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Radiotatort (16) Laute und leise weibliche Schreie

Kriminalhörspiel - ein Hörspiel von Helmut Krausser, hr 2009


🎬 Regie: Leonhard Koppelmann

🎼 Musik: Rainer Römer

🎤 Mit: Peter Fitz, Peter Jordan, Nina Petri, Sandra Bayrhammer, Walter Renneisen, Ingo Hülsmann, Heinz Werner Kraehkamp, Joos Siedhoff

Peter Fitz; Bild: hr / Benjamin Knabe
Der zweite Fall des hessischen Ermittlerteams: Wieder treffen sich der Wiesbadener Zeitungsfotograf Camillo Falk und sein Sohn Raimund, Hauptkommissar beim Morddezernat der Landeshauptstadt, bei der Aufklärung eines komplexen Mordfalls. Im noblen Wiesbadener Stadtteil Neroberg werden binnen dreier Tage zwei einsame Damen, beide um die 60, in ihren Wohnungen erwürgt. Beide wurden vor mehr als drei Jahrzehnten von Camillo in einem Bildband porträtiert, der junge Damen der gehobenen Gesellschaft neben Junkies und Prostituierte stellte. Das kann eigentlich nur ein absurder Zufall sein, dennoch wird Raimund Falk wegen möglicher Befangenheit von dem Fall abgezogen, durch Kriminalrätin Dr. Ursula Pelz. Zu ihr aber hatte Camillo ebenfalls in dieser Zeit eine durchaus persönliche Beziehung. Die unerfahrene Kommissarin Sascha Weiss leitet fortan die Ermittlungen, auch wenn Raimund ihr aus dem Hintergrund assistiert. Bald stellt sich heraus, dass der alte Charmeur Camillo mehr mit den Morden zu tun hat, als ihm lieb ist.

hoerspielTIPPs.net:
«Nach dem eher durchschnittlichen Auftakt des hr beim Radiotatort mit Roland Schimmelpfennigs "Krim-Krieg in Wiesbaden", kommt die neue Produktion aus der Feder von Helmut Krausner. Auch in der Regie ein neues, aber sehr bekanntes Gesicht: Leonhard Koppelmann zieht in dieser Produktion die Fäden.

Reicht das, um einen besseren Eindruck zu hinterlassen? Leider nicht, denn dieser Fall leidet zu sehr darunter, dass der Plot zum einen sehr konstruiert wird, vor allem aber, dass man diese Konstruktion zu sehr dicht an die Protagonisten klebt. Natürlich wirkt es per se interessant, wenn einer der Hauptcharaktere selbst in Verdacht gerät, hier überspannt man den Bogen aber etwas. Auch wenn man es am Ende etwas relativiert, das Motiv bleibt und damit wirkt die Geschichte etwas unbefriedigend.

Dank Walter Renneisens und Heinz Werner Kraehkamps Dialektfärbung kommt etwas regionales Flair in die Geschichte. Ein paar Wiesbadener Ortsbezeichnungen dazu, mehr "Hessen" bietet diese Produktion nicht. Das wirkt etwas bemüht, ähnlich wie schon im ersten Fall und genügt kaum, eine besondere Note in diesen Tatort zu bringen.

Die besondere Note kann man auch kaum an den wiederkehrenden Hauptfiguren festmachen. Bis auf Camillo Falk sind die Charaktere ziemlich blass und austauschbar.

Deutlich besser gelungen ist die Umsetzung. Auch wenn der Stil im Grundsatz beibehalten wurde, die Erzählweise wirkt hier deutlich gefälliger. Auch sorgen die deutlich besseren - weil lebendigeren - Sprecherleistungen für eine realer wirkende Handlung.

Auch im zweiten Anlauf gelingt dem hr noch nicht der große Wurf. Der Versuch, den Plot interessanter zu machen, in dem man die Hauptfigur in den Fall verwickelt, scheitert letztlich ein wenig daran, dass man die Geschichte zu sehr konstruieren musste, um sie rund zu bekommen. Der Plot ist zwar nicht schlecht, aber leider reicht es nur für Durchschnittsware.
Das reisst dann leider auch die gefälligere Umsetzung nicht mehr deutlich nach oben.»

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