| Gruselkabinett
(42) E. T. A. Hoffmann – Der Sandmann Hörspiel von Marc Gruppe Regie: Stephan Bosenius und Marc Gruppe Titania Medien 2010 70 Minuten ![]() Hörprobe: Erzähler: Hasso Zorn Nathanel: Marius Clarén Coppelius: Roland Hemmo Clara: Tanya Kahana Siegmund: Marcel Collé Prof. Spalanzani: Wilfried Herbst Olimpia: Polonca Olszak Vater: Norbert Langer Mutter: Cornelia Meinhardt Kinderfrau: Christel Merian Lothar: Robin Kahnmeyer Junger Nathanael: Henri Färber Der Student Nathanael leidet seit seiner Kindheit unter einem schrecklichen Erlebnis, das der Familie den Vater entriss. Die Märchengestalt des Sandmanns ist für ihn daher die Ausgeburt eines schrecklichen Albtraums, die ihn in immer neuen Gestalten heimzusuchen scheint und neues Unheil stiftet… |
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| Bemerkungen: Mit Hoffmanns "Der Sandmann" holt Titania Medien wieder eine Geschichte ins Gruselkabinett, die doch wieder deutlich mehr dem Grundgedanken der Reihe Rechnung trägt. Sie bietet eine klassische Geschichte die man zur Schauerromantik zählen darf, die allerdings nicht mit deren typischen Elementen versehen ist. Wie gewohnt hält man sich eng an die Vorlage. So beginnt dann dieses Hörspiel auch drei Briefen und damit der rückwirkenden Erzählung der Vorgeschichte. Diese hat man szenisch aufgearbeitet, lässt allerdings den Erzählern, hier also den Briefschreibern, auch viel Text. Gerade Nathanels Erinnerungen an seine Kindheit, sind in der Umsetzung sehr gelungen und sorgen für die schaurige Stimmung, die man von dieser Reihe erwarten darf. Die Handlung springt dann zurück. Nach der unschönen Begnung mit dem Wetterglashändler Coppola, die ja zu dem Briefwechsel führt, verfällt Nathanel in Grübeleien, die ihn immer mehr von seinen Freunden entfernen. Aufgrund eines Brandes muss er zudem die Wohnung wechseln und zieht in die Nachbarschaft Professor Spalanzanis und dessen vermeintlicher Tochter Olimpia. Diese ist merkwürdig, sie bewegt sich kaum. Der Eindruck ändert sich, als Nathanel sie durch eines der Gläser Coppolas betrachtet - er entbrennt in Liebe zu ihr. Erst bei einem Streit Coppolas mit Spalanzanis erfährt Nathnael die Wahrheit über Olimpia. Nachdem er sich von den Ereignissen erholt hat, findet er zurück zu seiner Jugendliebe Clara - doch das Glück ist nur von kurzer Dauer. Hoffmann gelingt eine phantastische Geschichte, die sowohl formal, als auch inhaltlich sehr durchdacht und strukturiert ist. Sie besitzt viele spannende und unheimliche Momente, die das Titania Team auch sehr gut in Szene zu setzen weiß. Dabei stützt man sich auf eine klassische Musikuntermalung, die die Emotionen der Handlung gut aufgreift und fortführt. Dauzu überzeugt vor allem aber auch das gewohnt gute Sprecherensemble. Das Stück wird zu großen Teilen von einer tollen Leistung von Marius Clarén geprägt. Er spricht den Nathanael, ohne dass er der Figur eine zu starke naive oder labile Note gäbe. Dennoch gelingt es ihm, den Absturz und die Verwirrung glaubhaft darzustellen. Aus dem Sprecherfeld dahinter hinterlässt Roland Hemmo den nachhaltigsten Eindruck. Er schafft der Figur des Coppelius eine wirkungsvolle Präsenz. Auch wenn man diese Episode nicht zu den sonst typischen Gruselstorys, die genreprägend sind, zählen kann, ist sie in dieser Reihe bestens aufgehoben. Die Erzählung Hoffmanns bietet viel Gänsehautreibendes und ein Finale, dass man die Geschichte nicht nur aufgrund ihrer gelungenen Umsetzung gerne hört. Meine Wertung: + + + + |
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