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Tirant lo Blanc

ein Hörspiel von Marti Joan de Galba, Joanot Martorell, RB/DLR 2007


Dies ist das beste Buch der Welt!´
schreibt Cervantes im ´Don Quijote´ über diesen Ritterroman aus dem 15. Jahrhundert. Erst über 300 Jahre später holt im Jahr 1968 Mario Vargas Llosa das Werk mit seinem ´Fehdebrief zur Verfechtung der Ehre von Tirant lo Blanc´ aus der Vergessenheit, er lobt dessen moderne Erzählkonstruktion. In der Tat gibt uns der Roman aus vielen Perspektiven ein farbenprächtiges Bild des Ritterlebens. Er erzählt entlang dem Lebensweg seines Helden, des jungen bretonischen Ritters Tirant lo Blanc, von strengen Regeln und Moralvorstellungen, aber auch von deren lustvoller Übertretung, von kulinarischen Exzessen und modischen Extravaganzen, aber auch von der harten Realität der Religionskriege.

Tirant gelingt es schon in ganz jungen Jahren, die Johanniter auf Rhodos von ihren moslemischen Belagerern zu befreien. Sei es im Turnier, sei in der Schlacht, immer erweist sich als seine besondere Stärke sein überragender Verstand und seine originelle Erfindungsgabe. Als er allerdings zur Rettung der Stadt an den kaiserlichen Hof nach Konstantinopel gerufen wird, haut es den starken Ritter buchstäblich aus dem Sattel, als er der Liebe in Gestalt der schönen Prinzessin Karmesina begegnet.


hoerspielTIPPs.net:
«Auf die Hörspielumsetzung dieses Werkes habe ich mich im Vorfeld sehr gefreut. Nach dem ich die Produktion allerdings gehört hatte, stellte sich dann doch etwas Ernüchterung ein.

Die Geschichte ist eigentlich sehr interessant und spannend. Daraus hätte sich in der Tat ein anspruchsvolles, spannendes und unterhaltsames Hörspiel basteln lassen. Man hat sich aber offenbar entschieden, den Schwerpunkt sehr eindeutig auf den Bereich ´Anspruchsvoll´ zu legen.

Die Art der Darstellung ist nicht nur gewöhnungsbedürftig, sie hat auch kaum etwas mit Hörspiel zu tun. Man hat sich stark an der Vorlage orientiert und agiert mehr im Sinne einer Lesung mit verteilten Rollen.

Insofern überzeugen mich auch die Sprecher nicht wirklich, da diese hier kaum ins Spielen kommen. Das ist mir etwas zu statisch geraten. Für die Art der Umsetzung ist das sicherlich alles in bester Ordnung, vom Hocker hauen dürfte das Gehörte, auch unter Berücksichtigung dieses Aspektes, aber niemanden wirklich.

Eine geeignete Kulisse wird auch kaum geschaffen, das ist doch recht spärlich und sehr textfixiert dargestellt. Immerhin kann man bei der Musik etwas mehr punkten. Da hat Michael Riessler ein paar sehr schöne und vor allem passende Stücke beigesteuert und sorgt so quasi im Alleingang für eine ansprechende Atmosphäre.

Eine Produktion, die für das, was sie stilistisch erreichen will, nur konsequent und diesbezüglich auch nicht groß zu beanstanden ist. Allerdings kann man mit der Art der Umsetzung bei mir keinen großen Blumentopf gewinnen, denn richtig überzeugt hat mich das Ganze nicht.
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