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Otium

ein Hörspiel von Franz West, EIG / ORF 2017


⏰ 58 Min.

🎬 Regie: Oliver Augst

Schnitt: Manuel Radinger

Ton: Oliver Augst, Elmar Peinelt

🛠 Bearbeitung: Oliver Augst

🎼 Musik: Oliver Augst, Rüdiger Carl

🎤 Mit: Rüdiger Carl, Heimo Zobernig, Oliver Augst

Der deutsche Hörspielautor, Komponist und Sänger Oliver Augst lässt Franz Wests Künstlerbuch "Otium" gemeinsam mit dem bildenden Künstler Heimo Zobernig und dem Musiker Rüsdiger Carl als Hommage an einen der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler erklingen. Franz West hätte am 16. Februar 2017 seinen 70. Geburtstag gefeiert.
"Ich will nicht sagen, dass ich jetzt ein Buch "haue", aber ich bin ein Buchautor, das klingt ja so ähnlich wie Bildhauer". Franz West.
OTIUM ist ein Künstlerbuch, das einzige Schriftwerk von Franz West. Es erschien anlässlich der Frankfurter Buchmesse 1995 (Gastland Österreich) auf Anregung von Kasper König.
Franz West nahm hierfür Ideen und Gedanken auf Band auf und ließ diese dann von einer schwedischen Musikstudentin mit der Schreibmaschine transkribieren. Bei der Textübertragung kam es fallweise zu "kreativen Missverständnissen". Die von West vorgenommenen Korrekturen erschufen neue Textkonstellationen, die er passagenweise mit Tipp-Ex abdeckte oder handschriftlich überarbeitete, um das Gewicht, weg von den Worten, auf die Buchstaben und die Erhaltung der bildnerischen Dimension zu legen.
So entstand mit Otium eine lebhafte Sammlung aus Gedankensplittern, die in ihrer formalen Gestaltung kompositorische Elemente von verschiedenen Bedeutungslayern und Einschübe von liedhafter Poesie (Gedichte) beinhaltet.
Die Hörspielversion von OTIUM möchte als eine klingende Hommage an Franz West verstanden werden, als Reflektion über Kunst, das Sein und die Welt, Wests künstlerisches Selbstverständnis ...
Es handelt sich um die Vertonung von Aufzeichnungen realer bis fiktiver Gespräche zwischen einem illustren Personenkreis um Franz West (Künstler, Weggefährte Wests und Kunstvermittler), die sich so zugetragen haben könnten. (Die Personen: Otto Kobalek, Otto Zitko, Bernhard Riff, Peter Pakesch, Johannes Schlebrügge, "einer der Anwesenden", "ein Bekannter", "ein gewisser Galerist"...)
Neben den Akkordeon-Einspielungen von Rüdiger Carl benutzt das Hörspiel klassische Kunstlied-Zitate (Beethoven, Wagner, Mahler ...), die auf Wests Affinität zu diesem Genre (gewissermaßen aus Widerwillen gegen die "Pink Fluid"-artige Discomusikberieselung seiner Zeit, wie er selbst sagt) zurückgehen. Er setzte z.B. die Gellert-Lieder von Beethoven immer wieder in Installationen oder Video-Arbeiten ein (z.B. Video "Studien zu Ernster Musik", 2000) oder die Kunstlieder Schuberts und Schumanns in einem seiner frühen Objektbilder ("Gaumensegel", 1996 und "Chou-Chou", 1998/2001 - ein Wortspiel mit den Namen der Komponisten).Der Kurzschluss von Kunstlied und der im Grunde profanen Welt des Kunstgeschehens zeigt sehr deutlich Wests Hang zur Ironie, wie E. M. Raab es formulierte.


Ursendung: 31.01.2017


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