| Herz der Finsternis |
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Autor: |
Joseph Conrad |
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Produktion: |
ORF 1990 - der hörverlag 2007 |
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Regie: |
Frederik Ribell |
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Bearbeitung: |
Michael Köhlmeier |
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Länge: |
60 Min. |
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Mitwirkende: |
Bernd Rumpf und Hans Gerd Kübel |
Inhalt: |
Kapitän Marlow übernimmt 1891 an der Mündung des Kongo einen Flussdampfer und
fährt damit zwei Monate lang ins Landesinnere. Je tiefer er in die Wildnis
vorstößt, desto eindringlicher überkommt ihn das Gefühl, in die Nacht der ersten
Zeitalter vorzudringen: "Diesen Fluss hochzufahren war wie eine Reise zu den
frühesten Tagen der Erde, als wirre Pflanzen sie überwucherten und die großen
Bäume Könige waren."
Marlow will den europäischen Handelsagenten Kurtz
treffen, einen skrupellosen Elfenbeinhändler, der alle Mächte der Finsternis in
sich zu vereinen scheint. Kurtz ist ein mordender Outlaw, der seinen Distrikt
mit brutaler Gewalt beherrscht und ausbeutet. Der Kapitän ringt um das Vertrauen
des Todkranken und versucht, ihn aus seinen fatalen Verstrickungen zu befreien.
Die strapaziöse und gefährliche Reise ins "Herz der Finsternis" ist auch ein
Vordringen in die Abgründe der menschlichen Seele.
Joseph Conrad ist der
Schriftstellername des Polen Theodor Josef Conrad Korzeniowski (1857-1924). Im
Alter von 17 Jahren ging er nach Marseille, um Seemann zu werden und wurde dann
Kapitän englischer Handelsschiffe. Seine Erlebnisse im Kongo und auf den
malaiischen Inseln sind der Stoff zahlreicher Romane und Novellen. Conrads Roman
"Herz der Finsternis" wurde zur Grundlage für Francis Ford Coppolas Film
"Apocalypse Now". |
Bemerkungen: |
Die Geschichte Marlows ist ohne Zweifel eine sehr gelungene und packende
Erzählung. Die Umsetzung versucht dieser Geschichte den nötigen Raum zu geben
und bauscht dies nicht etwa in der Umsetzung auf, sondern lässt ihr ordentlich
Raum, um aus sich heraus wirken zu können.
Dezente Effekte und
Untermalung und adäquat eingesetzte Sprecher sorgen dafür, dass die Geschichte
eine würdige Umsetzung erfährt.
Leider wird dies nicht jeden Hörer
zufrieden stellen, denn die Geschichte braucht auch viel Raum, um in Schwung zu
kommen - das darf in der Textfassung zwar unproblematisch sein, in der
Hörspielumsetzung wirkt das aber etwas zu behäbig.
Ist man von der
Geschichte dann einmal gepackt worden, lässt sie den Hörer allerdings auch so
schnell nicht mehr los.
Immerhin 17 Jahre hat es gedauert, bis diese
Produktion den Weg aus den Archiven des ORF in die Verkaufsregale gefunden hat.
Der hörverlag hat sich dieser Produktion angenommen und hat diese in einer
gewohnt sehr ansprechenden Verpackung veröffentlicht. Die Ausgabe im Digipack
kommt mit einem aufwändigen, 23seitigen Booklet - randvoll mit Informationen zu
Hörspiel und Autor - daher.
Wem die Thematik nur annähernd liegt, dem
kann ich diese Produktion nur empfehlen. Hat man sich erst einmal in sie
"eingehört", wird man mit einer ruhigen, aber guten Inszenierung eines
erstklassigen Stoffes überrascht. |
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