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Nichts. Was im Leben wichtig ist

ein Hörspiel von Janne Teller, SWR 2011


⏰ 85 Min.

🎬 Regie: Leonhard Koppelmann

🛠 Bearbeitung: Leonhard Koppelmann

🎤 Mit: Agnes: Anna Fischer
Pierre Anthon: Kostja Ullmann
Elise: Maike Jüttendonk
Sofie: Carmen Birk
Jan Johann: Marlon Kittel
Kai: Simon Jensen

Das Ensemble mit Leonhard Koppelmann; Bild: SWR/Monika Maier
Er ist weit mehr als ein Jugendbuch. Seit der Roman "Nichts. Was im Leben wichtig ist" der dänischen Autorin Janne Teller im Herbst 2010 auf Deutsch erschienen ist, hat er für viele Diskussionen über das Erwachsenwerden, die Macht der Gruppe und die Gefahren des Fundamentalismus gesorgt. Mittlerweile hat sich das Buch 150.000 Mal verkauft und es auch bis in den Religionsunterricht geschafft.

Das Buch handelt von einer Schulklasse in der heilen Welt der dänischen Provinz. Eines Tages verlässt Pierre Anthon einfach den Unterricht, verweigert jegliches Tun, setzt sich auf einen Baum und spottet: "Alles ist egal. In demselben Moment, in dem ihr geboren werdet, fangt ihr an zu sterben. Und so ist es mit allem. Das Leben ist die Mühe überhaupt nicht wert." Dieser radikalen Handlungsanweisung wollen seine Mitschüler nicht folgen. Sie beschließen, in einem entlegenen Sägewerk mit persönlichen Dingen einen "Berg von Bedeutung" anzuhäufen. Was als harmloses Spiel beginnt, eskaliert und rüttelt am Ende an den Normen eines friedlichen Zusammenlebens. Wem einmal der Boden unter den Füßen entzogen wird, der kann in einer Gruppe zu allem bereit sein – bis hin zum Mord. Er ist weit mehr als ein Jugendbuch


hoerspielTIPPs.net:
«Die Vorlage zu diesem Hörspiel wird als Jugendbuch einsortiert. Das kann man sicherlich so sehen, denn die Geschichte ist in der inhaltlichen Ausgestaltung perfekt auf diese Zielgruppe zugeschnitten. Aber die Gnadenlosigkeit, wie diese Geschichte sich immer weiter in den Abgrund dreht, immer brutaler wird, ist schon harter Tobak, der den Hörer garantiert nicht kalt lassen wird. Die Brutalität scheint kaum Grenzen zu kennen. Dabei geht es allerdings nie um billige Schockeffekte, sondern stets um Substanzielles - Was das Ganze aber nur noch beklemmender macht.

Es passiert mir selten, dass mich ein Hörspiel so mitnimmt, wie es "Nichts" getan hat - es macht sprachlos.

Das liegt auch an der sehr guten Inszenierung von Leonhard Koppelmann, der die Geschichte von den einzelnen Beteiligten nacherzählen lässt und die Spielszenen eher in den Hintergrund rücken lässt. So gelingt es, umfassend und ruhig zu erzählen und dennoch die Geschichte schnell voranzutreiben.

Das Ensemble ist mit jungen, überzeugenden Stimmen besetzt. Neben noch eher selten zu hörenden Schauspielern wie Anna Fischer oder Simon Jensen finden sich im Cast auch "alte Hasen" wie Kostja Ullmann oder Marlon Kittel.

"Nichts" ist - Stand August - das Hörspiel, dass mich im Jahr 2011 am meisten beeindruckt hat. Auch, wenn es für mich persönlich das "Hörspiel des Jahres" ist, möchte ich es doch nicht uneingeschränkt empfehlen. Das Stück geht an die Nieren und daher sollten weder die Ohren zu jung noch die Nerven zu dünn sein. Die Altersempfehlung "Ab 12" sollte man nicht nur ernst nehmen, sondern ggf. auch im Einzelfall durchaus noch ein, zwei Jahre nach oben schieben.

Das Hörspiel wird - wie es auch das Buch getan hat - stark polarisieren, Einige werden es feiern, einige werden es ablehnen - Eindruck wird es bei allen machen.»

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Vorstellung im OhrCast


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