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De Mortuis oder Es hat ihm nichts gefehlt

ein Hörspiel von James Joyce, DRS 1977


⏰ 47 Min.

🎬 Regie: Matthias von Spallart

Ton: Aldo Gardini

🛠 Bearbeitung: Hans J. Fröhlich

🎤 Mit: Wolfgang Reichmann, Wolfgang Schwarz, Peter Ehrlich, Ingold Wildenauer

Hans J. Fröhlichs Hörspiel ist eine Paraphrase auf das sechste Kapitel von James Joyce' "Ulysses". Es handelt von der Hilflosigkeit und Verlorenheit der Menschen angesichts der Absurdität des Todes und entspricht dem Abstieg des Homerischen Odysseus in den Hades.

Der Anzeigenmakler Leopold Bloom besteigt in Dublin mit anderen Trauergästen eine Kutsche und fährt zum Friedhof. Ein Bekannter ist gestorben, und es gilt, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Während das Gespräch der Gäste in eine makabre Mischung aus Trauer und schwarzem Humor abgleitet, versinkt Bloom in seine Gedanken. Er hängt den leid- und lustvollen Seiten seines eigenen Lebens nach.

Der Roman "Ulysses" von James Joyce wird als Wegbereiter der Moderne angesehen. Der Dubliner Dichter beschreibt die Odyssee eines Tages im Leben Blooms, des Juden, der mit einer Nichtjüdin verheiratet und dessen einziger Sohn ganz jung gestorben ist. Das Werk ist in achtzehn Kapitel eingeteilt, die in symbolhafter Beziehung zu bestimmten Gesängen der homerischen Odyssee stehen. Joyce hat den besungenen Tag auf den 16. Juni 1904 festgelegt und damit das Datum seines ersten Spazierganges mit seiner späteren Frau Nora Barnacle verewigt.


James Joyce, geboren 1882 in Dublin, hatte eine Jugend, die von finanziellen Schwierigkeiten und vom Alkoholismus des Vaters geprägt war. Seine Ausbildung wurde ihm teilweise durch die Kirche ermöglicht. Dennoch lehnte er vom sechzehnten Altersjahr an den Katholizismus ab. 1904 lernte er Nora Barnacle kennen, verliess mit ihr Irland und kam auf Umwegen nach Triest, wo er Englischlehrer wurde. Einer seiner Schüler war Italo Svevo, der ihn als Jude in den Feinheiten des Judentums beraten konnte und als Vorbild für die Figur des Leopold Bloom gilt. Joyce nahm 1920 eine Einladung von Ezra Pound nach Paris an und blieb dort gleich zwei Jahrzehnte. 1940 floh er vor der einmarschierenden deutschen Wehrmacht nach Zürich und starb dort 1941.

Hans J. Fröhlich (1932–1986) wandte sich nach einem Kompositionsstudium der Schriftstellerei zu. Sein Werk umfasst Essays, Romane, Erzählungen, Hörspiele und eine Schubertbiographie (1982).


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