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Stille Helden siegen selten

ein Hörspiel von Ralph Oehme und Karl-Heinz Schmidt-Lauzemis, hr / SFB / Sachsen Radio 1990


⏰ 58 Min.

🎬 Regie: Ralph Oehme, Karl-Heinz Schmidt-Lauzemis

Der Aufbruch in Leipzig und anderswo im Herbst 1989. Gesprächspartner der beiden Autoren waren vor allem Demonstranten und Oppositionelle, aber auch die Gegner der „stillen Helden“: Mitarbeiter der Staatssicherheit, SED-Funktionäre, Spekulanten und Rechtsradikale. Die spezifischen Sätze und Geräusche einer sanften Revolution sowie die spontanen und rhythmischen Sprechgesänge wurden mit dem Mikrofon aufgenommen, das im Vergleich zur Kamera näher an den Ereignissen ist, weil es sich mitten unter den Handelnden aufhalten kann. „Stille Helden siegen selten“ wurde mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden 1990 ausgezeichnet, die Jury befand, dass die Zeugenaussagen „zu einer kunstvoll aufgebauten Erzählung zusammengefügt“ worden seien, „in der nicht die vielgenannten Anführer das Wort haben, sondern unbekannte Menschen, leidende, aufständische und beglückte, aber auch Stasi- und Parteifunktionäre, Spekulanten und Nutznießer.“

Ralph Oehme, geboren 1954, Dozent an der Musikhochschule Leipzig und der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Seit 1987 freier Autor und Regisseur für Theater und Hörfunk, jüngstes Hörspiel: „Steins Kampf. Der Mann, der Adolf Hitler retten wollte“ (MDR 07).

Karl-Heinz Schmidt-Lauzemis, geboren 1947, schreibt Drehbücher für Kino, Fernsehen, TV-Serien, Hörspiele und Features - zuletzt „Hahn zu“ (DLR 08).

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«Normalerweise schrillen beim Wort "O-Ton-Collage" bei mir alle Alarmglocken und die große Radiokunst-Schublade tut sich auf. In diesem Fall allerdings vollkommen zu Unrecht. Die Autoren zeichnen hier ein nachvollziehbares, spannendes und sehr (meinungs-)vielfältiges Bild der Wendezeit. Das Stück ist sehr dicht, baut sich in einer zeitlich logischen Reihenfolge auf und lässt sich so als ein Ganzes wahrnehmen.

Das Stück bringt viele Emotionen - Ängste von Montagsdemonstranten finden dort genauso Platz wie die Trauer derjenigen, die an den Staat geglaubt haben. Der Mut der einen, die Resignation der anderen wird ebenso gut dargestellt, wie auch der schmale Grad zwischen der friedlichen Demonstration und dem drohenden Umkippen in ein gewalttätiges Chaos.

Ein sehr hörenswertes Stück Zeitgeschichte, das tiefere Einblicke in die Betroffenen zulässt, als es die meisten Features zur Wende je geschafft haben.»

🔥 Hörspiel des Monats 10 1990
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