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Radiotatort (11) Abriss

Kriminalhörspiel - ein Hörspiel von Tom Peuckert, rbb 2008


⏰ 53 Min.

🎬 Regie: Robert Schoen

🎼 Musik: Peter Kaizar

🎤 Mit: Hauptkommissarin Katharina Holz: Eva Kryll
Oberkommissar Alexander Polanski: Alexander Khuon
Nico: Oktay Özdemir
Paul: Ingo Hülsmann
Trotzki: Klaus Manchen
Polizist: Sven Lehmann
Trauerredner: Hans Teuscher
u. v. a.

Eine schäbige Kneipe namens „Papillon“, mitten in Prenzlauer Berg. Peter Stamann, der Besitzer, liegt erschlagen hinter dem Tresen. Die Kasse ist leer. Die Nachforschungen ergeben ein interessantes Persönlichkeitsprofil: zu DDR-Zeiten war Stamann als erfolgreicher Architekt an den großen Repräsentationsbauten des Landes beteiligt, danach musste er sich mit der Kneipe notdürftig über Wasser halten. Und in seiner Freizeit trainierte Stamann, der früher selbst eine Zeit lang Profiboxer war, junge Männer in einem Boxverein. Hier hatte es kurz vor Stamanns Tod einen Zwischenfall gegeben: Stamann hatte einen der Jungen aus dem Verein geworfen. Auch die Stammgäste des „Papillon“ erweisen sich als ziemlich zwielichtig. Und dann finden sich auch noch Spuren des Sohnes am Tatort...

Die gesellschaftlichen Brüche und Verwerfungen, die der Mauerfall hinterlassen hat, spiegeln sich auch in der Zusammensetzung des rbb-Ermittlerteams wider. Da ist einerseits die Mittfünfzigerin Katharina Holz - von 1968 und dem Feminismus geprägt – , die sich irgendwann zum Marsch durch die Institutionen entschlossen hat. An ihrer Seite arbeitet ein junger Kollege aus dem Osten, der ein Faible für Poetry-Slams hat. Der erste gemeinsame Fall des ungleichen Paares schweißt die beiden schnell zusammen.


Tom Peuckert, geboren 1962 in Leipzig, studierte Theaterwissenschaft und lebt als Autor, Theaterregisseur und Dramaturg in Berlin. Der WDR produzierte zuletzt sein Hörspiel „2009“ (WDR 2007) und aktuell „Elende Väter“

hoerspielTIPPs.net:
«Der erste Radiotatort des rbb lässt wieder ein wenig Hoffnung aufkommen. Waren zuletzt die Radiotatorte eher nur solide denn gut, macht man mit "Abriss" wieder ein klein wenig Boden gut. Die Geschichte hängt hier allerdings auch wieder etwas hinterher, allerdings sorgen hier das recht gute Setting - zum einen bei den Hintergründen des Falles, dass die deutsch-deutsche Entwicklung nach der Wende aufgreift, aber auch beim Ermittlerduo, dass aufgrund der sehr unterschiedlichen Figuren nicht nur für künftige Folgen sehr Hörenswertes verspricht.

Die Mischung der Protagonisten aus Klischees und Originellem hat in jedem dieser Bereiche seine Vor- und Nachteile. So wirkt z. B. Katharina Holz' altlinke Einstellung schon etwas strapaziert, Alexander Polanskis Faible für Poetry Slam leicht überzogen originell. Beides ergänzt sich aber recht gut und so stört es tatsächlich nur im ersten Moment.

Eva Kryll und Alexander Khuon geben den Figuren auch das passende stimmliche Gesicht. Man nimmt ihnen die Figuren vollkommen ab. Aber auch die restlichen Sprecher erbringen eine recht eindrückliche Performance, so dass in diesem Punkt kaum Wünsche offen bleiben.

Die technische Umsetzung gestaltet sich etwas moderner und ist in der Erzählweise nicht ganz so eingängig strukturiert, wie andere Produktionen aus dieser Reihe. Dieser Anstrich passt aber sehr gut zur Rahmenhandlung und verleiht dem Ganzen eine recht eigene, einprägsame Farbe.

Auch wenn hier der ganz große Wurf noch ausbleibt, könnte der Tatort des rbb doch in Zukunft noch für einiges an Interessantem bieten. Das Setting ist vielversprechend, auch wenn der Fall an sich hier nur eher durchschnittlich ist.»

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