| Herr, der Chef 1. Box: Das Aquarium - Der Aufstand - Der Ausbilder Skript: David Holy Regie: Björn Korthof Holysoft 2010 ![]() Erzählerin / Sekretärin: Yesim Meisheit Heff, der Chef: Wolfgang Bahro Angestellter Franz: Chris-Norman Geyer Angestellter Michael: Matthias Brinck Angestellter Sven / Lord Svenler: Marius Fietzek Praktikant Alex: Björn Korthof Nevrin Neida: Klaus-Dieter Klebsch sowie Bernd Rumpf, Bert Stevens, Bodo Henkel, Claudia Urbschat-Mingues, Hans-Georg Panczak, Helmut Krauss, Ingo Albrecht, Jörg Schuler, Joseline Gassen, Lutz Mackensy, Niclas Holtrup, Oliver Feld, Philipp Brammer, Regina Lemnitz, Rieke Werner, Robert Rausch, Santiago Ziesmer, Stefan Krombach, Thomas Danneberg, Thomas Petruo Episode 1 - Das Aquarium: Heff, der Chef der Firma, die brilliert und firmiert, bekommt überaschend Besuch von einem Kunden. Als wäre das allein nicht schon Grund genug zum Wundern, überlegt der Kunde tatsächlich, Heff einen Großauftrag zu vermitteln. Jedoch muss sich Heffs Firma erst einmal beweisen. Das offensichtliche Chaos, die Bademäntel tragenden oder ständig schlafenden Angestellten, der ständig nörgelnde Praktikant und nicht zuletzt Heffs eigene Inkompetenz machen keinen sonderlich vertrauenserweckenden Eindruck. Heff, der die Situation wie immer sofort klar verkennt, hat die Lösung: Ein Aquarium muss her... Episode 2 - Der Aufstand: Es ist kalt. Bitterkalt. Was im tiefsten Winter natürlich völlig verständlich ist. Genauso natürlich konnte man es von Heff, dem Chef nicht erwarten, dass er mit dem hereinbrechenden Winter zum Jahresende rechnet. Dennoch fangen die Angestellten problemlos an zu kochen - aber vor Wut. Denn Heff denkt nicht im Traum daran, die Heizung anzuschalten. Es kommt zum Streik. Doch wer wird diesen Streik für sich entscheiden? Die chaotischen Angestellten oder der inkompetente Chef? Und was haben Nevrin Neida, das Waisenhaus und der Geist von Heffs Urahn damit zu tun? Nun, das weiss Heff selbst noch nicht so genau, aber langsam aber sicher verdichtet sich ein unerhörter Plan in seinem Kopf... Episode 3 - Der Ausbilder Es reicht. Und zwar sowas von! Die Angestellten tanzen Heff buchstäblich auf der Nase, die Vermieterin droht mit Kuchen, der mindestens so alt ist wie sie selbst und Heff weiss einfach nicht mehr weiter. Die Lösung offenbart sich ihm in Form des ehemaligen Militärausbilders Mr. Voll. Denn Mr. Voll ist voll toll. Dass Mr. Voll aber auch voll einen an der Klatsche hat, davon wusste Heff vorher nichts. Hätte er sich sonst anders entschieden, anstatt seine Angestellten der Obhut eines militaristischen Wahnsinnigen zu überlassen, dem alle Tricks zur Gehirnwäsche recht sind? Vermutlich nicht... |
||
| Bemerkungen: Mit "Heff, der Chef" legt Holysoft eine Reihe auf, die das im Hörspielbereich etwas unterrepräsentierte Feld des Humors beackert. Erzählt wird eine Bürositcom, die von der Papierform schon ein wenig die Nähe zu erfolgreichen Fernsehformaten wie "Stromberg" vermuten lässt. Das Ergebnis zeigt aber, dass man sich inhaltlich zum Glück doch ziemlich weit von einer bloßen Kopie entfernt. Auch wenn die Figur des Heff ähnliche Charakterzüge aufweist, geht der Humor doch in eine etwas andere Richtung. Die Episoden klingen ein wenig nach Radiocomedy - es ist leidlich unterhaltsam, skurril, hier und da etwas zu bemüht; Die Folgen unterhalten über die Spielzeit, wirken aber leider auch nicht großartig nach. Es fehlen ein wenig die einprägsamen, witzigen Momente. Das ist letztlich etwas wenig, wenn man wie hier, nahezu ausschließlich auf den Comedy-Aspekt setzt. Originell ist die Zeichnung der Hauptfiguren; Heff kommt dabei fast noch zu "normal" weg, was auch daran liegt, dass Wolfgang Bahro diese Figur im Verhältnis zum Text doch recht brav anlegt. Skurriler und auffälliger sind da schon die schrägen Angestellten. Vom unter- bzw. gar nicht bezahlten Praktikanten über den stets im Bademantel arbeitenden Hochdeutsch-Verweigerer oder den immermüden bis zum ausschließlich von zu Hause arbeitenden Angestellten, geht es hier sehr bunt und chaotisch zu. Aber die Leistungen der Sprecher sind leider nicht so gut, als dass sie diesen besonderen Charakteren gerecht würden. Gerade in den tragenden Rollen fällt dies stark auf, zumal es hier auch erforderlich gewesen wäre, den oftmals eher flachen Humor mit prägnanten Spiel etwas auf die Beine zu helfen. Immerhin füllt man das Ensemble mit einigen gestandenen Profis, die zumindest ganz solide Performances abliefern. Richtig Eindruck haben hier nur Regina Lemnitz und Thomas Petruo auf mich gemacht, die letztlich dafür sorgen, dass die dritte Episode, die mit Abstand hörenswerteste ist. Positives gibt es noch von der Gestaltung zu berichten. Hörenswert und für das Genre sehr passend ist die überzogene Geräuschkulisse, wie auch das gut ins Ohr gehende musikalische Intro. Auch die Coverzeichnungen sind prima gelungen, hier wird auf den ersten Blick klar, was den Hörer erwartet. Humor ist ein schwieriges Genre; die Chance hier am Hörergeschmack vorbei zu produzieren, ist immens hoch. Mein Spaßzentrum hat man hier leider auch nur zu Teil treffen können. Der Rahmen stimmt zwar und hat auch Potential, allerdings nutzt man dies in den ersten drei Folgen nur bedingt aus. Immerhin gibt die recht gelungene dritte Folge Anlass zur Hoffnung. Insgesamt reicht es hier aber nur zu einer durchwachsenen Wertung. Meine Wertung: + / - |
|
|
![]() |
||