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Requiem für eine Nonne

ein Hörspiel von William Faulkner, hr 1955


„The past is not dead, it is not even past“. – „Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen.“ – So lautet einer der wohl berühmtesten Sätze aus dem einzigen Bühnenstück des amerikanischen Romanciers und Nobelpreisträgers. Das Drama, der dialogisierte Mittelteil des 1949 entstandenen gleichnamigen Romans, erlebte – noch vor dem Broadway – im Oktober 1955 am Schauspielhaus Zürich seine Uraufführung. Das schwarze Kindermädchen Nancy Mannigoe, eine ehemalige Prostituierte, tötet das Kind ihrer weißen Herrin Temple Stevens. Dafür wird sie zum Tode verurteilt. In Rückblenden wird die Vorgeschichte der Tat aufgerollt. Die wirkliche Schuldige ist nicht Nancy, sondern die Mutter des Kindes, Temple. Nancy beging die Tat, um ihre Herrin davor zurückzuhalten, der Sünde und der Faszination des Bösen zu verfallen. Mit „Requiem für eine Nonne“ schließt Faulkner an seinen bereits 25 Jahre zuvor erschienenen Roman Sanctuary“(Freistatt) an, der zu den zentralen Werken seiner „Südstaaten Sage“ gehört. Das Hauptthema auch hier, neben der Schilderung der schwülen Dekadenz des amerikanischen Südens, die Frage nach der Möglichkeit, „das Böse“ in unserer Welt zu überwinden. Leopold Lindtberg, der Regisseur der Züricher Uraufführung, inszenierte mit derselben Besetzung auch die Hörspielfassung des Dramas.

William Faulkner, am 25.9.1897 in New Albany (Mississippi) geboren, entstammt einer im amerikanischen Bürgerkrieg verarmten aristokratischen Südstaatenfamilie. Im Ersten Weltkrieg wird er als Flieger schwer verwundet. Er veröffentlicht 1926 seinen ersten Roman „Soldiers’ Pay“ (Soldatenlohn). Er lebt von nun an in dem Provinzstädtchen Oxford (Miss.), wo seine bedeutendsten Romane und Erzählungen entstehen, ein „Sittengemälde“ des amerikanischen Südens. „The Sound and the Fury“ (dt. Schall und Wahn; 1929) gilt als sein bedeutendstes Werk. 1950 erhält er den Nobelpreis, Am 6. Juli 1962 in Byhalia (Mississippi) gestorben.


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