Logo

hoerspieltipps.net

Fallen (1) Paris

ein Hörspiel von Marco Göller, IMAGA 2016


⏰ 47 Min.

🎬 Regie: Marco Göllner

Produktion: Alex Stelkens, Oliver Döring

Produktionsleitung: Ila Schnier von Wittlich

🎤 Mit: Il-Hambr: Franz Schaff
El-Mika.: Tilo Schmitz
Friedrich von Gartner: Frank Röth
Kardinal Weiher: Peter Groeger
Il-Gibr: Florian Halm
Karen De Salvo: Deborah Weigert
El-Ang: Thomas Thieme
El-Gabri: Romanus Fuhrmann
Il-Azaz: Michael Prelle
Il-Samu: Tobias Brecklinghaus
Il-Dschabra: Bernd Vollbrecht
Krankenschwester: Marion von Stengel
Dr. Angerer: Till Hagen
Elisabeth Marie Dufage: Lilli Martha König
Pascal Lemaire: Wanja Mues

Ein Foto. Aufgenommen in einem Vorort von Paris. Es zeigt die Front eines Hauses. Viele Balkone. Auf einem davon steht "jemand" ... eine "Person" ... "etwas" ... aber was? Friedrich von Gartner, einst Soldat der Schweizer Garde und mittlerweile selbstständig im Sicherheitsgeschäft tätig, erhält von seinem ehemaligen Arbeitgeber den Auftrag, herauszufinden, was dort zu sehen ist - nicht ahnend, dass damit eine Odyssee an die Grenze des Fassbaren beginnt.

hoerspielTIPPs.net:
«So überraschend Marco Göllner seinen Ausstieg aus der Hörspielbranche vollzogen hatte, war auch die Ankündigung des Comebacks. Seine Mitarbeit bei Oliver Döring ließ auf Großes hoffen. Beide hatten bislang mit tollen Inszenierungen aufwarten können. Döring läutete im Jahr 2000 mit dem Neustart der Reihe „John Sinclair“ die Renaissance des (kommerziellen) Hörspiels ein, das er auf ein technisch neues, dem Kinosound angepasstes Niveau hob. Göllner ist ebenfalls seit 2000 im Hörspielgenre unterwegs. Seine Produktionen bestechen durch eine Originalität, die auch einzelne Folgen von Hörspielserien mit immer neuen inszenatorischen Ideen versieht.

Nun also arbeiten beide künftig unter einem Dach und bereits Ende Juli 2016 erscheint das erste Projekt: Fallen Teil 1: Paris.

Göllner hat aus einer Idee Dörings eine Serie erdacht, die in einzelnen Staffeln erscheinen soll. Ähnlich wie bei „Foster“ wendet man also hier vom Konzept der durchlaufenden Endlosserien ab, die in den vergangenen Jahren vielfach für Verdruss sorgten. Mit dem Staffelkonzept hofft man dem Teufelskreis aus nachlassendem Hörinteresse und schleppenden Veröffentlichungen bis hin zur Einstellung zu entkommen. Viele Produzenten haben in den vergangenen Jahren bestenfalls auf abgeschlossene Miniserien oder eben lose Reihen gesetzt. Seit der Hörspielmarkt wieder Fahrt aufnimmt, darf man sich aus dieser etwas sichereren Deckung wagen und auch mal an Serien denken, die - in Staffelhappen serviert - eine große Folgenzahl anvisieren, ohne dass der Hörer sofort ängstlich den Geldbeutel zukneift.

Der erste Teil von Göllners Serie präsentiert sich als Mystery-Thriller mit vielen gekonnten Anleihen anderer Genres und konkreter Medien. Diese sind dezent genug, um nie in den Verdacht des Kopierens zu geraten. Dazu sind auch der Plot und die Inszenierung – wen wundert es beim Namen „Göllner“ – zu originell.

Wie schon das Cover der ersten Folge erahnen lässt, geht es um Engel, die sich auf der Erde bekriegen. Auch die Kirche mischt mit und beauftragt einen Agenten, nach den Hintergründen eines Fotos zu forschen, das offenbar ein solches Wesen zeigt.

Es wäre eine schlechte Episode einer Mystery-Reihe, wenn der Hörer am Ende nicht noch ein paar Fragezeichen im Gehörgang übrig behielte. Nicht alles, was zu hören ist, ist gleich konkret einzuordnen. Gerade das macht aber den Reiz aus, bzw. gründet den Appetit, die nächste Folge am liebsten sofort in den Player zu werfen.

Die Inszenierung erfüllt die (hohen) Erwartungen, die man an IMAGA und Göllner haben darf. Viel Inhalt wird nonverbal transportiert. Hier gibt es keinen allwissenden Erzähler, der dem Hörer alles vorkaut. Der Hörer ist gefordert und es bleiben ihm Aha-Erlebnisse auch beim zweiten oder dritten Hören. Um mal das von Göllner einst in seiner legendären Dankesrede beim Ohrkanus manifestierte Bild zu bemühen: Definitiv kein Hörspiel, dass man beim Heckenschneiden hören sollte!

Auch bei den Sprechern setzt sich die Qualität fort. Neben den bekannt und bewährten Stimmen von Till Hagen oder Thilo Schmitz fiel mir Frank Röth, den er eine oder andere vielleicht als Sherlock Holmes aus Bastian Pastewkas Umsetzung von "Der Hund der Baskervilles" kennt, sehr positiv auf. Seine Stimme hat den Vorteil der Unverbrauchtheit und trägt dennoch die recht große Rolle. Sehr gefreut habe ich mich über das Wiederhören mit Lilli Martha König, die auch gleich das Charisma ihres Einsatzes im Hörspiel „Loreley“ mitbringt. Allein für die damit verbundenen Gänsehautmomente hat sich das Hörspiel gelohnt.

Der Auftakt zu „Fallen“ reiht sich nahtlos ins Portefeuille von IMAGA ein, ohne dass man sich hier selbst kopiert. Wer „End of Time“ und / oder „Foster“ mag, sollte hier dringend zugreifen. Aber auch wer gern etwas hört, was sich von der Masse abhebt und inhaltlich wie inszenatorisch einen deutlich über dem Schnitt liegenden Anspruch nicht scheut, sollte hier mehr als nur ein Ohr riskieren.»

📚 andere Folgen von Fallen

Vorstellung im OhrCast

Als Download / Im Handel verfügbar seit / ab: 29.07.2016


...





Unterstützen Sie hoerspieltipps.net.
Haben Sie einen Fehler auf dieser Seite gefunden? Haben Sie Anmerkungen, Änderungswünsche zur dieser Präsentation des Hörspiels?
Schicken Sie mir eine Mail mit einem kurzen Hinweis. Vielen Dank!