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87. Polizeirevier 87. Polizeirevier

Kriminalhörspiel - ein Hörspiel von Ed McBain, hr 2006 / pidax 2018


Detective Steve Carella arbeitet auf dem 87. Polizeirevier in New York. Gleich im ersten Fall geht es heiß her. Eine Frau kommt auf die Wache und behauptet, Carella sei Schuld am Tod ihres Mannes. Zudem gibt sie an, in ihrer Handtasche eine Flasche Nitroglyzerin zu haben. Brisant geht es auch in einer weiteren Sache zu: Als der berüchtigte puertoricanische Gangster Pepe Miranda festgenommen werden soll, wird es brenzlig. In einem weiterem Fall werden die Polizisten des 87. Reviers zu einer Buchhandlung gerufen, in der ein Mann wahllos vier Menschen erschossen haben soll...

Folge 1: Die lästige Witwe
Eine Dame kommt aufs Revier, um mit Detective Steve Carella zu sprechen. Der ist nicht da, also wartet sie. Carella sei schuld am Tod ihres Mannes, sagt sie. Und damit das Warten nicht so langweilig wird, behauptet sie, in ihrer Tasche eine Flasche mit Nitroglyzerin zu haben, und zückt einen Revolver.
Die Einheit von Raum und Zeit, das ist schon eine fast klassisch zu nennende Theatersituation. Das zähe Warten auf dem Polizeirevier wird zu einem gezielten Lauern auf den ersten Fehler. Und als ein Versuch, die Frau zu überwältigen, scheitert, gerät die kühle Routine der Polizisten ins Wanken. Es besteht kein Zweifel, daß die Frau es ernst meint, denn sie hat ohne zu zögern einen ihrer Kollegen niedergeschossen.

Folge 2: Heißer Sonntagmorgen
Es ist tatsächlich sehr heiß an diesem Sonntagmorgen, als die Polizisten des 87. Reviers versuchen, den Gangster Pepe Miranda festzunehmen. Sie haben einen Hinweis erhalten, wo er sich versteckt hält.
Pepe Miranda ist der große Held für die kleinen puertoricanischen Jugendbanden, die sich auf den Straßen von Isola herumtreiben. Sie sind noch halbe Kinder, und ihre Bewunderung für Pepe Miranda unterscheidet sich in nichts von ihrem Schwärmen für James Cagney. Wenn Zip von seinen Jungs verlangt, Alfredo "Alfie" Gomez nach der Heiligen Messe auf der Kirchentreppe zu erschießen, weil er sich angeblich an sein Mädchen herangemacht haben soll, die davon freilich nichts weiß, dann hat das mit der Wirklichkeit wenig zu tun, und doch ist es nur um Haaresbreite davon entfernt, denn die Burschen haben vier Revolver.
Und dann wird es noch heißer an diesem Sonntag, denn Pepe Miranda liefert sich mit den Beamten ein Feuergefecht.

Folge 3: Ich war's, ich war's
Es ist nicht leicht, auf dem Polizeirevier ein privates Telephongespräch zu führen, wie es gerade Bert Kling mit seiner Verlobten Claire versucht. Er ist umringt von Kollegen, die das, was sie nicht hören können, unermüdlich kommentieren. Und damit gar nicht so falsch liegen.
Am späten Nachmittag werden die Polizisten zu einer Buchhandlung gerufen, in der ein Killer scheinbar wahllos vier Menschen niedergeschossen hat, drei davon sind tot, darunter Klings Verlobte Claire.
Die Beamten sind gezwungen, nicht nur alle Spuren zu verfolgen, sondern auch alle Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen. Dazu gehört auch, in Claires Vergangenheit nach vorstellbaren Anhaltspunkten für ein Verbrechen zu suchen. Kling, der Claires Tod nicht verwinden kann, ist erst recht mit dieser Situation überfordert. Es habe ihn niemand gezwungen, Polizist zu werden, lautet die lapidare Entgegnung seines Vorgesetzten Lieutenant Byrnes.

Folge 4: Hitze
Als Anne Newman von einer Reise aus Kalifornien an die Ostküste zurückkehrt, findet sie ihren Mann Jeremiah tot in der Wohnung. Er soll durch eine Schlafmittelvergiftung umgekommen sein, vermutlich Selbstmord. Für die Spurensicherung ist es allerdings nicht möglich, den genauen Todeszeitpunkt zu bestimmen, da in der Wohnung eine so enorme Hitze herrschte, daß weder Verwesungszustand noch Muskelstarre der Leiche zur Berechnung des Zeitpunkts herangezogen werden können.
Jeremiah Newman war Alkoholiker, weshalb Anne sich von ihm scheiden lassen wollte. Seine Ex-Frau Jessica Herzog gibt allerdings zu Protokoll, daß Jeremiah nie auch nur eine einzige Tablette angerührt habe. In der Wohnung findet die Spurensicherung jede Menge Fingerabdrücke, nur nicht auf dem Seconalfläschchen...

Folge 5: Dead Man's Song
In einer kleinen schäbigen Wohnung wird ein alter Mann tot aufgefunden. Die Lage des Toten allerdings läßt die Polizisten bezweifeln, daß es sich um einen natürlichen Tod handelt. Das aber behauptet Cynthia Keating, die Tochter des Toten. Laut Autopsiebericht ist Andrew Hale erstickt; zugleich ergibt die toxikologische Analyse seiner Haare, daß er Rohypnol intus hatte. Als Detective Steve Carella den kleinen Ganoven Danny Gimb, der ihn als Polizeispitzel mit Informationen aus der Szene versorgt, in einer Pizzeria befragt, wer seine Opfer mit Rohypnol betäubt, wird dieser erschossen. Offenbar ist ein professioneller Killer auf Andrew Hale angesetzt worden, aber es gibt kein Motiv. Was kann dieser arme Alte besessen haben, daß es sich lohnte, ihn zu ermorden? Ein Radiointerview mit dem Produzenten eines Musicals bringt ihn auf die richtige Spur.


Als Salvatore A. Lombino wurde der Autor (1926-2005) in New York City geboren; unter seinem Künstlernamen Evan Hunter veröffentlichte er ab 1952 erste Kurzgeschichten und Romane, bevorer unter dem Pseudonym Ed McBain 1956 mit "Cop Hater" ("Polizisten leben gefährlich") den ersten Band seiner Reihe von Kriminalromanen um das "87. Polizeirevier" veröffentlichte, die ihn weltberühmt machte. Mit dieser Serie veränderte er die Kriminalliteratur maßgeblich. Er eliminierte den klassischen Helden zugunsten gleich eines ganzen Polizeireviers mit gut einem Dutzend Gesetzeshütern. Es sind ganz gewöhnliche Polizisten, mit sehr individuellen Zügen und zum Teil problematischen Privatleben, die in der fiktiven Metropole Isola ihren Dienst tun. Das Aufklären von Verbrechen wird geschildert als alltägliche Routinearbeit. Durch die Ermittlungen in Kombination mit den zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Hilfsmitteln wie Spurensicherung, Labor und Gerichtsmedizin werden die Täter in der Regel überführt. Der klassische "Police Procedural", der Polizeiroman, war geboren. Bis zu McBains Tod 2005 erschienen über fünfzig Bände des "87. Polizeireviers"; insgesamt schrieb der Autor etwa 120 Romane (verkauft in mehr als 100 Millionen Exemplaren), hinzu kommen noch zahlreiche Drehbücher (u.a. verfasste er für Hitchcock das Drehbuch zu dem Filmklassiker "Die Vögel"), Theaterstücke und Kinderbücher.

hoerspielTIPPs.net:
«Zu Folge 1
Ed McBains '87. Polizeirevier' ist wohl die Grundlage für viele Geschichten, vom 'Großstadtrevier' bis zu NYPD Blue'. Seine Storys sind solide Krimithriller, in denen die gut gezeichneten Charaktere einer New Yorker Polizeiwache, mehr als nur den Rahmen für die Geschichte bilden, sondern hierin stark involviert sind.

So ist es auch bei der 'lästigen Witwe', die die Wache in dieser Produktion in Atem hält. Ohne großes Vorgeplänkel geht es hier in die Handlung über und der Hörer erlebt eine recht spannende Geiselnahme nahezu in Echtzeit.

Die Umsetzung der gesamten Serie ist Ulrich Lampen sehr gut gelungen und allein diese wegen dieser guten Reihe, ist ein bisschen schade darum, dass man das Konzept der Sommerkrimiserie nicht mehr weiterverfolgt hat.

Zu Folge 2
Eine weitere Folge aus der "Mutter aller Polizeiserien" - Ed McBain schildert auch hier wieder eine Episode aus dem Milieu eines großstädtischen Polizeireviers. In den Alltag der Polizisten packt er wieder einen zentralen Fall, der diesmal kaum Raum für die üblichen Nebensächlichkeiten lässt, den diese Reihe eigentlich so besonders macht. Hier gibt es nur eine weitere verknüpfte Ebene.

Typisch bleibt aber, dass die Figuren nicht einfach nach ihrer Funktion in Gut und Böse aufgeteilt werden. Das macht diese Geschichten recht glaubwürdig und bodenständig.

Bei der Inszenierung gelingt es Ulrich Lampen wieder, die typischen Genreklischees gut zu setzten. Dabei findet man eine gute Balance, so dass prägnanten Bilder entstehen, es andererseits aber nicht ins zu Billige abgleitet.

Insoweit kann ich "Heißer Sonntagmorgen" auch wieder als guten Milieu-Krimi empfehlen. Ein gut dargestellter Krimi aus dem Alltag einer Großstadtpolizeiwache.

Zu Folge 3
Der Plot ist vielversprechend und bringt mit dem merkwürdigen Anschlag, dem, u. v. a. die Freundin eines Kollegen zum Opfer fällt, auch Gelegenheit mit viel Emotion zu erzählen. Das Thema bleibt diesbezüglich aber sehr nüchtern, was bei aller Klischee.Coolness von Großstadtcops doch wenig reel wirkt. Hinzu kommt, dass die Lösung des Falles alles andere als überzeugend ist. Glaubwürdig wird es erst wieder bei den Verhörmethoden und der Vertuschung, die dann doch wieder den Plot gerade rückt.

Die Inszenierung folgt dem üblichen Motto, mit viel Klischee und einer Portion Trägheit, die unterschiedlichen Charaktere in der fiktiven Polizeidienststelle darstellt. Letztlich hätte man hier, da nunmal hier ein Polizist schon ziemlich persönlich eingebunden ist, sich dies auch in einer etwas emotionaleren Perfomance ausdrücken. Hier hätte nicht nur im Skript etwas mehr Tiefe einbringen können, auch Ulrich Lampen hätte seine - ansonsten sehr guten Sprecher - etwas mehr von der Leine lassen dürfen.

Leider nur eine sehr durchwachsene Folge aus dem "87. Polizeirevier", die inhaltlich zwar Potential hat, es aber in der Darstellung versäumt, das hörbar werden zu lassen.

Zu Folge 4
Zur Serie:
Ed McBains Serie um das 87. Polizeirevier gilt als ein Meilenstein der Krimiliteratur. Sie ist zugleich das Vorbild für viele Revierserien, die diese Idee mal mehr, mal weniger gut kopieren.
Dass der HR diese Ur-Serie für das Radio bearbeitet hat, ist nicht nur deshalb lobenswert, nein, auch die ansprechende und liebevolle Art der Umsetzung fällt positiv auf.
Viele gute Sprecher, viel Sound und viel Herzblut hat hier Ulrich Lampen konzentriert und eine richtig gute Radio-Serie aus dem Boden gestampft.

In 'Hitze' dreht sich der Hauptplot um einen vermeintlichen Selbstmord, dessen Hintergründe nach und nach enttarnt werden. Die Lösung hinter dem Ganzen ist allerdings recht ungewöhnlich und wirkt - zumindest im Hörspiel - unausgegoren bzw. nicht wirkllich nachvollziehbar. Aber sieht man es positiv: Es ist zumindest mal was anderes.

Die Episoden leben ja aber auch, durch das Geschehen um den roten Faden herum. Das ist auch hier wieder durchaus unterhaltsam.

Wer die Serie noch nicht kennt, sollte unbedingt mal reinhören, denn hier gibt es gute und solide Krimiunterhaltung mit ansprechendem Drumherum

Zu Folge 5
Ed McBains Serie um das 87. Polizeirevier gilt als ein Meilenstein der Krimiliteratur. Sie ist zugleich das Vorbild für viele Revierserien, die diese Idee mal mehr, mal weniger gut kopieren.
Dass der HR diese Ur-Serie für das Radio bearbeitet hat, ist nicht nur deshalb lobenswert, nein, auch die ansprechende und liebevolle Art der Umsetzung fällt positiv auf.
Viele gute Sprecher, viel Sound und viel Herzblut hat hier Ulrich Lampen konzentriert und eine richtig gute Radio-Serie aus dem Boden gestampft.

'Dead Man's Song' bietet aber mehr als den Blick in ein Polizeirevier. Hier findet sich ein recht verzwickter Fall wieder, der nicht nur auf den ersten Blick vollkommen anders erscheint, als es tatsächlich ist.

Ein gelungener Krimi in stimmiger Inszenierung.»

Link zum Hörspiel bei Amazon
📚 andere Folgen von 87. Polizeirevier

Vorstellung im OhrCast

Ursendung: 02.07.2006

Als Download / Im Handel verfügbar seit / ab: 05.10.2018


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