarén Diener: Roland Hemmo Die siebzehnjährige Pfarrerstochter Catherine Morland ist eine leidenschaftliche Leserin von Schauer-Romanen. Im vornehmen Badeort Bath macht sie die Bekanntschaft des faszinierenden jungen Gentlemans Henry Tilney und seiner liebreizenden Schwester Eleanor. Als der Vater der beiden Catherine einlädt, ein paar Wochen mit der Familie auf Northanger Abbey, einer früheren Abtei, zu verbringen, nimmt sie begeistert an. Das düstere Gebäude erregt ihre Phantasie. Catherine ist sich schon bald nach ihrer Ankunft sicher, dass das riesige, alte Anwesen ein dunkles Geheimnis hütet... |
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| Bemerkungen: Immer wieder gibt es ja Episoden im Gruselkabinett, deren Einbindung in die Reihe doch leicht befremdet, da die Vorlagen, an denen sich Titania ja immer sehr dicht anlehnt, nicht unbedingt dem Genre hinzuzurechnen sind. Meist kann man jedoch zumindest einen leichten Hang zum Schaurigen aber noch erkennen. Mit "Nothanger Abbey" vertont man nun einen Stoff von Jane Austen, der allerdings zu keinem Zeitpunkt dem Genre gerecht wird. Hier wird eine romantische Liebesgeschichte, gespickt mit dem üblichen Auf und Ab bis zum Happy-End, erzählt. Als solche kann man die Produktion nicht beanstanden, dass Titania Medien so etwas liegt, haben sie ja mit der "Anne"-Reihe schon bewiesen. Das Problem ist hier wirklich nur, dass durch die Einsortierung in die Reihe "Gruselkabinett" beim Hörer Erwartungen geschürt werden, die das Hörspiel einfach nicht erfüllen kann. Es gibt zwar immer mal Ansätze, die eine entsprechende Richtung einschlagen, aber das verpufft dann auch immer wieder sehr schnell. Das ist für den Hörer, der ein schauriges Hörspiel hören möchte, ein ziemliches Ärgernis. Schade, denn hätte man das in dieser Qualität separat veröffentlicht, wäre das Hörspiel absolut zu empfehlen gewesen. Denn Titania Medien gelingt es, hier schon gute Unterhaltung zu bieten. Sie fangen die Atmosphäre der Spielzeit gut ein und setzen die Geschichte sehr atmosphärisch in Szene. Auch das Ensemble ist grundsätzlich gut besetzt und liefert unter der Regie von Marc Gruppe ein gewohnt gute und homogene Performance. Einzige Ausnahme ist hier Norbert Langer. Seine Leistung ist zwar unbestritten gut, er will nur nicht so recht ins Klischee der Figur passen. Dazu klingt er einfach zu nett und freundlich. Tja, schade, schade... Aber dieses Hörspiel kann ich nur sehr bedingt empfehlen. Ohne Frage schön erzählt und produziert, aber dem Reihengedanken wird es leider nicht mal im Ansatz gerecht. Unter diesem Aspekt ist "Northanger Abbey" die mit Abstand schlechteste Folge des Gruselkabinetts. Wer sich daran nicht stört und ohnehin nur eine gut gemachte Umsetzung von Jane Austens, der erhält hier eine sehr angemessene und hörenswerte Umsetzung des Themas und dürfte gut unterhalten werden. Wegen Verfehlung des Themas müsste ich meine Wertung eigentlich im negativen Bereich ansiedeln, das hat allerdings die ansonsten gute Produktion nicht verdient. Insofern entfällt hier die übliche Wertung. |
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