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Rosebud

ein Hörspiel von Christoph Schlingensief, WDR 2002


⏰ ca. 56 Min.

🎬 Regie: Christoph Schlingensief

🎤 Mit: O-Toneinspielung: Theodor W. Adorno
Bundeskanzler: Bernhard Schütz
Margit: Sophie Rois
Rosmer: Volker Spengler
Gernot -Rosmers Sohn: Marc Hosemann
Heisenberg: Werner Brecht
Kroll: Martin Wuttke
Susi -Rosmers Sohn: Sachiko Hara-Franke
Doris -seine Frau: Margarita Broich
Erzählerin: Margit Carstensen

Christoph Schlingensief; Bild: WDR/Zentralbild
Ein Gleichnis über Radikalismus, Privatheit und Politisierung: Der Antagonismus von politischem Einsatz und Rückzug ins Private, die Frage nach der Zwangsläufigkeit von Terrorismus sind der zentrale Subtext dieses Hörspiels.

Der Verleger Peter Rosmer und der FDP-Politiker Guido Kroll gründen angesichts der Ödnis der Berliner Republik die Sonntagszeitung ZAS. Sie soll dem proklamierten Ende der Spaßgesellschaft den politischen Spaßjournalismus entgegensetzen. Prompt stürzt ihnen mit der Entführung der Kanzlergattin auch ein geeigneter Aufmacher ins Haus. Blöd nur, dass der ehrgeizige, auf den Pulitzer-Preis versessene Reporter Rolli Koberg den Coup inszeniert hat. Wahrheit muss werden! Und das liberal! Kroll läuft zu echter Raserei auf, unterstützt durch des Verlegers Ehefrau Margit, linke Ex-Terroristin, die im Sog der Ereignisse um den 11. September rückfällig wird. Doch mittelfristig können weder Margits Kampf um linke Ideale noch Krolls Ringen um die Reinheit der Mittel es verhindern: Rosmer, erkrankt an Peniskrebs, fällt zurück auf sich selbst. „Rosebud“ haucht er nur noch wehleidig und reiht sich ein in eine große Verleger-Tradition. Die Berliner Republik ist ganz nebenbei gescheitert.
2003 erhielt Christoph Schlingensief für „Rosebud“ den Hörspielpreis der Kriegsblinden. „In dem bizarren Lärmen von Schlingensiefs Highspeed-Hörspiel sieht die Jury einen post-satirischen Realismus, mit dem der Autor seine bisherigeinnovative Hörspielarbeit in den Stücken „Rocky Dutschke ’68“ (1997) und „Lager ohne Grenzen“ (1999) und seine operativ inszenierte Literatur konsequent fortsetzt.“


Christoph Schlingensief (1960-2010) wurde posthum zu einem der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Deutschlands erhoben. Zu Lebzeiten oft verkannt als Agent provocateur, folgte er mit großem künstlerischen Eigensinn, einer unnachahmlichen Formensprache und mitreißender Energie seinen politischen und gesellschaftskritischen Anliegen. In seinen letzten Arbeiten für die Bühne und in einem Buch verarbeitete Schlingensief offensiv seine Krebserkrankung, an der er 2010 verstarb. Zu seinem Vermächtnis gehört das "Operndorf Afrika" in Burkina Faso.

🔥 Hörspielpreis der Kriegsblinden 2003

Vorstellung im OhrCast

Als Download / Im Handel verfügbar seit / ab: 29.03.2017

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