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Was wäre wenn

ein Hörspiel von Axel Eggebrecht, NDR 1947


⏰ 105 Min.

🎬 Regie: Ludwig Cremer

🎤 Mit: Axel Eggebrecht, Werner Hinz, Inge Meysel, Willy Schweissguth, Herbert Steinmetz, Gerhard Bünte, Carl Voscherau, Helmut Rudolf, Franz Schafheitlin, Heinz Klevenow, Kurt Meister, Adalbert Kriwat, Peter Mosbacher, Gisela Mattishent, Erwin Linder, Hans Quest, Hans Fischer, Hermann Schomberg, Renate Densow, Gerhard Bräuer, Heinz Ladiges, Georg Eilert, Walter Klam, Paul Schuch, Benno Gellenbeck, Horst Becker, Karl Kramer, Joseph Dahmen, Karl-Heinz Jage, Hans-Werner Plasberg, Barbara Lienau-Meissner, Richard Helsing, Heinz Suchantke, Gertheinz Böning, Wilhelm Kürten

1947 entwickelte Axel Eggebrecht einen Rückblick aus dem Jahr 2047 auf eben dieses Jahr: Das Jahr, in dem sich die Angst vor der Atomkraft und einem dritten Weltkrieg breitmachte, der Friedenskonferenz in Moskau, bei der sich Europa 21 Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit Kälte, Hunger und Arbeitslosigkeit auseinandersetzen wollte, vor allem aber Schuldzuweisungen betrieb. Und George Bernard Shaw schrieb in einem seiner berühmten Briefe an die Times über die Überwindung und Abschaffung des Nationalismus. 100 Jahre später blickt der Rektor der alleuropäischen UNESCOUniversität in Prag in einem Vortrag zurück auf dieses Jahr und diesen Brief, der mittlerweile in jedem Schulbuch steht. Denn in Axel Eggebrechts utopischem Hörspiel hat damals auch die Entwicklung eines staatenlosen Zentraleuropas begonnen. Shaws verlachte Worte, wurden zum wichtigsten Wendepunkt in der Geschichte. Deutschland, zum Mandatsgebiet der UNO erklärt, entwickelte sich zur Keimzelle Zentraleuropas. Die ersten Wahlen zum europäischen Parlament fanden statt. Unter Verzicht auf einzelstaatliche Rechte schloss sich ein Land nach dem anderen an. 1951 stimmten kaum noch 20 Prozent für die Rückkehr zu den alten Nationalstaaten. Die Vernunft hatte gesiegt gegen leere Ideale und der Furcht des Menschen vor sich selbst.

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«Die meisten Zukunftsvisionen sind dystopisch angelegt, quasi die logischen Weiterentwicklungen des "Früher war alles besser". Axel Eggebrecht nutzt die eher seltene Form der Eutopie, die allerdings nur Hintergrund dieses Rückblicks auf die unmittelbare Nachkriegszeit. Zum Zeitpunkt des Entstehen des Hörspiels war Europa durch die Zerstörung des Krieges auch schon an einem Punkt angekommen, wo es für die Menschen ohnehin kaum schlimmer kommen konnte. Eggebrecht schildert den Status Quo dieser Zeit anhand der mühevollen Diskussionen um einen Friedenschluss, spinnt diesen aber mit der naiven Hoffnung weiter, dass die Abkehr vom nationalen Kirchturm-Denken hin zu einer globalen Gesinnung, das Zusammenleben der Menschen positiver gestalten könne. Angelpunkt dieses Denkens ist die in einem Brief an die "Times" dargelegte Forderung George Bernhard Shaws nach einer Abschaffung des Nationalismus. Durch die Gegenüberstellung der realen Abläufe der damaligen Zeit mit der Idee Shaws gelingt es, der naiven Idee Substanz zu verleihen und zumindest auch mal außerhalb des gewohnten Denkkorridors zu träumen.

Die Darstellung als Feature aus der Zukunft gelingt Eggebrecht. Das ist durch eine raumgreifende Abbildung der Entwicklung der seinerzeitigen Ereignisse bedingt, bei denen er uns einen Blick hinter die fiktiven Kulissen der Moskauer Verhandlungen erlaubt. Damit hat man hier eine interessante historische Basis, auf der die titelgebende Frage fußt.

Obendrein lohnt sich das Hören auch wegen des Ensembles von damals jungen, heute hochverehrten Sprechen von Werner Hinz über Inge Meysel bis hin zu Hans Quest. Wer Gelegenheit hat, sollte sich dieses großartige Stück Rundfunk-Geschichte gönnen.»

Ursendung: 09.03.1947

Als Download / Im Handel verfügbar seit / ab: 06.05.2017

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