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Engel von Bremen

ein Hörspiel von Carl Ceiss, BR / SR 2009


⏰ 72 Min.

🎬 Regie: Ulrich Lampen

🎤 Mit: Ulrike Krumbiegel

Gesche Gottfried, in die Geschichte eingegangen als der "Engel von Bremen", erzählt ihren eigenen Fall, der auf historischen Ereignissen aus dem frühen 19. Jahrhundert beruht: Sie verteilt an Bedürftige milde Gaben, pflegt ihre kranken Angehörigen aufopferungsvoll, ist bei vielen sehr beliebt - einerseits. Andererseits: Nach sieben Jahren Ehe erkrankt zunächst plötzlich ihr Mann und stirbt. Danach folgt die ganze Familie in den Tod: ihre Eltern, ihre drei Kinder, der Bruder, der zweite Ehemann. Der Arzt Doktor Lucius ist ratlos und diagnostiziert stets eine Seuche. Später "trifft" es sogar ihre Freundinnen, Freunde, Verlobte und Nachbarn und viele weitere Menschen - sie alle erkranken in Gesche Gottfrieds Nähe und sterben. Erst als ihr rechtschaffener Vermieter, der Rademacher Rumpff, misstrauisch wird, endet die Seuche. Als Todesengel landet sie im Gefängnis, die Anklage beschuldigt sie, 15 Menschen vorsätzlich mit "Mäusebutter" vergiftet zu haben. Hier schildert Gesche Gottfried ihre Motive für ihre Taten aus Lebensgier, Existenzangst und Menschenhass und davon, wie Töten für sie zur Sucht und die Sucht zur Freiheit mörderisch wird.

hoerspielTIPPs.net:
«Die besten Geschichten beruhen auf Realität. So ist das auch beim "Engel von Bremen", dessen Leben Carl Ceiss nachgezeichnet hat und es hier aus Sicht der Titelfigur widergibt. Ulrike Krumbiegel spricht die Mehrfachmörderin, deren Skrupellosigkeit beispiellos ist. Ceiss zeichnet die Geschichte chronologisch nach. Ulrich Lampen inszeniert das Stück, in dem er die extrem widersprüchlichen Facetten der Figur in ebenso unterschiedlicher Darstellung von Ulrike Krumbiegel einsprechen lässt und diese direkt gegeneinander schneidet. Das stört zwar ein wenig den Erzählfluss, macht aber den Charakter der Figur deutlich. Ein Problem ist auch, dass Ulrike Krumbiegels Leistung damit etwas schwierig einzuordnen ist, da es keine echten Wechsel in der Stimmung gibt, sondern eben nur technische.

Als Hürde empfand ich auch die etwas gewöhnungsbedürftige akustische Untermalung, die versucht, die unterschiedlichen Ebenen zu kennzeichnen. Das ist auch funktional in Ordnung, stilistisch hätte es hier etwas weniger modern zugehen dürfen.

Für meinen Geschmack hätten dem Stück zudem ein paar Spielszenen mit mehreren Schauspielern gut getan. Die Monologfassung ist zwar auch auf die lange Spielzeit interessant, man hätte hier aber durchaus noch etwas Potential ausschöpfen können.»

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