| Herr Lehmann |
| |
Autor: |
Sven Regener |
| |
Produktion: |
der hörverlag 2008
|
| |
Regie: |
Sven Stricker |
| |
Bearbeitung: |
Sven Stricker |
| |
Musik: |
Jan-Peter Pflug, Sven Stricker, Kay Poppe feat. Keldy & Ake u. a.
|
| |
Länge: |
116 Min. |
| |
|
 |
Mitwirkende: |
Florian Lukas, Bjarne Mädel, Sonsee Neu, Florian von Manteuffel, Isabella
Grothe, Gerd Baltus, Lutz Herkenrath, Christian Stark, Samuel Weiss, Konstantin
Graudus, Anne Weber, Jan-Peter Pflug, Hermann Prinz, Renate Schönbeck, Sven
Stricker, Gregor Törzs |
Inhalt: |
Herr Lehmann ist Kreuzberger. Kreuzberger sind Menschen, die einmal aus Schwaben
oder dem Allgäu nach Berlin gekommen sind. Herr Lehmann ist aus Bremen und
möchte eigentlich Frank genannt werden, aber das ignorieren seine Freunde. Denn
bald ist sein dreißigster Geburtstag, und das ist fatal, weil man da langsam
"beginnt, eine Vergangenheit zu haben, eine gute alte Zeit und den ganzen
Scheiß."
Sven Stricker gelingt mit diesem Hörspiel der fulminante
akustische Entwurf von Sven Regeners Berlin der 80er Jahre. Mit allem, was dazu
gehört: Tragik, Komik und dazwischen ein lakonischer Herr
Lehmann.
|
Bemerkungen: |
Mit "Herr Lehmann" bringt der hörverlag die Hörspielversion des gleichnamigen
Kultbuches von Sven Regener auf's Ohr. Sven Stricker nahm sich der Regie und der
Bearbeitung des Romans an. Keine leichte Aufgabe, denn gerade der ungewohnte
Stil Regeners, der letztlich auch das Buch zu etwas Besonderen macht, ist doch
schon recht hörspielfeindlich. Stricker gelingt es, den Drahtseilakt zwischen
Werktreue und Hörbarkeit zu meistern, den Erzähler so stark wie erforderlich,
aber auch gleichzeitig so unaufdringlich, einzubinden, dass die Einschübe nicht
zu Lasten des Hörgenusses gehen.
Die Geschichte an sich bedarf keiner
großen Bewertung. Hier spricht der Buch- und Filmerfolg für sich. Die Geschichte
Frank Lehmanns unterhält mit dem nur vordergründig naiven Lebenswandel des
Protagonisten den Hörer über die gesamte Spielzeit vortrefflich.
Das
liegt auch am sehr guten Sprechercast. Florian von Manteuffel und Florian Lukas
überraschten mich sehr positiv mit ihrer Performance. Obwohl ich beider Arbeit
sehr schätze, hatte ich doch Bedenken, ob sie dieser Aufgabe gewachsen wären.
Aber bereits nach kurzer Zeit waren diese ausgeräumt - es passt einfach in allen
Belangen.
Sehr positiv ist mir hier auch Sonsee Neu aufgefallen, die man
leider viel zu selten in Hörspielen hört.
Musikalisch gibt es neben
"Kneipen-, Kino- und Inbissmusiken" von Jan-Peter Pflug, Sven Stricker und Kay
Poppe feat. Keldy & Ake, auch einige Songs von der Frank Spilker Gruppe, The
Funny world of Suzie Wong und diese leute. Auch wenn diese kaum Ohrwurmcharakter
haben, für gute und sehr passende Unterhaltung sorgen sie
allemal.
"Herr Lehmann" garantiert knapp zwei Stunden besten
Hörgenuss - ein wirklich rundum gelungenes Werk! |
|