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Moby Dick - Der Wal (Adventure Cut)

ein Hörspiel von Herman Melville, BR 2002


⏰ 82 Min.

🎬 Regie: Klaus Buhlert

🛠 Bearbeitung: Klaus Buhlert

🎼 Musik: Klaus Buhlert

🎤 Mit: Rufus Beck, Felix von Manteuffel, Manfred Zapatka, Ulrich Matthes, Bernhard Schütz, Karsten Hübner, Rudolph Taruoura Grün, Hermann Lause, Horst Lebinsky, Helmut Stange, Michael Lucke, Jochen Striebeck, Werner Rehm, u. v. a.

Nennt mich Ismael' - so beginnt die Abenteuergeschichte vom einbeinigen Kapitän Ahab, der verbissen ein furchterregendes Ungeheuer über die Weltmeere jagt und am Ende in die Tiefe gerissen wird. Ismael, der Erzähler, ist der einzige Überlebende. Eine Geschichte so gewaltig wie ein Wal. Ob Film oder Musical, Kinderbuch oder Comic: Moby-Dick, der weiße Wal, ist ein Mythos.

Im Jahr 2002 präsentierte der Bayerische Rundfunk 'Moby-Dick oder Der Wal', Klaus Buhlerts 10-stündige Hörspielfassung von Herman Melvilles Roman, die erstmals versuchte, der Komplexität und Vielstimmigkeit der Vorlage gerecht zu werden - ausgehend von der vollständigen deutschen Neuübersetzung von Matthias Jendis. Melville kombiniert in seinem Roman, der 1851 erschien, verschiedenste Stile, vom Shakespeareschen Drama über das religiöse Traktat bis zur action story. Drei Jahre später hat Klaus Buhlert aus dieser 10-stündigen Hörspielfassung einen Adventure Cut erarbeitet, der den Atem der Großproduktion beschleunigt, die Atmosphäre verdichtet und sich dabei ganz auf die Abenteuergeschichte konzentriert.

Hörspiel des Monats September 2005, Begründung dr Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:

'Herman Melvilles Roman 'Moby-Dick oder Der Wal' ist längst über die literarische Welt hinaus zu einer modernen Legende geworden. Der Komponist und Regisseur Klaus Buhlert hat sich im Jahr 2002 schon einmal des gewaltigen Stoffs angenommen. Mit seiner zehnstündigen Hörspielfassung, produziert vom Bayerischen Rundfunk, versuchte er, der stilistischen Heterogenität des Buches gerecht zu werden und eine akustische Entsprechung für sie zu finden. Der jetzt aus demselben Ausgangsmaterial entstandene 'Adventure Cut' von gut achtzig Minuten zwang Buhlert, stärker auszuwählen und auf viele Aspekte der Geschichte zu verzichten, er bot aber auch die Chance, dem Stück mehr Tempo zu verleihen und die Dynamik des szenischen Spiels zur Geltung zu bringen. Gestützt auf ein Ensemble von hervorragenden Schauspielern und Sprechern, ist Buhlert ein fesselndes Abenteuerhörspiel gelungen, in dem die Vielschichtigkeit des Romans dennoch immer wieder anklingt. Der Regisseur versteht es, Monologe wie Massenszenen von großer Wucht und Überzeugungskraft zu inszenieren und setzt zugleich ironische Signale, etwa indem er das durchgehende Shanty-Motiv durch den Chor mehr andeuten als schmettern lässt. Auf Festivals und andernorts, wo Medienpreise vergeben werden, kommt gelegentlich die Frage auf, ob und worin öffentlich-rechtliche Produktionen sich eigentlich noch von kommerziellen unterscheiden, wenn sie sich - etwa im Unterhaltungsgenre - dem direkten Vergleich mit ihnen stellen müssen. Mit seinem Hörspiel gibt Buhlert eine überzeugende Antwort darauf: Er präsentiert 'Moby-Dick' auf mitreißende und unterhaltende Weise, ohne die literarische Vorlage deshalb glatt zu bürsten. Das gelingt, weil er viel Erfahrung und eine gewachsene Hörspielkultur einbringen kann, die ihren Ausdruck ebenso in dramaturgischen Entscheidungen wie in der Sprecherauswahl und Stimmführung, in Komposition und Klangbearbeitung finden.'



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