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Radiotatort (27) Finkbeiners Geburtstag

Kriminalhörspiel - ein Hörspiel von Hugo Rendler, SWR 2010


⏰ 55 Min.

🎬 Regie: Mark Ginzler

🎼 Musik: Ulrich Bassenge

🎤 Mit: Xaver Finkbeiner: Ueli Jäggi
Nina Brändle: Karoline Eichhorn
Vater: Buddy Elias
Schneider: Thomas Thieme
Höppers: Lars Rudolph
Engist: Christian Koerner
Polizeipräsident: Walter Renneisen
Birgit Brückner, Christine Davis, Isabelle Demey, Tina Eberhardt, Lisbeth Felder, Hubertus Gertzen, Benjamin Grüter, Klaus Gülker, Rebecca Klingenberg, Birgit Koch, Andreas Müller, Hugo Rendler, Stefan Viering, Oliver Wnuk

Ein Bankräuber, ein eiskalter Killer und ein spindeldürrer Junkie fliehen gemeinsam aus der JVA Stuttgart-Stammheim. Um Zeit zu gewinnen, schaltet das LKA die Abteilung "Operative Fallanalyse" ein. Die Profiler sollen psychologische Gutachten erstellen. Haben die Flüchtigen einen Plan? Wenn ja: welchen? Gibt es eventuell einen Zusammenhang mit dem Taxifahrer Menner, dem sie das Taxi abgenommen haben? Menners Vorstrafenliste spricht Bände. In Fachkreisen nennt man ihn den Vorschlaghammermenner. Sein Taxi findet man auf einem Park-and-Ride-Parkplatz, im Kofferraum Schmuck im Wert von 120.000 Euro. Was im Taxi nicht gefunden wird: eine Schusswaffe. Und der Vorschlaghammer, mit dem Menner für gewöhnlich arbeitet ... Hauptkommissarin Nina Brändle flucht, denn ihr Chef hat sich an seinem Geburtstag freigenommen. Xaver Finkbeiner besucht seinen senilen Vater, der in einem Lörracher Altersheim Heidegger zitiert – seitengenau. Währenddessen rasen die Ausbrecher Richtung Schweiz. Als Brändle die Nachricht einer privaten Überwachungsfirma erhält, dass ein Lörracher Supermarkt überfallen wurde, ahnt sie nicht, dass Finkbeiner gerade als Geisel genommen wird.

Hugo Rendler, geboren 1957 in Stühlingen/Südschwarzwald, lebt als freier Autor im Kaiserstuhl. Er schreibt neben Romanen auch Theaterstücke und Drehbücher, u. v. a. für "Die Fallers". Zahlreiche Hörspiele für DRS Zürich, SWR und RB. Mehrere Hörspielpreise, u. v. a. 1994 Zonser Hörspielpreis.

hoerspielTIPPs.net:
«Dicht gepackt ist der erste SWR-Radiotatort des Jahres 2010. Das erdrückt den Plot schon ziemlich, denn hier geht es - zumindest für die beschauliche Erzählweise - schon etwas zu turbolent zu. Die einzelnen Stränge laufen zwar zusammen, die Verknüpfungen werden aber ein wenig zu unglaubwürdig konstruiert. Besonders auffällig ist dies beim Aspekt, dass Finkbeiner der Kommissar war, der einen der flüchtigen Strafgefangenen verhaftet hat. Dieses Element hat keinen großen zusätzlichen Effekt für die Geschichte, wirkt aber so bemüht, dass deutlich mehr stört, denn nützt.

Wie beim Inhalt, gibt es auch bei der Umsetzung Licht und Schatten. Zu Ersterem gehört das tolle Ensemble. Neben den beiden Protagonisten Brändle und Finkbeiner, die schon routiniert von Karoline Eichhorn und Ueli Jäggi verkörpert werden, gibt es auch im restlichen Cast viel Hörenswertes.
Eine interessante Nebenrolle wird mit Finkbeiners Vater eingeführt. Buddy Elias leiht dem Heidegger zitierenden älteren Herrn seine Stimme. Diese Figur hat Potential für mehr, auch wenn sie in dieser Folge fast schon ein wenig überstrapaziert wird.
Das schauspielerische Highlight der Reihe bildet das Gaunertrio. Mit Thomas Thieme, Lars Rudolph und Christian Koerner hat man hier drei Akteure gefunden, die eine richtig gute Performance anbieten.
Sehr hörenswert ist auch Walter Renneisen als hektisch telefonierender Polizeipräsident.

Die Inszenierung bringt eine gute Krimikulisse, die von Ulrich Bassenge sehr angenehm untermalt wird. Es gibt allerdings auch sehr merkwürdige Anflüge, dem Stück etwas Besonderes zu geben, die doch deutlich unter den Aspekt "Geschmackssache" fallen. Als Beispiel sei hier die Trennung von Sound und Sprache beim Supermarktüberfall genannt - mir hätte dort eine realere Kulisse deutlich besser gefallen.

Von der Papierform war dieser Tatort doch recht vielversprechend. Allerdings gibt es in der Geschichte, aber auch in der Umsetzung ein paar Dinge, die mich dann doch etwas gestört, und Hörspaß etwas reduziert haben. Zum Glück gibt auch viele positive Aspekte, so dass man - wenn schon keinen Knaller - dann doch zumindest einen (noch) guten Krimi präsentiert bekommt.»

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