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Ein verrauchtes Idyll

ein Hörspiel von Robert Schoen, hr 2015


⏰ 50 Min.

🎬 Regie: Robert Schoen

Frei nach Texten von Empedokles, Ernst Meister, Goethe, Freddy Quinn, UrsWidmer, Dieter Wellershoff, Else Lasker-Schüler, Rilke, Nietzsche undStephen Emmott.

So aufregend der Blick des Entomologen auf das vielfältige Treiben eines Ameisenstaates sein mag, so furchterregend ist der Blick auf eine Welt, in der wir, die Menschen, die Ameisen sind. Spielerisch leicht gelingt es Robert Schoen in seinem neuesten Hörspiel, Menschheitsgeschichte mit Natur-geschichte zu konfrontieren.
Heute ist es keine Seltenheit mehr, dass Menschen hundert Jahre alt wer-den. Ein Menschenleben umspannt ein ganzes Jahrhundert. Ein ungeheurer Zeitraum – und doch nur ein Dilatorium.
So rudimentär und bruchstückhaft die Erinnerungen am Ende eines Lebens auch sein mögen, so bewegend und rührend sind sie – entstammen sie denn nicht einer "stillen Verzweiflung"? [Thoreau]
"Elisa begann ihre Existenz vor Urzeiten im Körper einer Ameise. Heute ist sie vier Jahre alt und teilt sich die Erde mit sieben Milliarden Menschen. Wenn sie stirbt, werden es zehn Milliarden sein. Woher nimmt Elisa die Energie, Zentimeter um Zentimeter in ihr Leben hinein zu wachsen, während die Mutter nebenan nur noch fernsieht?
Wohin wachsen wir als Menschheit? Leben wir den Fortschritt, oder wan-dern wir Schritt um Schritt fort?
Was bleibt am Ende in den Herzen und Hirnen der Hundertjährigen? Und wie sieht es eigentlich bei den Ameisen aus? Sie können kein Feuer wahrneh-men und setzen ihre Arbeit fort, bis sie bei lebendigem Leibe verbrennen.
Und im Stehausschank? In welchen Farben gleißt Utopie in einer Bierlache? Das Hörspiel kreist assoziativ um die Kraftfelder Hoffnung und Verzweiflung – es ist eine Meditation über die Zeit zwischen Perm-Trias-Ereignis und dem nächsten Bier. Ein somnambules Herumirren. Eine Traurigkeit."
Robert Schoen

Es kreisen mit: einige Hundertjährige, zwei kleine Kinder, ein Ameisenforscher, Gott, angetrunkene Gäste eines Stehausschanks, eine gestresste Mutter und Herbert Lange (85) an der Mundharmonika.


Robert Schoen, geb. 1966 in Berlin. Studium der Angewandten Theaterwissenschaften in Gießen. Radioarbeiten seit Mitte der 90er. Hörspielpreis der Kriegsblinden 2011 für "Schicksal, Hauptsache Schicksal" sowie ARD Online Award 2013 für "Heidi Heimat".

Vorstellung im OhrCast

Ursendung: 10.01.2016


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